„Digitaler Abschiedsgruß“

Förderschullehrer Manfred Nodes in den Ruhestand verabschiedet

+
Nach der Melodie von Udo Jürgens „Mit 66 Jahren“ sang das Kollegium der Edward-Flanagan-Schule ein auf Manfred Nodes (im Vordergrund und ovales Bild) gemünztes Abschiedslied. Schulleiter Peter Baumann hatte ihm zuvor bereits die Urkunde des Landes Hessen überreicht, die ihn in den Ruhestand entlässt.

Babenhausen - Im vergangenen Jahr hat die Edward-Flanagan-Schule 40-jähriges Bestehen gefeiert. Untrennbar ist diese Zeit mit Förderschullehrer Manfred Nodes verbunden. Der Babenhäuser ist seit 36 Jahren im Kollegium und nun in den Ruhestand verabschiedet worden. Von Norman Körtge 

„Opa muss dann mal arbeiten gehen“ – mit dieser Aussage seines Enkels Max hatte Manfred Nodes zu seiner Abschiedsfeier an der Edward-Flanagan-Schule eingeladne. Dahinter verbarg sich kindliche Logik, wie Nodes in seiner Rede berichtete. Denn für den Enkel, der nach den Sommerferien eingeschult wird, stand fest, dass wenn Opa mit der Schule aufhört, dieser nun Arbeiten gehen müsse. So wie es eben nach dem Ende der Schulkarriere üblich ist.

Diese ist bei Nodes lang. Auf die Zeit als Schüler in Gelsenkirchen-Buer folgten Studium, Zivildienst in der Hochschulgemeinde, Referendariat und die vergangenen 36 Jahre als Förderschullehrer an der Flanagan-Schule. Daran erinnerten gleich zwei Schulleiter. Zum einen der aktuelle – Peter Baumann –, der nicht nur die Entlassungsurkunde überreichte, sondern größtenteils in Reimform den nun Ruheständler auf die vielfältigen auf ihn zukommenden Aufgaben als Rentner vorbereitete. Zum anderen Baumanns Vorgänger und jetzige stellvertretende Schulamtsleiter Dieter Eitel. „Ohne dich wäre das so hier nicht gelaufen“ , sprach er über die 1980er Jahre – „in der Zeit des Aufbruchs“ – als unter anderem sie beide für die Eigenständigkeit der Schule kämpften: „Du warst immer für die Schule da“, sagte Eitel, der auch an die Mitbegründung des Fördervereins durch Nodes erinnerte.

Was die Mitglieder mit ihrem nun Ex-Kollegen verbinden, zeigte ein gut 20-minütiger digitaler Abschiedsgruß mit selbst gedrehten Videosequenzen. Zu sehen war vor allem immer wieder eine Szene. Völlig verzweifelte und mit den Nerven fertige Pädagogen, die vor einem Laptop oder Computer sitzend zum Telefon greifen und Nodes anrufen. Der 64-Jährige war für das Kollegium der Computerexperte schlechthin und so oft Retter in der Not. Dass er aber auch mehr als eben nur jener Medienexperte war, fasste eine Kollegin zusammen: „Ein äußerst kompetenter Kollege, aber vor allem auch ein Mensch.“

Bilder

Manfred Nodes erwähnte in seiner Abschiedsrede das afrikanische Sprichwort, wonach es für die Erziehung eines Menschen ein ganzes Dorf brauche. „Für mich heißt das auch: Eine gute Schule braucht die Unterstützung ihrer Eltern, der Vereine, der Stadt, eines Umfeldes, das ihre Ziele mitträgt und ermöglicht. Zu dieser Vernetzung wollte ich beitragen, auch als Kommunalpolitiker.“ Er übte auch Kritik. Vor allem daran, dass Lehrer „all die Defizite einer Gesellschaft ausbügeln sollen, die unsozial wird, Gewaltspiele schick findet, die Konkurrenz über alles stellt und immer neue ökonomische Ungleichheit fördert.“ Dies würde Lehrer einfach überfordern.

„Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, kann es auch nicht zu Ende sein“, sagte Manfred Nodes zum Abschluss seiner Rede.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare