Corona

Babenhausen rechnet mit mindestens zwei Millionen Euro weniger

Babenhausen rechnet aufgrund der Corona-Krise mit Verlusten in Millionenhöhe.
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Babenhausen rechnet aufgrund der Corona-Krise mit Verlusten in Millionenhöhe.

Babenhausen muss aufgrund der Corona-Krise mit großen finanziellen Einbußen rechnen. Die Kämmerei-Leiterin Corinna Pirang sieht die Lage dennoch entspannt - das Land Hessen soll Zuschüsse leisten.

Babenhausen - Die Corona-Krise beutelt auch den städtischen Haushalt. Kämmerei-Leiterin Corinna Pirang geht derzeit von mindestens etwa einer Millionen Euro weniger bei der Gewerbesteuer und Einbußen zwischen 1,2 und 1,8 Millionen Euro bei der Einkommenssteuer aus.

Dass sie dennoch noch relativ entspannt auf die finanzielle Situation blickt, ist einem Corona-Zuschuss des Landes Hessens geschuldet. 1,76 Millionen Euro beträgt diese pauschale Zuweisung. Gespannt blickt sie allerdings auf das im September zu Ende gehende dritte Quartal und das abschließende Quartal. Zum einen, wie sich die Pandemie in diesen Monaten auf die Zahlen auswirkt, aber auch bereits im Hinblick auf das kommende Jahr. Denn der Haushalt für 2021 will aufgestellt werden.

Dafür erwartet Pirang Ende September erste Orientierungsdaten vom Land. Sie geht davon aus, dass der Bürgermeister den Haushaltsentwurf frühestens nach den Herbstferien der Stadtverordnetenversammlung vorlegen kann. Ein möglicher Termin wäre damit der 5. November und damit nach der auf den 1. November terminierten Bürgermeisterwahl. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Grundsteuer B erhöht werden muss, ist groß. Bereits bei der Verabschiedung des Haushaltes für das laufende Jahr hatten die Lokalpolitiker auch ein Haushaltsicherungskonzept beschlossen, das eine dahingehende Absichtserklärung enthält, wenn sich die Finanzlage nicht ändert.

Für Pirang stellt sich darüber hinaus die derzeit nicht beantwortbare Frage, wie sich die coronabedingten Steuereinbrüche und der Zuschuss auf die Zuteilungen in den Folgejahren auswirken werden: „Wo und wann müssen wir dafür bluten?“ Letztendlich hänge die Antwort auch vom Gesetzgeber, also dem Land und dem Bund, und zusätzlichen Finanzmitteln ab.

Für das zurückliegende Jahr kann die Finanz-Fachfrau ebenfalls Zahlen nennen. Im ordentlichen Ergebnis steht ein Verlust von 636 569 Euro zu Buche. Die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer betrugen 1,8 Millionen Euro, was auch auf einer Rückzahlung – an Continental – zurückzuführen ist. Der Finanzmittelstand beträgt sechs Millionen Euro und es wurden keine Kassenkredite benötigt. Durch die Immobilienverkäufe habe es einen Finanzpuffer gegeben. Auch habe die Haushaltssperre Wirkung gezeigt. 400 000 Euro sind bei Personal-, Sach- und Dienstleistungen eingespart worden.

Pirang hofft, dass sie auch im laufenden Haushaltsjahr ohne Kassenkredite auskommen kann. „Ich halte die Luft an“, sagte sie dazu auf Nachfrage.

Von Norman Körtge

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