Bald ist es soweit

Die Freibadsaison startet - Mit QR-Code und in Schichten

Dalila Kahl

Bald soll es soweit sein – die Freibadsaison startet. „Wir stehen parat“, sagt Betreiberin Dalila Kahl. Jetzt muss nur die Technik mitspielen.

Babenhausen – Jungfräulich wird das Babenhäuser Schwimmbad nicht sein, wenn es – hoffentlich – nächsten Mittwoch, 1. Juli, erstmals in dieser Saison für das breite Publikum seine Pforten öffnet. Denn bereits am vergangenen Montag konnten die Mitglieder der Schwimmabteilung des Turnvereins Bahnen entlang der „Jenny“, dem ehemaligen Küstenmotorschiff, ziehen. So etwas wie ein Testlauf.

„Wir stehen parat“, sagt dann auch Schwimmbadbetreiberin Dalila Kahl. Das Corona-Hygienekonzept für das Freibad stehe, mit der Stadt habe es in den vergangenen Tagen mehrere Abstimmungsgespräche gegeben, berichtet Kahl, die nun nur noch auf das endgültige Signal wartet.

Auch Bürgermeister Joachim Knoke hofft, dass das Schwimmbad heute in einer Woche öffnet. Eigentlich hätte es am Sonntag, 10. Mai, passieren soll, doch dann kam der pandemiebedingte Shutdown. Voraussetzung für die Öffnung ist nun allerdings auch, dass das Online-Buchungssystem sowohl im Internet als auch am Schwimmbadeingang funktioniert. Denn fest steht, dass Tickets für das Freibad online erworben werden müssen, da der Zugang limitiert ist, und um Schlange stehen an der Kasse zu vermeiden. Wie Knoke berichtet, habe die Stadt zu Wochenbeginn die Voraussetzungen am Eingans-Drehkreuz geschaffen, damit dort ein Scanner installiert werden kann, der einen QR-Code lesen kann. Funktioniert alles, müsse nur noch das auf dem Smartphone gespeicherte Ticket – oder eben die auf Papier ausgedruckte Karte – davor gehalten werden, um ins Schwimmbad zu kommen. Wie der Rathaus-Chef auf Anfrage weiter berichtet, werde es nur eine zeitlich eng gefasste Online-Vorverkaufszeit geben. Zum einen, um zu verhindern, dass das Freibad schnell und auf Dauer ausgebucht sei, zum anderen, um einem eventuellen Schwarzmarkt für Schwimmbadtickets vorzubeugen.

Nach derzeitiger Planung geht Knoke davon aus, dass es für jeden Tag jeweils vier Schichten à zwei Stunden geben wird. 140 Badegäste dürfen pro Schicht in das Schwimmbad. Nach den jeweils zweistündigen Slots wird das Bad für eine halbe Stunde geschlossen und gereinigt, bevor die nächste Badeschicht beginnen kann. Allerdings kann sich Knoke auch vorstellen, dass es am Wochenende längere Slots gebe. Das müsse aber die Praxis zeigen.

Schwimmbad-Chefin Kahl ist von dem Schicht-Modell überzeugt, zumal sie im bereits geöffneten Schwimmbad in Dreieich bereits gute Erfahrungen damit gesammelt hat. „Ich bin total happy“, erzählt sie davon, dass das dortige Konzept gut angenommen werde. Wie bereits berichtet, wird in Babenhausen sowohl der Sprungturm als auch die Breitwasserrutsche geschlossen bleiben. Darüber hinaus werden aus hygienischen Gründen auch die Warmwasserduschen und die Kleiderspinde gesperrt bleiben, wie Kahl mitteilt. „Das Plansch- und Nichtschwimmerbecken sowie der Schwimmerbereich sind geöffnet“, so Kahl. Letzterer werde in vier Bereich eingeteilt. Sie sei klar eine Befürworterin davon, die maximal zulässige Zahl an Badegästen an der verfügbaren Wasserfläche und nicht an der Größe der Liegefläche festzumachen. „Sonst müsste man bei 35 Grad die Schwimmbecken mit einem Bauzaun einzäunen, um den Zugang zu reglementieren“, meint sie. Wegen der Hygienemaßnahmen geht sie auch von einem höheren Personalbedarf aus. In den halbstündigen Pausen zwischen den Schichten werden unter anderem alle Griffe der Wasserleitern desinfiziert sowie der Umkleidebereich komplett gereinigt. „Die Sicherheit und die Hygiene stehen bei uns an oberster Stelle“, bekräftigt Kahl, die auch bereit sei, das Bad über den August hinaus bis in den September offen zu lassen.

Wie der Ticketpreis für die Zweistundenschichten sein werde, darüber wird der Magistrat in seiner heutigen Sitzung befinden. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte sich der Magistrat dafür die Erlaubnis geholt, von der gültigen Gebührensatzung, die für das Tagesticket vier Euro vorsieht, abweichen zu dürfen.

Der Beschluss dafür viel zwar einstimmig, vorausgegangenen war allerdings eine längere Diskussion. Während FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Willand Details zur Schwimmbaderöffnung vermisste, ging es seinem CDU-Kollegen Stephan Sawallich vor allem um die finanziellen Auswirkungen Er sprach von einem „Blankoscheck“ und dass das Thema eigentlich in den Finanzausschuss gehört hätte. Er akzeptiere aber, dass wegen der Kurzfristigkeit dieser Weg gegangen werde müsse und schloss mit einer Aussage in Richtung Bürgermeister: „Öffnen Sie das Schwimmbad.“

Auch FWB-Fraktionschef Wolfgang Heil pochte darauf, den Blick auf die Finanzen nicht zu verlieren, während CDU-Abgeordnete Monika Heinlein vehement dafür eintrat, dass Freibad vornehmlich den Babenhäusern zur Verfügung zu stellen, da diese letztendlich mit ihren Steuern das Bad auch finanzieren.

Bürgermeister Knoke wies darauf hin, dass das Freibad schon immer defizitär sei, und stellte aber aufgrund der geäußerte Kritik auch mehrere Modellrechnungen vor, die – nicht verwunderlich – allerdings aufgrund fehlender Erfahrungen reine Schätzungen blieben. Die Forderung, dass Freibad nur für Babenhäuser zu öffnen, bezeichnete Knoke als „einen hehren Gedanken“, den er aber nicht für umsetzbar hält. „Das Schwimmbad ist für das Allgemeinwohl da. Und das hört an der Stadtgrenze nicht auf“, sagte er im Nachgang zu der Sitzung.

VON NORMAN KÖRTGE

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