Tannenhof Schaafheim

Viele große Eier: Die Brutsaison der Straußen-Damen ist in vollem Gange

Im Naturnest hat die Straußendame ihre Eier abgelegt.
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Im Naturnest hat die Straußendame ihre Eier abgelegt.

Schon mal mehr als zwei Kilo können die Eier wiegen, die die Straußen-Damen auf dem Tannenhof legen. Die Brutsaison ist dort bereits in vollem Gange.

Schaafheim– So früh wie noch nie hat die Eierproduktion auf der Straußenfarm Tannenhof begonnen. Der kaum vorhandene Winter und die seit Wochen vorherrschenden milden Temperaturen haben bei den Laufvögeln frühzeitig Frühlingsgefühle geweckt und die Paarungszeit eingeläutet. „Fünf Küken sind schon geschlüpft. Ein Brutschrank ist bereits mit gut 75 Eiern belegt, sodass ich nun den zweiten Schrank in Betrieb nehmen muss“, berichtet Farm-Chefin Stephanie Roth. Normalerweise beginne die Brut erst in der zweiten Aprilhälfte. Zirka 42 Tage dauert es, bis sich die Küken durch die Eierschale picken und das Licht der Welt erblicken.

Die gute Nachricht: Die Natur zeigt sich von der Coronavirus-Pandemie und dem deshalb verhängten Stillstand im gesellschaftlichen Leben unbeeindruckt. Letzteres ist es aber, was Roth einige Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Eigentlich hätte im März die Führungssaison über das mehr als fünf Hektar große Areal zwischen Schaafheim und Radheim beginnen sollen. Verbunden mit einem zweitägigen Fest. 

Die ersten Küken haben sich bereits durch die Eierschale gepickt und erleben die ersten Tage unter der Wärmelampe.

Dies alles ist bereits der Virus-Eindämmung zum Opfer gefallen. Etwa 70 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum März 2019 hat sie verzeichnet. „Zum Glück dürfen wir als Direktvermarkter den Hofladen offenlassen“, erzählt Roth. Auch dort hätten sonst viele Führungsbesucher gekauft, die nun nicht gekommen sind. „Ein Ostergeschäft wie in den Vorjahren hat es nicht gegeben“, so Roth. Die von ihr kunstvoll verzierten und bearbeiteten Straußeneier waren gerade zu Ostern begehrt. Auch an den Feiertagen hat der Laden von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zur Angebotspalette gehört dabei natürlich auch Straußenfleisch in Form von Filets, Steaks, fertigen Hamburger-Pattys und Innereien.

Neugierig blickt der Strauß auf die Fingerknöchel von Straußenfarm-Chefin Stephanie Roth.

Das Angebot macht dann auch deutlich, dass die Straußenfarm kein Zoo mit exotischen Tieren ist, sondern ein Zuchtbetrieb, um Fleisch zu produzieren. Zwischen 120 und 150 Kilogramm wiegen die Tiere – etwa 25 Kilogramm Steak und Filet gibt es nach der Schlachtung. Hinzu kommen zehn Kilogramm für Wurst und Innereien. Das Besondere an dem Straußenfleisch: Mit seiner roten Farbe ähnelt es Rindfleisch. Und es stammt zumeist von den großen Oberschenkeln, die unter dem Federkleid verborgen sind. „Brustfleisch wie bei Hühnern gibt es bei den Laufvögeln nicht“, erklärt Roth: „Das Straußenfleisch ist cholesterin- und fettarm. Und es ist Freilandhaltung.“

Im Hofladen von Stephanie Roth gibt es auch  Straußenfleisch zu kaufen.

„Es gibt keine Alternative. Es muss weiter gehen“, sagt Roth zur derzeitigen Krise, die sie im elften Jahr des Straußenfarm-Bestehens erfasst hat und in dem die gelernte Erzieherin und kommunalpolitisch engagierten Schaafheimerin von der SPD für die Bürgermeisterwahl nominiert worden ist. Weiter machen heißt für Roth derzeit vor allem, die derzeit zirka 100 Tiere zu versorgen. Gegen 7.30 Uhr geht es morgens los. Frisches Wasser in die Tröge auf den Weiden fließen lassen und das Futter vorbereiten. Es gibt geschrotetes Getreide und Grünpellets. „Das ist ein echtes Müsli, kein Einheitsbrei“, beschreibt Roth die Nahrungszusammenstellung. Dazu bekommen die Tiere Luzernen-Klee, das die Roths selber anbauen und frisch ernten. Offensichtlich eine Delikatesse, denn die Strauße stürzen sich begierig auf das Grün.

Im Hofladen gibt es neben Straußenfleisch unter anderem auch von Stephanie Roth selbst gemachter Eierlikör.

Die Tiere fühlen sich sichtlich wohl. Ein Beweis dafür ist nicht nur die Brut, sondern auch die Größe der Eier. Gerade erst hat Elani ein 2 083 Gramm schweres Prachtexemplar gelegt, kann Roth berichten: Ein Durchschnitts-Straußenei wiegt 1 500 Gramm.

Außerdem stellt Stephanie Roth Eierlampen von Hand her.

Infos im Internet

straussenfarm-tannenhof.de und auf Facebook.

VON NORMAN KÖRTGE

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