Nur noch bummeln

Autos und Radfahrer raus: Straße wird zur Fußgängerzone

Zukünftig dürfen durch die Bummelgasse – es handelt sich um den Teil der Fahrstraße, der durch die Altstadt führt – nur noch Anwohner und Anlieferer fahren. Durchgangsverkehr ist genauso verboten wie Radfahren.
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Zukünftig dürfen durch die Bummelgasse in Babenhausen – es handelt sich um den Teil der Fahrstraße, der durch die Altstadt führt – nur noch Anwohner und Anlieferer fahren. Durchgangsverkehr ist genauso verboten wie Radfahren.

Die Bummelgasse in Babenhausen wird ihrem Namen wieder gerecht und zur Fußgängerzone. Einstimmig votierten die Stadtverordneten dafür.

Babenhausen – Die Altstadt von Babenhausen (Kreis Darmstadt-Dieburg) bekommt wieder eine Fußgängerzone. Die sogenannte Bummelgasse – der mit Kopfsteinpflaster versehene Teil der Fahrstraße zwischen dem Zeitschriftenladen „Zettel und Stift“ und der Gaststätte „Hanauer Tor“ – wird für den Durchgangsverkehr geschlossen. Zukünftig dürfen nur noch dazu berechtigte Anwohner und notwendiger Lieferverkehr durch die Straße fahren. Das bedeutet auch, dass dort Parken gänzlich verboten sein wird. Die bislang im so ausgewiesenen verkehrsberuhigten Bereich markierten Parkplätze, zum Beispiel am Rathaus, fallen künftig weg. Einstimmig votierten die Stadtverordneten am Donnerstagabend für den gemeinsamen Antrag des Magistrats und der Fraktionen.

Bummelgasse in Babenhausen bekommt Status zurück

Damit bekommt die Bummelgasse den Status zurück, den sie vor der umfassenden Innenstadt-Sanierung innehatte. Seit 2015 war sie als verkehrsberuhigter Bereich, landläufig als Spielstraße betitelt, durchgängig befahrbar. Daran erinnerte Ortsvorsteher Reinhold Gottstein (CDU). Der Ortsbeirat hatte seinerzeit bereits gefordert, dass „die Bummelgasse wieder zur Bummelgasse wird“.

Als verkehrsberuhigter Bereich ist die Bummelgasse derzeit noch ausgewiesen, in der Schritttempo gefahren werden muss.

Radfahrer müssen in Babenhausen durch Fußgängerzone schieben

Strittig war in der Stadtverordnetenversammlung lediglich, ob in der zukünftigen Fußgängerzone in Babenhausen Fahrradfahrer absteigen müssen – wie im Antrag formuliert –, oder das Fahrradfahren erlaubt sein soll, wie es die Freien Wähler in einem Änderungsantrag forderten. Gerade mit Blick auf ältere Bürger sollte ein „nichtkraftbetriebener Fahrradverkehr im Schritttempo“ erlaubt sein . „Da fall’ ich um“, meinte der fraktionslose Adolf Breer zum Thema Schritttempo, das er als Rentner einfach nicht fahren könne. Er plädierte dafür, besser von „einer angemessenen Geschwindigkeit“ zu sprechen. Mit großer Mehrheit wurde allerdings der FWB-Antrag abgelehnt und im Gegenzug beschlossen, dass Radfahrer demnächst ihr Zweirad durch die Bummelgasse schieben müssen.

Ebenso eine deutliche Mehrheit erhielt der Passus, dass in frühestens einem Jahr eine Bürgerbeteiligung stattfinden soll, um ein Stimmungsbild zur neuen Fußgängerzone einzuholen. Denn mit einer von der Stadt Babenhausen initiierten Onlineumfrage Ende August hatte der ganze Prozess an Fahrt aufgenommen. Das Ergebnis war deutlich gewesen: Von den 676 Personen, die an der Befragung teilnahmen, sprachen sich knapp 83 Prozent für eine Fußgängerzone aus, 16 Prozent wollten die bisherige Situation beibehalten.

Autos in der Bummelgasse in Babenhausen oft zu schnell

Ausgangspunkt dabei war auch gewesen, dass es immer wieder Meldungen über zu viele Fahrzeuge und deren gefahrene Geschwindigkeit in der Bummelgasse gegeben hatte. Auch vor dem Hintergrund, das dort im Sommer Außengastronomie ist. Das Ordnungsamt habe in jüngster Vergangenheit verstärkt den Autoverkehr im verkehrsberuhigten Bereich im Auge gehabt, heißt es in der Sachdarstellung des Antrages. (Von Norman Körtge)

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