Schwimmbad-Investitionsprogramm

Fördermittel fürs Freibad Babenhausen

Nicht nur die Ankerkette der „Jenny“ im Freibad ist rostig. In der Bauausschuss-Sitzung bezeichnete FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil das ehemalige Küstenmotorschiff als „Rostbunker.“
+
Nicht nur die Ankerkette der „Jenny“ im Freibad Babenhausen ist rostig. In der Bauausschuss-Sitzung bezeichnete FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil das ehemalige Küstenmotorschiff als „Rostbunker.“

Das Freibad der Stadt Babenhausen könnte vom Förderprogramm SWIM des Landes Hessen profitieren. Nachteil: Um in den Genuss zu kommen, muss die Stadt selbst ordentlich investieren. Und: Das marode Planschbecken fällt nicht unter die Förderrichtlinien.

Babenhausen - 250 000 Euro für ein neues Dach, 250 000 Euro für das Erneuern der Haustechnik, gegebenenfalls mit Solaranlage, sowie weitere 370 000 Euro für ein generelles Erneuern der Umkleiden und der WC-Anlagen – macht zusammen mindestens 870 000 Euro. Das ist die Summe, die von der Stadtverwaltung nach einer einer Grobschätzung in das marode Freibadgebäude investiert werden müssten. Dass der Magistrat nun gerade jetzt diese Aufstellung den Stadtverordneten vorliegt, hat einen triftigen Grund. Und der heißt SWIM.

Die Abkürzung steht für Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm des Landes Hessen. Das lockt mit Fördermitteln, die die Investitionssumme für die Stadt auf etwa 609 000 Euro senke würde. Immer noch viel Geld für das klamme Babenhausen.Das ist einer von drei Gründen, warum am Dienstagabend in der Bauausschuss-Sitzung ob der zumindest beabsichtigten Förderzusage niemand Freudenschreie ausstieß. Der zweite: Das marode Planschbecken, das weiter oben auf der Prioritätenliste steht, fällt nicht unter die Förderbestimmungen. Der dritte: Um überhaupt weiter im Fördergeld-Rennen zu bleiben, muss „unverzüglich ein Verfahren zur Vergabe der Ingenieurleistungen durchgeführt werden und die Planungen durchgeführt werden“.

Dem Wunsch des Magistrats, dass die Stadtverordneten die benötigte Investitionssumme im Haushaltsplan für 2021 zur Verfügung stellen sollen, wollten die Lokalpolitiker allerdings noch nicht folgen. So forderte CDU-Fraktionsvorsitzenden Stephan Sawallich zum einen, dass erst der Gesamthaushalt 2021 betrachtet werden müsse. Zum anderen möchte er einen Überblick über den gesamten Investitionsbedarf für das Freibad haben. Auch FWB-Fraktionschef Wolfgang heil sah es ähnlich. Man könne die Entscheidung „nicht losgelöst von der wirtschaftlichen Situation“ fassen. Letztendlich sei es eine Frage, ob sich die Stadt das derzeit überhaupt leisten könnte angesichts zu erwartetender Einnahmerückgänge durch die Coronavirus-Pandemie, vor allem bei der Gewerbesteuer. Auch er erwartet eine Gesamtübersicht mit Zahlen zur Planschbeckensanierung – in der Sitzung wurde eine Summe von 450 000 Euro genannt – sowie den Korrosionsschutz für das als Technikgebäude genutzte Küstenmotorschiff „Jenny“. Heil bezeichnete den Kutter als „Rostbunker“.

Der finanziellen Situation bewusst, hat der Magistrat in seinem Antrag bereits eine abgespeckte Variante genannt. Von den erwähnten drei, förderfähigen Punkten ist aus baufachlicher Sicht nur das neue Dach zwingend erforderlich, um die Gebäudesubstanz zu erhalten. Die anderen beiden Arbeiten dienen vorrangig einer besseren Wirtschaftlichkeit und erhöhen den Komfort und die Barrierefreiheit für die Badegäste. (Norman Körtge)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare