Babenhausen hat eine neuen Bürgermeister

Dominik Stadler legt in Babenhausen seinen Amtseid ab

Corona-konformer Faustcheck statt Handschlag: Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser (links) nach dem Amtseid, den Bürgermeister Dominik Stadler leistete. Die schön drapierte Amtskette auf dem roten Sessel durfte der neue Bürgermeister noch nicht umlegen, da seine Amtszeit erst morgen beginnt.
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Corona-konformer Faustcheck statt Handschlag: Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser (links) nach dem Amtseid, den Bürgermeister Dominik Stadler leistete. Die schön drapierte Amtskette auf dem roten Sessel durfte der neue Bürgermeister noch nicht umlegen, da seine Amtszeit erst morgen beginnt.

In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend ist Noch-Bürgermeister Joachim Knoke die Entlassungsurkunde überreicht worden und sein Nachfolger Dominik Stadler ins sein Amt eingeführt worden

Babenhausen - Der Amtswechsel ist formell vollzogen: In der eigens dafür einberufenen Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend in der Stadthalle hat Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) seine Entlassungsurkunde überreicht bekommen. Zuvor hatte er die Ernennungsurkunde für seinen Nachfolger Dominik Stadler (unabhängig) verlesen, die ihn zum hauptamtlichen Bürgermeister macht. Seine Amtszeit beginnt am morgigen 17. Januar und endet am 16. Januar 2027. Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser nahm Stadler den Amtseid ab. Die auf einem roten Sessel – im Hintergrund die Babenhausen-Flagge – drapierte goldene Amtskette durfte Stadler allerdings noch nicht umlegen, da er noch nicht im Amt sei, wie Rohrwasser erklärte.

Um den feierlichen Anlass angesichts der Corona-Pandemie so kurz wie möglich zu halten – für gerade einmal drei Dutzend Bürger konnten Plätze bereits gestellt werden, um den Abstand zu wahren–, hatte Rohrwasser mit den Fraktionen eine maximale Redezeit von drei Minuten vereinbart. Gleiches galt auch für die beiden Hauptpersonen des Abends: Knoke und Stadler.

Mit Stolz und Wehmut blicke er auf die vergangenen sechs Jahre zurück, so Knoke. Es sei ihm eine Ehre gewesen, der Stadt und zum Wohle der Bürger zu dienen. „Dieses Amt ist ein Dienst. Ein Dienst für das Allgemeinwohl“, sagte Knoke. Er übergebe ein großartiges Team und viele Ideen sowie Projekte in die Hände seines Nachfolgers, „dem das Wort Dienst nicht fremd ist“. Eine Anspielung auf Stadlers vorherige Tätigkeit als Polizeibeamter.

Der neue Rathaus-Chef bedankte sich bei allen, die an ihn geglaubt und ihm zugetraut haben, die bevorstehenden Aufgaben bewerkstelligen zu können. „Ich werde sie auf gar keinen Fall enttäuschen“, sagte er. Er sei auch angetreten, um einen neuen, sachlichen, transparenten und überparteilichen Dialog zu starten. „Ich habe im Zuge der Wahl mal gesagt, es müsste irgendwann mal genullt werden“, erinnerte Stadler. Er appellierte an die anwesenden Politiker, an das zu denken, wofür alle einmal angetreten sind: „Babenhausen besser machen.“

Den Reigen der weiteren Reden begann mit SPD-Fraktionsvorsitzendem Jörg Kurschildgen die Partei des Noch-Bürgermeisters. Er skizzierte den Werdegang Knokes, nachdem er 1999 in Babenhausen heimisch geworden war und seinen Einsatz für die SPD. Mit viel Herzblut, Engagement und Beharrlichkeit habe er als Bürgermeister viel bewegt. Er hinterlasse sichtbare Fußabdrücke. „Und er hat große Füße“, so Kurschildgen.

Die Entlassungsurkunde verlas und überreichte Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser (links) an Noch-Bürgermeister Joachim Knoke.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Heidrun Koch-Vollbracht erinnerte an das Motto ihrer Partei für die laufende Legislaturperiode: „Wandel gestalten“. Für die CDU habe dies auch bedeutet, Neues zu wagen. Damit, den unabhängigen Kandidaten Stadler zu unterstützen, der sie von Anfang an überzeugte, habe die CDU diesen Weg weiter fortgeschritten. Den Wahlerfolg habe Stadler hart erarbeitet und sei mit einer eindrucksvollen Mehrheit schließlich dafür belohnt worden.

Auch Rüdiger Thierolf, Vorsitzender der Freien Wähler Babenhausen, lobte die mutige Entscheidung, als unabhängiger und parteiloser Kandidat anzutreten. „Taten sind Früchte, Worte nur Blätter“, blickte er erwartungsvoll in die Zukunft und hoffte, dass gemeinsam viele Früchte geerntet werden können.

Für die Grünen würdigte Sabine Walz die Arbeit Knokes, der hart gearbeitet, Vieles vorangebracht und sich gegenüber andersdenkenden Mehrheiten hatte behaupten müssen. Seinem Nachfolger Stadler wünschte sie gute Nerven: „Die Erwartungen an die Führungsperson im Rathaus sind gigantisch. Die Bürger wollen mitgenommen werden, immer ein offenes Ohr finden und ihre durchaus widerstreitenden Interessen durchsetzen. Um stets alles gut und austarieren zu können, soll demnächst noch eine Balkenwaage als Geschenk überreicht werden. (Von Norman Körtge)

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