Schule in der Pandemie

Schulöffnung trotz Corona: Alle Abläufe mit Sicherheitsvorkehrungen verbunden

Die Markwaldschule in Langstadt ist die einzige der drei Grundschulen Babenhausens, die keinen Wechselunterricht macht, sondern alle Kinder in der Schule unterrichten kann. weil es eine kleine Schule ist und sie die Markwaldhalle mitnutzen darf.
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Die Markwaldschule in Langstadt ist die einzige der drei Grundschulen Babenhausens, die keinen Wechselunterricht macht, sondern alle Kinder in der Schule unterrichten kann.

In Babenhausen starteten die Grundschulen mit Wechselunterricht. Klar ist: Schul-Normalität ist ein relativer Begriff.

Babenhausen – Eine Woche Neustart mit Wechselunterricht liegt hinter den drei Babenhäuser Grundschulen, der Schule im Kirchgarten in der Kernstadt, der Bachwiesenschule in Hergershausen und der Markwaldschule in Langstadt. Trotz Bedenken wegen der wieder steigenden Infektionszahlen ist da viel Gutes dabei: Die Kinder sehen ihre Lehrer und Klassenkameraden zumindest die Hälfte der Schulzeit und erfahren wieder direkte Unterstützung und Ermutigung beim Lernen.

„Die Kinder sind glücklich, wieder in der Schule zu sein, und das Arbeiten in der Klasse ist durch die halbierte Schülerzahl viel effektiver als sonst“, so die Erfahrung von Silke Schulz-Mandl, Leiterin der Schule im Kirchgarten, in der 370 kleine Babenhäuser und Harreshäuser wegen des Abstandsgebots jetzt in halbierten Klassen im täglichen Wechsel unterrichtet werden. Wenn die eine Hälfte der Klasse mit Abstand und Maske im Klassenzimmer büffelt, lernt die andere Hälfte zuhause mit Arbeitsaufträgen.

Dieses Modell mit dem tageweisen Wechsel habe im Vergleich zum wöchentlichen Wechsel der Gruppen den Vorteil, dass die Lehrer ihre Schüler in kürzeren Abständen zu Gesicht bekommen. „Man kann so sofort nachsteuern, wenn Probleme auftauchen“, so Schulz-Mandl. Die Eltern seien grundsätzlich froh über die Wiederöffnung der Schule, einige wenige hätten die Maskenpflicht kritisiert. „Aber das ist alternativlos“, so Schulz-Mandl, die täglich eine Notbetreuung für durchschnittlich 20 Kinder, die auch in der schulfreien Zeit nicht zuhause bleiben könne, auf die Beine stellt.

Babenhausen: Alle Abläufe in Schulen mit Sicherheitsvorkehrungen verbunden

So ist vergangene Woche wieder mehr Normalität in das Leben der Grundschüler und ihrer Eltern eingekehrt. Wobei der Begriff „Normalität“ in der Pandemie ein relativer ist. Denn alle Abläufe in den Schulen sind mit Sicherheitsvorkehrungen verbunden. Anders als vor Weihnachten herrscht jetzt auch für die Grundschüler sowohl im Unterricht als auch während der Pausen durchgehend Maskenpflicht und die Regel, 1,50 Meter Abstand zueinander zu halten. An allen drei Grundschulen sind die Pausenhöfe in Bereiche für einzelne Klassen eingeteilt, die sich nicht vermischen dürfen und auch beim Essen wird auf eine Trennung der Gruppen geachtet. Die Nachmittagsbetreuung ist an keiner der drei Schulen im Moment ganz ausgelastet.

Die AHA-Regel immer und überall zu kontrollieren und anzumahnen gehört zu den Zusatzaufgaben, die die Lehrer jetzt stemmen müssen. Ebenso wie das Lüften der Klassenzimmer und das Organisieren von sicheren Maskenpausen. Das vielleicht Entscheidende ist: „Die Kinder machen es wunderbar und akzeptieren die Regeln. Außerdem sind sie sehr flexibel, denn es gab ja schon verschiedene Modelle, wie Schule im zurückliegenden Jahr organisiert war“, sagt Schulz-Mandl. „Das ist wirklich eine Herausforderung für die Kinder, die Lehrkräfte und Schulleiter, dass wir uns seit einem Jahr immer wieder auf neue Unterrichtsmodelle einstellen und sie organisieren müssen“, findet Sylvia Kraffczyk, die Leiterin der Bachwiesenschule, an der 165 kleine Hergershäuser und Sickenhöfer als halbierte Klassen im täglichen Wechsel die Schulbank drücken. Das Modell werde von den Eltern sehr positiv angenommen, sagt Kraffczyk, die 40 Kinder in der Notbetreuung hat.

Schulen in Babenhausen: Freiwilligen Schnelltests für das komplette Personal

Ein völlig anderes Bild bietet die Markwaldschule in Langstadt, wo trotz Abstandsregel alle Kinder gleichzeitig in der Schule unterrichtet werden können. Möglich ist dieser Präsenzunterricht für alle, da Schulleiterin Birgit Schulmeyer sich bereits im Dezember beim Magistrat um eine Genehmigung bemüht hat, die direkt gegenüber der Grundschule liegende Markwaldhalle als zusätzlichen Klassenraum nutzen zu dürfen. Dazu kommt die geringe Schülerzahl von 104 Kindern, die auch in Normalzeiten in überwiegend kleinen Klassen unterrichtet werden. „Der zweite und der vierte Jahrgang sind zweizügig, wodurch die Klassen nur zwischen 13 und 16 Schülern zählen. Das geht auch mit Abstand wie bisher im Klassenraum“, so Schulmeyer. Die mit 20 Kindern etwas größere erste Klasse wird in der Markwaldhalle gemeinsam unterrichtet und die dritte Klasse, die größte mit 23 Kindern, ist als einzige halbiert und auf zwei Räume im Schulgebäude aufgeteilt.

Mehr Sicherheit bringen in Langstadt auch die freiwilligen Schnelltests, die die Schule jetzt jeden Mittwoch für das komplette Personal, also auch Sekretärinnen, Hausmeister und andere, anbietet. „Wir haben eine Hausarztpraxis aus Groß-Umstadt dafür gewinnen können. Das ging vergangenen Mittwoch recht schnell. Für 23 Tests haben wir eine Stunde gebraucht. Wenn darunter jetzt ein positiver gewesen wäre hätte der Arzt auch gleich noch einen sichereren PCR-Test gemacht“. (Von Petra Grimm)

Nach einem Corona-Fall in einer Schule in Babenhausen wurden Mitschüler und Lehrkräfte des Oberstufengymnasiums getestet.

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