Bauern fühlen sich bedroht

Bauernprotest an der B26: Landwirte machen erneut auf ihre Anliegen aufmerksam

Entlang der Bundesstraße 26 zeigten am Freitagabend Landwirte aus der Region erneut Flagge und demonstrierten für ihre Interessen.
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Entlang der Bundesstraße 26 zeigten am Freitagabend Landwirte aus der Region erneut Flagge und demonstrierten für ihre Interessen.

 „Unsere Anliegen sind in der Öffentlichkeit angekommen“, ist sich Johannes Monath nach der jüngsten Protestaktion entlang der Bundesstraße 26 sicher.

Babenhausen - Der Junglandwirt aus Langstadt schließt das aus den Reaktionen von vorbeifahrenden Autofahrern, aber auch der breiten Zustimmung, die er und seine Mitstreiter nach der ersten Protestaktion im Dezember (wir berichteten) erfahren haben. „Ich denke, viele haben verstanden, dass wir nicht gegen Klima-, Insekten- und Grundwasserschutz sind“, sagt er. Und dass die von der Politik geplanten Auflagen dafür auch nicht geeignet seien. Unter anderem die neue Düngemittelverordnung.

Mit etwa 25 Traktoren standen am Freitagabend wieder Landwirte aus Babenhausen und den Stadtteilen, Schaafheim, Münster sowie Kleestadt an der B26. Die Protestaktion gehörte zu etlichen im Bundesgebiet: Zum Start der „Grünen Woche“ blockierten Hunderte Traktoren die Berliner Innenstadt, in Mainz versammelt sie sich vor den Gebäuden des ZDF.

Die Landwirte aus Babenhausen und Umgebung wollen weiter mit den Bürgern im Gespräch bleiben beziehungsweise es auch gezielt suchen. Demnächst solle es an einer zentralen Stelle ein Mahnfeuer geben, an der der Dialog möglich sein wird.

Auf Höhe von Hergershausen standen Bauern aus Langstadt und Kleestadt zusammen.

Monath verweist in seiner Argumentation auch auf die aktuelle Meldung des Deutschen Wetterdienstes, dass die Böden immer noch sehr trocken sind, und wenn es nicht mehr regne, den Landwirten das dritte schlechte Erntejahr in Folge drohen könnte.

Der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln in der Bundesrepublik sei in den vergangenen Jahren bereits immer weiter zurückgegangen und es sei vermehrt importiert worden, sagt Monath. Neben der Trockenheit würden neue Auflagen weitere landwirtschaftliche Existenzen gefährden, wodurch der Selbstversorgungsgrad noch weiter fallen könnte.

VON NORMAN KÖRTGE

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