Motto: Für ein vernünftiges Miteinander

Arnd Krug (parteilos) will Bürgermeister in Babenhausen werden

Zieht als Parteiloser in die Kandidatur ums Babenhäuser Bürgermeisteramt: Arnd Krug.
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Zieht als Parteiloser in die Kandidatur ums Babenhäuser Bürgermeisteramt: Arnd Krug.

Wird er Babenhausens neuer Bürgermeister? Arnd Krug steigt als Kandidat in den Kampf ums Rathaus ein. Der Unternehmer ist enttäuscht von der Kommunalpolitik der vergangenen Jahre.

Babenhausen – Er hat kein Parteibuch, doch jede Menge Erfahrung in der Lokalpolitik Babenhausens, viele Ideen für die Entwicklung der Stadt und ihrer Ortsteile und eine Menge Frust über die kommunalpolitischen Entwicklungen der Vergangenheit. Deshalb wirft Arnd Krug jetzt seinen Hut in den Ring um die Wahl zum Bürgermeister am 1. November. Am Montag um 13.15 Uhr reichte er seine Wahlunterlagen nebst 90 statt der 74 benötigten Unterschriften für die Unterstützung seiner Kandidatur im Rathaus ein. Gestern sprach der 59-jährige Unternehmer, der seit 1988 in Babenhausen wohnt und wirkt, mit unserer Zeitung über seine Beweggründe.

Der 1961 in Herborn Geborene tritt als parteiunabhängiger Bewerber an und fordert damit die beiden bislang bekannten Kandidaten, Bürgermeister Achim Knoke und Dominik Stadler, heraus. Am 24. August endet die Bewerbungsfrist, Krug ist gespannt, ob sich noch jemand aus der Deckung wagt. Denn er ist sich sicher, dass nicht nur er enttäuscht ist von der Kommunalpolitik der vergangenen Jahre. Dabei gestaltete er diese als Unionspolitiker und Fraktionsmitglied selbst von 1999 bis 2005 mit. „Als ich mein Mandat niederlegte, gab ich mein Parteibuch zurück“, sagt Krug: „Mit der damaligen Politik war ich nicht einverstanden, auch mit der meiner damaligen Partei.“ Nun sieht er als als geboten an, sich wieder einzumischen, denn „18 Jahre Misswirtschaft und steter Niedergang Babenhausens sind genug“.

„Ich war erstaunt und sehr angenehm überrascht, in nur wenigen Tagen von Bürgern aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen und Ortsteilen Unterschriften für die Unterstützung meiner Kandidatur zu erhalten“, zeigte sich der gelernte Steuerfachangestellte erfreut.

Neben dem Wunsch nach einem Wechsel an der Rathausspitze meint er, die Sehnsucht der Bürgerschaft nach einem wirklich parteiunabhängigen Bürgermeister zu verspüren: „Die Blockadehaltung, dass der amtierende Bürgermeister sich mehr seiner Partei als dem Gemeinwohl der Bürger verpflichtet fühlt, muss auch endlich in Babenhausen der Vergangenheit angehören.“

Er werde sich Gesprächsangeboten der Parteien nicht verweigern, aber jeglichem Versuch, sich von einer Partei abhängig zu machen, eine klare Absage erteilen, sagte Krug. Er glaubt, dass bei der im kommenden März stattfindenden Kommunalwahl die Anzahl der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen sechs Parteien noch zunehmen werde. Gerade dann brauche es eines parteiunabhängigen Bürgermeisters, um die unterschiedlichen politischen Meinungen und Vorstellungen sinnvoll zu bündeln und einer guten Lösung zuzuführen.

Krug, der seit mehr als 30 Jahren mit seiner Familie in Babenhausen wohnt, habe die „leidvolle Erkenntnis gewonnen, dass bisher dem ständigen Gegeneinander höhere Priorität eingeräumt worden“ sei als dem vernünftigen Miteinander. Dies zu ändern, sehe er als eine herausragende Aufgabe eines wirklich parteiunabhängigen Bürgermeisters an.

Als Bürgermeister würde er sich als Vorbild und Ideengeber sehen, der die politische Verantwortung trage. Für die Realisierung – so gibt er sich sicher – verfüge er im Rathaus über ein Team kompetenter und erfahrener Mitarbeiter. Die Qualifikation, Mitarbeiter zu führen, lenken und motivieren, habe er sich als Leiter großer Verwaltungs- und Vertriebseinheiten in der Versicherungsbranche erworben. Krug arbeitete als Sachbearbeiter, Organisationsbeauftragter, Bereichsleiter und Filialdirektor von 1982 bis 1998 in der Versicherungsbranche, bevor er ein eigenes Versicherungsbüro in Babenhausens Amtsgasse eröffnete, das er bis 2013 führte. Dann gründete er sein Transportunternehmen „Vadder und Sohn“, das er bis heute leitet.

„Ich will nicht den häufigen Versuchungen von Kandidaten erliegen, vor der Wahl jedem alles zu versprechen“, beteuert der Kandidat. Diese Politik habe „hausgemacht“ zu der schwierigen Haushalts- und Finanzlage der Stadt geführt. Nicht erst seit Corona gelte für ihn der Grundsatz, „das Notwendige zuerst, das Wünschenswerte dann, wenn es die Finanzlage der Stadt erlaubt“. Nur so sei es möglich, „mit Augenmaß, Sachverstand und Realitätsbewusstsein,auch in schwierigen Zeiten der Bürgerschaft dauerhaft angenehme und zeitgemäße Rahmenbedingungen für ihr Lebensumfeld zu bieten und trotzdem die Belastungen künftiger Generationen in vertretbaren Grenzen zu halten.“

Seine Frau und die beiden Söhne stünden voll hinter seiner Kandidatur, sagt der Kandidat, der hofft, dass auch die Bürgerschaft seiner Intention folgt. Er ist sich indes bewusst, in schwieriger Zeit in eine Bürgermeisterwahl zu gehen, die coronabedingt einem Wahlkampf wesentlich weniger Spielräume lässt. Mit den anderen Kandidaten ums Amt will er sich ins Benehmen setzen, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Große Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen verböten sich, und vom Plakatieren hält Krug, der lieber mit Argumenten ins Feld zieht, nicht allzu viel. (Von Thomas Meier)

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