Bewohner freuen sich auf Einzug

Wohnen an der Stadtmauer: Diakonie eröffnet Haus für Menschen mit Behinderung

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Blick von der Dachterrasse aus dem dritten Obergeschoss: Zu sehen sind die Stadtmauer und im Hintergrund der Breschturm und das Burgmannenhaus.

„Jaaaaa!“ – voller Inbrunst beantwortet Heiko Babel, ob er sich darauf freue, dass er in den nächsten Tagen in die Fahrstraße 62 einzieht.

Babenhausen – Der ursprünglich aus Jügesheim stammende junge Mann gehört zu den 17 Menschen mit Behinderung, die den direkt an der Stadtmauer gelegenen Neubau auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände beziehen werden. Etwa 2,5 Millionen Euro hat die Stiftung Nieder-Ramstädter-Diakonie (NRD) investiert, um das von der May-Firmengruppe schlüsselfertig errichtete Gebäude nun beziehen zu können, wie NRD-Vorstand Christian Fuhrmann berichtet.

Am Dienstagnachmittag hatte die NRD zu einem Tag der offenen Tür geladen, bevor Ende Mai die Bewohner einziehen werden – in sieben Wohnungen, verteilt auf vier Stockwerke. Alle sind rollstuhlgerecht ausgestattet und für mobilitätseingeschränkte Menschen durch einen Aufzug zu erreichen. Neben einem Einzelapartment gibt es Wohngemeinschaften für zwei und vier Personen.

Die Wohn- und Esszimmer in den Wohnungen (oben) sind großzügig gestaltet. Ebenso die Badezimmer (unten). Einige haben auch eine Badewanne.

Den schönsten Ausblick werden dabei die vier Bewohnerinnen des Penthouses haben. Wer auf der Dachterrasse steht, dessen Blick schweift über die Altstadtdächer und bleibt an so markanten Punkten wie dem Kirchturm der Stadtkirche, dem Wasser- oder Breschturm hängen. Die Küchenzeilen in den Apartments sind bereits eingebaut, in den geräumigen Wohnzimmern stehen Couchgarnituren. „Da können die zwei Jungs sogar Partys feiern“, meint ein Langstädter, dessen Bruder zu den beiden zukünftigen Bewohnern der Wohnung gehören wird. „Hier werden sie sich richtig wohlfühlen“, meint er. Alle Wohnungen haben Terrasse oder Balkon.

Der Langstädter ist einer von mehreren ehemaligen Babenhäusern, die nun wieder an ihrem alten Wohnort sesshaft werden können, wie Wohnverbundsleiterin Bettina Grünewald berichten kann. Sie ist auch zuständig für das im Herbst 2017 eröffnete Haus in Groß-Zimmern und die voraussichtlich Anfang 2020 bezugsfertig sein werdende Einrichtung in Dieburg. Mit den dezentralen Wohnmöglichkeiten werden die früheren Wohnplätze im Heim am NRD-Ursprungsstandort in Mühltal ersetzt. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg werden von der NRD 284 Menschen mit Behinderung stationär und 167 im ambulanten Wohnen betreut.

15 Mitglieder stark sein wird das von Corinna Huppert angeführte Team, das in Babenhausen im Schichtdienst für die 17 Bewohner im Alter zwischen 20 und 76 Jahren zuständig sein wird. Rund um die Uhr. Die Betreuungstätigkeit sei dabei ganz unterschiedlich. Die Selbstständigkeit steht im Vordergrund. Helfen und unterstützen bei Dingen im Haushalt – etwa beim Frühstück machen oder Wäsche waschen – , aber eben auch körperliche Pflege gehören zu den Aufgaben des Betreuungsteams.

Neben dem Leben in der jeweiligen Wohngemeinschaft wird im Erdgeschoss für die älteren künftigen Bewohner eine Tagesbetreuung angeboten. Auf dieser Etage befindet sich auch die Senioren-WG. Zusätzlich gibt es im zweiten Stockwerk einen Gemeinschaftsbereich, der allen Bewohnern zur Verfügung steht.

Von Norman Körtge

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