Beerdigungen werden schon bald teurer

Boßwenhain muss warten

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Ab 1. Januar wird es teurer: Für die Kernstadt und die Friedhöfe der Babenhäuser Stadtteile (das Foto zeigt den Friedhof Langstadt) tritt eine neue Gebührenordnung in Kraft.

Babenhausen - Vertagt, verschoben, noch Redebedarf. Die Tagesordnung der Stadtverordneten schnurrte in der letzten Sitzung am Jahresende im Nu zusammen. Über die dicken Brocken wurde am Montag Abend nicht abgestimmt – die stehen erst im neuen Jahr auf der Agenda.

Boßwenhain muss warten – das war gleich zum Auftakt der Parlamentssitzung im Rathaussitzungssaal klar. Bürger, die sich eine politische Weichenstellung erhofften, nachdem mehrere Investoren sich in Stellung bringen, um im Norden Babenhausens zu investieren, wurden vertröstet. Die FDP warnte vor einer Entscheidung über das neue Baugebiet. „Sowohl intern als auch extern wird auf uns Druck ausgeübt“, begründete die FDP ihren Antrag, „zum jetzigen Zeitpunkt abzustimmen wäre fahrlässig“, sagte Manfred Willand von der FDP. Die Union zog mit. Geht es nach dem Willen der Christdemokraten, wird ohnehin abgeplant, was die Stadtväter vor 25 Jahren auf den Weg brachten: Ein Baugebiet im Norden der Stadt.

Der CDU-Antrag, nur im nördlichen Zipfel des Boßwenhains Bebauungspläne für Einzelhandelsansiedlung auf den Weg zu bringen, wird ebenso in den Januar vertagt wie der SPD-Antrag, der eine sukzessive Bebauung der Gesamtfläche in drei bis vier Schritten vorsieht. Die Abstimmung war indes hauchdünn – und nicht unumstritten. Mit einer Ein-Stimmenmehrheit von CDU, Liberalen und dem SPD-Stadtverordneten Adolf Breer wurde der Antrag „Boßwenhain“ samt Ergänzungsanträgen von der Tagesordnung genommen (18 Ja-, 17 Nein-Stimmen), SPD, Grüne und Freie Wähler Babenhausen (FWB) stimmten dagegen. Dass mit dem Votum des CDU-Fraktionsvorsitzenden Stephan Sawallich die eine erforderliche Stimme zum Schicksal des Antrags mit eingebracht wurde, stieß auf Unverständnis. Ob er als unmittelbar Betroffener, da Anlieger, hätte überhaupt abstimmen dürfen? fragte der SPD-Stadtverordnete Jörg Kurschildgen. Ob ein Stadtverordneter abstimmt liege in seinem Ermessen, so legte Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm die Hessische Gemeindeordnung aus (HGO) und fügte hinzu: „Ich bin kein Jurist.“

Mit ins neue Jahr schleppen die Stadtverordneten auch die Entscheidung über ein neues Konzept für die Kindertagespflege. „Wir haben im Haushalt 2019 keinen Euro eingeplant, die 63.000 Euro für das Konzept haben wir nicht!“, begründete Günther Eckert (CDU) seinen Antrag, die Drucksache zurückzuziehen und in die Kita-AG zurückzuverweisen. Der Einwand von Martina Seuß (SPD), durch diese Rochade sei immer noch kein Geld da, die Entscheidung jedoch vertagt, verpuffte. Auch dieser Punkt wurde verschoben.

Bilder: Seebeben in Sickenhofen

Für Bürger wird es im kommenden Jahr teurer: Einhellig entschieden die fünf Fraktionen, die Friedhofsgebühren anzuheben. Ab 1. Januar gilt eine neue Gebührensatzung für die Begräbnisstätten der Kernstadt und ihrer Stadtteile. Beispiel aus der neuen Gebührenordnung: Die Beisetzung in einem Erdgrab ab dem vollendeten fünften Lebensjahr steigt von 944 auf 1075 Euro, an Wochenenden und Feiertagen von 1083 auf 1225 Euro. Teurer wird es auch beim Abwasser, eine entsprechende Änderung der Entwässerungssatzung wurde einstimmig auf den Weg gebracht und ist bereits auf der Homepage der Stadt Babenhausen einzusehen: www.babenhausen.de. (zah)

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