Kreishaus-Neubau

Babenhausen fordert Dieburg heraus: Wer gewinnt das Rennen um das Landratsamt?

Südlich (links, Konversionsfläche) wie nördlich (rechts) der B26 sieht der Babenhäuser Bürgermeister Joachim Knoke potenzielle Standorte für den Neubau des Kreishauses des LADADI, in dem mehr als 1 000 Menschen arbeiten würden.
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Südlich (links, Konversionsfläche) wie nördlich (rechts) der B26 sieht der Babenhäuser Bürgermeister Joachim Knoke potenzielle Standorte für den Neubau des Kreishauses des LADADI, in dem mehr als 1 000 Menschen arbeiten würden.

Jetzt bewirbt sich auch Babenhausen um das Landratsamt des Kreises Darmstadt-Dieburg. Bewerbung blieb zuerst ein Geheimnis.

  • Wer gewinnt das Rennen um das Landratsamt?
  • Babenhausen wirft Hut in den Ring
  • Mitbewerber sind Dieburg und Eppertshausen

Babenhausen – Nach Dieburg und Eppertshausen hat nun auch Babenhausen seinen Hut in den Ring geworfen. Die Stadt ganz im Osten des Kreises kann sich auch vorstellen, den Neubau und damit mehr als 1 000 Arbeitsplätze auf ihrer Gemarkung anzusiedeln, wenn der Umzug aus dem maroden Kreishaus in Darmstadt-Kranichstein ansteht.

Babenhausen steigt ein ins Rennen um Landratsamt des Kreises Darnstadt-Dieburg

Dies dürfte zwar frühestens Ende der 2020er Jahre der Fall sein, doch ist seit ein paar Tagen die Phase vorüber, in der die Kreiskommunen beim der Verwaltung ihr Interesse an einer Ansiedlung hinterlegen sollten. Dieburg hatte bereits vor einigen Wochen den Anfang gemacht; im Dezember folgte Eppertshausen; nun hob auch Babenhausen den Finger. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigen sowohl Landrat Klaus Peter Schellhaas als auch der Babenhäuser Bürgermeister Joachim Knoke (beide SPD).

Die Dieburger äußerten ihr Interesse nach Bekanntwerden des Vorhabens, das neue Kreishaus nicht mehr in Darmstadt, sondern auf Landkreis-Gebiet zu bauen (Darmstadt ist eine kreisfreie Stadt, liegt aber zentral zwischen der Ost- und Westhälfte des Kreises), am schnellsten und machten ihre Absicht auch transparent. 

Stadt Babenhausen nennt auf 26 Seiten seine Vorzüge

Auf 26 Seiten, die unserer Zeitung vorliegen, beschreiben sie die Vorzüge der Gersprenzstadt: die relativ zentrale Lage im Landkreis, den Fakt des schon in der Stadt befindlichen zweiten (kleineren) Landratsamts, die gute Erreichbarkeit dank B26 und B45 und bald eine verfügbare, ausreichend große Fläche im Süden Dieburgs. Dort soll auf sieben Hektar Fläche ein neues Wohn- und auf 18 Hektar ein neues Gewerbegebiet geschaffen werden. 

Innerhalb dieses Geländes favorisiert die Stadt einen Standort nördlich des toom-Baumarkts und direkt an der Klein-Zimmerner Straße, also nahe dem (im Volksmund) „Kaufland-Kreisel“ genannten Kreisverkehrsplatz. Dort seien auch schon die Eigentumsverhältnisse geklärt, gehöre der Boden mittlerweile der Stadt.

Babenhausen: Interesse am Landratsamt des Kreises Darnstadt-Dieburg erst geheim

In Eppertshausen hatte Bürgermeister Carsten Helfmann seine Bewerbung im Dezember in der letzten Gemeindevertreter-Sitzung des Jahres öffentlich gemacht. Babenhausen hielt sein Interesse bislang noch geheim.

„Es gibt dazu auch noch keinen Magistratsbeschluss“, sagt Rathaus-Chef Knoke. Der nach den Vor- und Nachteilen einer Kreishaus-Ansiedlung gefragt auch gleich zugibt: „Man muss der Wahrheit die Ehre geben: Geografisch liegen wir am Rand des Kreises. Deshalb sind wir realistisch genug um zuzugeben, dass wir nicht so zentral liegen wie Dieburg.“

Babenhausen: Bürgermeister sieht Pluspunkte für Stadt im Rennen um Landratsamt

Dennoch sieht Knoke einige Pluspunkte, die für Babenhausen sprächen: „Wir haben mehrere geeignete Flächen entlang der B26“, sagt er und nennt konkret den historischen Teil der Konversionsfläche sowie auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße das Merin-Gelände sowie ein angrenzendes Grundstück. „Außerdem spricht für uns, dass wir in Babenhausen einen Kreuzbahnhof haben.“ Zwar seien die Wege – etwa aus Westkreis-Kommunen wie Griesheim oder Seeheim-Jugenheim – nach Babenhausen relativ weit. „Mit dem Online-Zugangsgesetz wird es künftig aber nicht mehr so oft nötig sein, persönlich ins Kreishaus zu kommen.“

VON JENS DÖRR

Für den Neubau des Bettenhauses an der Kreisklinik in Groß-Umstadt hat der Kreistag Darmstadt-Dieburg eine Kostensteigerung gebilligt. 

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