DLRG-Ortsverband Babenhausen

Ein Jetski für die DLRG Babenhausen: Auf den Namen „Dugong“ getauft

Auf den Namen „Dugong“ tauften der Technische Leiter der Babenhäuser DLRG Stefan Boller (links) und die Vorsitzende Juliane Lautenschläger den neuen Rettungs-Jetski. Jörg Schöpp (rechts) von der Sparkasse überreichte eine Spende von 500 Euro für das noch benötigte Board, das zum Transport der zu rettenden Menschen angehängt wird.
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Auf den Namen „Dugong“ tauften der Technische Leiter der Babenhäuser DLRG Stefan Boller (links) und die Vorsitzende Juliane Lautenschläger den neuen Rettungs-Jetski. Jörg Schöpp (rechts) von der Sparkasse überreichte eine Spende von 500 Euro für das noch benötigte Board, das zum Transport der zu rettenden Menschen angehängt wird.

Mehr als 10000 Euro investiert der DLRG-Ortsverband Babenhausen um Vorsitzende Juliane Lautenschläger in ein neues Wasser-Rettungsfahrzeug: einen Jetski.

Babenhausen – Mit den Worten „Allzeit gute Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und einem ordentlichen Guss aus der Champagnerflasche – wie es sich gehört – taufte der Babenhäuser Ortsverband der DLRG am Samstag beim Sommerfest sein neues Wasserfahrzeug. Der Rettungs-Jetski, der als Einsatzmittel einer Hilfsorganisation korrekterweise als Rescue Water Craft (RWC) bezeichnet wird, wurde bereits im Januar bei der Wassersportmesse in Düsseldorf gekauft.

„Durch die Corona-Pandemie hat sich alles ein wenig verzögert und wir konnten den fertig beklebten Jetski im Mai bei dem Händler in Itzehoe abholen. Im Juni war es dann endlich so weit und unsere Bootsführer konnten das RWC auf dem Main einfahren. Der erste offizielle Einsatz wird auf dem Sickenhöfer See beim Moret-Triathlon sein, sofern dieser wie geplant im September stattfindet“, sagte Stefan Boller, der Technische Leiter des 109 Mitglieder zählenden Ortsverbands, der auch die Champagnerflasche köpfte und gemeinsam mit der Vorsitzenden Juliane Lautenschläger das 102 PS starke und 75 Stundenkilometer schnelle Gefährt taufte.

Der Name „Dugong“ bleibt nicht zwingend in Erinnerung, war für die Rettungsschwimmer aber naheliegend, wie Boller erläuterte: „Unser Hochwasserrettungsboot trägt den Namen ‘Manatee’, wobei es sich um eine Rotschwanzseekuh handelt. Deshalb wollten wir auch dem neuen Einsatzmittel eine Namen aus der Familie der Seekühe geben. So sind wir auf den Namen Dugong gekommen, was eine Gabelschwanzseekuh ist“.

Die Kosten von rund 10 000 Euro hat der Verein selbst gestemmt. Für die Anschaffung eines jetzt noch benötigten Boards, das man an den Jetski anhängt, um die zu rettende Person auf dem Wasser transportieren zu können, wird jetzt gespart. Dieses Board wird 3 000 Euro kosten. So waren die Lebensretter erfreut, dass die Sparkasse Dieburg 500 Euro und die Volksbank 200 Euro beisteuerten. Jörg Schöpp von der Sparkasse kam auch zur Taufe, um den symbolischen Spendenscheck zu übergeben.

Nötig geworden war die Anschaffung, da das 1987 in Dienst gestellte Schlauchboot verschlissen war. Bei den Gesprächen im Vorstand über die Ersatzbeschaffung habe sich dann herauskristallisiert, dass ein neues Schlauchboot eigentlich nicht das optimale Gerät für die Einsatzgebiete an den Baggerseen in der Region ist, sagte Boller. „An den Nord- und Ostseeküsten werden Jetskis bereits erfolgreich für den Wasserrettungsdienst eingesetzt. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr schnell sind und durch die Antriebsart, also die fehlende Schiffsschraube, das Verletzungsrisiko viel niedriger ist. Da sie keinen Tiefgang haben, sind sie auch im Flachwasser, wie an unsere Baggerseen, perfekt geeignet“.

Einsatzgebiet für den Jetski wird primär der Sickenhöfer See, wo die DLRG bei verschiedenen Veranstaltungen regelmäßig Wachdienste versieht. „Wir unterstützen aber auch anderen DLRG-Ortsgruppen bei Veranstaltungen“, sagte Lautenschläger, die mit ihrer Truppe während des ganzen Sommers, jedes Wochenende für Sicherheit am Königsee in Zellhausen sorgt. Dort ist seit Jahren das Haupteinsatzgebiet der Babenhäuser, das in diesem Jahr wegen der Pandemie aber erst ab Juli mit Wachdiensten betreut wurde. Zum Dank für dieses Engagement überreichte Jens Kretzschmar, der Leiter des Eigenbetriebs Campingplatz und Badeseen Mainhausen, in dessen Bereich auch der Königsee Zellhausen fällt, eine Spende für ihre Jugendarbeit.

DLRG-Vorsitzende Juliane Lautenschläger ehrte – mit Sicherheitsabstand – Kay Pirnbaum (links) für 25 Jahre Mitgliedschaft und den früheren Vorsitzenden Dieter Sähring, der seit 60 Jahren dabei ist.

Wegen der Corona-Regeln sei die „Seesaison doch sehr speziell gewesen“, sagte Lautschläger. Sie nannte die Zusammenarbeit mit Security-Mitarbeitern oder auch den begrenzten Zugang der Badegäste zum See. Sorgen habe sie sich zunächst gemacht, als die Badeinseln wegen möglicher Menschenansammlungen auf ihnen verboten wurden. Denn es seien ja Sicherheitsinseln, auf denen Schwimmer, die sich überschätzt haben, ausruhen können. Es habe alles gut geklappt, „aber die Stimmung am See war in diesem Jahr einfach anders“.

Die eigenen Kinder-Schwimmkurse sind nach dem Lockdown Ende Juni mit strengen Sicherheitskonzepten wieder angelaufen. „Aber unsere Erste-Hilfe-Kurse und die Rettungsschwimmkurse finden wegen des engen Körperkontaktes noch nicht statt“, so die Vorsitzende.

Neben der Taufe standen auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf dem Programm. Kay Pirnbaum erhielt für 25 Jahre Treue und der frühere Vorsitzende Dieter Sähring für 60 Jahre eine Urkunde, Ehrennadel und ein Geschenk. In Abwesenheit wurden Nathalie Knappe für zehn Jahre, Gudrun Pfeifer für 25 Jahre und Karl-Heinz Unkroth für 65 Jahre geehrt. (Von Petra Grimm)

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