Analyse zeigt Stärken und Schwächen auf

Babenhausens Bauhof unter der Lupe

Der städtische Bau- und Recyclinghof zwischen Langenbrücker Weg (oben) und Konfurter Weg (unten).
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Der Bau- und Recyclinghof der Stadt Babenhausen zwischen Langenbrücker Weg (oben) und Konfurter Weg (unten).

„Der Bauhof ist recht effizient aufgestellt“, stellt Andreas Spiecker den Babenhäusern ein gutes Zeugnis aus.

Babenhausen - Spiecker muss es wissen, denn sein Unternehmen, die Düsseldorfer Beratungsgesellschaft „dchp – consulting“, hat bereits deutschlandweit 80 Bauhöfe unter die Lupe genommen und entsprechend fundierte Kenntnisse über interne Abläufe gewonnen. In der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung präsentierte Spiecker einen Teil seiner sogenannten Organisationsanalyse, die von der Stadtverordnetenversammlung vor allem zum Bewerten von wirtschaftlichen Gesichtspunkten gefordert worden war.

„Make or Buy“, also Leistungen selber erbringen oder sie an Firmen vergeben, lautete eine der zentralen Fragestellungen. Anhand verschiedener Parameter, unter anderem den ermittelten Stundensätzen des Bauhofes, kam Spiecker zu folgenden Ergebnissen: Grasmahd, Heckenschnitt und etwa die Pflege der Straßenbegleitgräben sollten weiterhin in Eigenleistung erbracht werden. Gerade, wenn es um viele kleinere Flächen gehe, sei dies für eine Fremdvergabe nicht geeignet, lautete die Einschätzung des Beraters. Bei der Baumpflege sehe er da schon eher Potenzial und vor allem bei der Gebäudereinigung könnte eine Ausschreibung lohnenswert sein. Um etwa die Straßenbegleitgräben effektiver zu pflegen, empfahl Spiecker in zukünftigen Neubaugebieten diese größer zu dimensionieren.

„Es gibt Aufgaben, die kann nur der Bauhof erledigen. Die bekommen sie nirgendwo eingekauft“, beantwortete Spiecker eine in der Vergangenheit gestellte Politiker-Frage, ob denn der Bauhof nicht generell wirtschaftlicher aufgestellt sein müsse. Bau-Fachbereichsleiter Christian Heineman, in dessen Verantwortung der Bauhof fällt, nannte auf Nachfrage etwa notwendige Arbeitseinsätze nach Stürmen, bei Hochwasser oder anderen Katastrophenfällen. „Da können wir nicht erst eine Ausschreibung machen“, verdeutlichte Heinemann.

Dafür muss der Bauhof mit seinen 40 Mitarbeitern (31 Vollzeitstellen) sowohl personell als auch von der Technik her gut aufgestellt sein. Hinsichtlich des Personals, auch mit Blick auf das zukünftige Stadtquartier Kaisergärten, empfahl Spieker acht weitere Vollzeitstellen zu schaffen. Ohne das Kasernengelände würden es nur vier Stellen sein. Als eine Herausforderung für die Zukunft bezeichnete er es, Bauhof-Nachwuchs zu gewinnen, da der Alterschnitt bei 51,5 Jahren liege. Für Bauhöfe sei dies aber nicht ungewöhnlich, so der Experte. Dem Fuhrpark attestierte Spiecker eine „signifikante Überalterung“. Dort müsse in die Investitionsplanung gegangen werden, lautete die Empfehlung.

Als mögliche Partner für eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Bauhöfen führte Spiecker Rodgau, Schaafheim, Eppertshausen, Münster und Groß-Umstadt auf. Einen Umkreis von elf Kilometern halte er für vertretbar.

Auch auf das Anfang der 1970er Jahre eröffnete Bauhof-Gelände am Langenbrücker Weg ging die Untersuchung ein. Ins Auge fiel den Beratern die schon seit Jahren bemängelten engen Verhältnissen in den Umkleiden und bei den sanitären Anlagen. Optimierungspotenzial sah Spiecker bei den Lagerflächen. „Aufräumen“ empfahl Spiecker, da dort seit Jahren nicht mehr benötigtes Material lagere. CDU-Fraktionsmitglied Stephan Sawallich regte an, dass etwa auf dadurch frei werdenden Flächen zum Beispiel Personalräume entstehen könnten. Dafür müsste der gesamte Bauhof in Betrachtung gezogen werden, meinte Fachbereitsleiter Heinemann. Das Thema Bauhof werde Verwaltung als auch die Politik noch häufiger beschäftigen. (Norman Körtge)

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