Bereits erste Bilder in der Topothek

Digitales Fotoalbum für alle Babenhäuser 

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85 Bilder sind in der Topothek Babenhausen bereits eingestellt. Die Startseite  bietet einen Überblick. Wer auf eines der Fotos klickt, erhält eine Großansicht inklusive Infos und der Blickrichtung. Gezielt suchen die Stadt und der Heimat- und Geschichtsverein auch Aufnahmen aus der jüngeren Vergangenheit.

Babenhausen – Das Gedächtnis der Stadt befindet sich hinter den Wänden des altehrwürdigen Burgmannenhauses in der Sackgasse. Dort ist das Stadtarchiv mit Dutzenden laufenden Metern Aktenregalen und tausenden Fotos untergebracht. Von Norman Körtge

Wer es anschaulicher mag, für den öffnen sich dreimal in der Woche die Türen des Territorialmuseums in der Amtsgasse. Wer unabhängig von Öffnungs- und Tageszeiten und womöglich gemütlich auf der heimischen Couch liegend auf eine historische Foto-Entdeckungsreise gehen möchte, für den bietet sich seit Kurzem das Internetportal Topothek Babenhausen an.

Das Beispiel zeigt die Ecke der Platanenallee mit der Fahrstraße im Jahr 2006: Der Schlecker-Markt ist Geschichte, das Sparkasse-Gebäude mit der heutigen Architektur an der Stadtmauer exisitiert noch nicht.

Für Holger Köhn und Christian Hahn vom Babenhäuser Büro für Erinnerungskultur ist dieses digitale Fotoalbum ein elementarer Baustein für das vor einem guten Jahr gestartete Projekt „Erinnerung einer Stadt“. Dabei werden Zeitzeugen über ihre Erinnerungen – vor allem an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie der Nachkriegsjahre – interviewt, damit dieses Wissen nicht verloren geht. Von Anfang an sei der Wunsch da gewesen, diese Interviews für alle zugänglich zu machen, berichtet Hahn. Bei der Suche nach einer geeigneten Online-Plattform sei man auf die vom österreichischen Verein Icarus angebotene Topothek gestoßen. Auf Initiative von Köhn und Hahn bewarb sich die Stadt beim Hessischen Staatsarchiv in Marburg um eine Topotheken-Lizenz, die fünf davon im vergangenen Jahr erworben hatte. Mit Erfolg.

Bis allerdings die ersten Audio-Dateien der Zeitzeugen-Interviews dort zu hören sein werden, wird es noch etwas dauern, bittet Köhn um Verständnis, da das Aufbereiten und Zusammenschneiden der teilweise anderthalbstündigen Mitschnitte zeitaufwendig ist. Aber Bildmaterial können autorisierte Internetnutzer bereits hochladen, mit Schlagworten und Informationen versehen. Um den Stamm an Topothekaren zu erweitern, wird am Samstag eine Schulung angeboten.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Neben der Manpower sind die Stadt und der Heimat- und Geschichtsverein um Vorsitzenden Georg Wittenberger aber vor allem auf die Babenhäuser angewiesen, die Fotos aus den vergangenen Jahrzehnten zur Verfügung stellen. Dabei gehe es nicht nur um jahrzehntealte schwarz-weiß Fotos, sondern gerne auch um aktuelle Bilder. Etwa Stadtansichten ohne Neubaugebiete in Hergershausen. Allzu oft ist das eigentlich Interessante nicht im Vorder-, sondern im Hintergrund. So gibt es wahrscheinlich in etlichen Fotoalben Aufnahmen von Familienmitgliedern, die in so nicht mehr existenten Straßenzügen oder vor Gebäuden stehen.

Infos im Internet unter babenhausen.topothek.de

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