Drechseln statt 3D-Druck

Zu Besuch im Atelier von Holzkünstler Martin Fleischmann

Ein Besuch beim Harreshäuser Holzkünstler Martin Fleischmann lohnt sich immer – dank seines anscheinend unerschöpflichen Ideenreichtums.
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Ein Besuch beim Harreshäuser Holzkünstler Martin Fleischmann lohnt sich immer – dank seines anscheinend unerschöpflichen Ideenreichtums.

Ein Besuch beim Harreshäuser Holzkünstler Martin Fleischmann lohnt sich immer – dank seines anscheinend unerschöpflichen Ideenreichtums.

Harreshausen – „Aurora“ heißt die filigrane Holzkunst mit hypnotischer Wirkung, die im Flur von Martin Fleischmann hängt. Denn sie ist kein starres, sondern ein schnell bewegendes Kunstwerk: eine kinetische Skulptur. 

Edles für den Schreibtisch: Nach Holzkugelschreibern fertigt Fleischmann nun auch Füllfederhalter.

Wenn der Harreshäuser die im Zentrum befindliche Feder aufzieht und die Sperrklinke löst, beginnen die beiden Flügelelemente mit den darin verbauten winzigen Neodym-Magneten in jeweils entgegengesetzter Richtung zu rotieren: Durch die ständig sich verändernden Bewegungen entstehen immer wieder neue kaleidoskopartige Muster, die den Betrachter regelrecht in ihren Bann ziehen. Dreieinhalb Stunden beträgt die Laufzeit: ohne Strom oder Batterie.

Was für Fleischmann allerdings noch viel wichtiger ist: Es ist reine Handwerkskunst. Kein 3D-Drucker, kein Laser- oder CNC-Verfahren, sondern Drechselbank, Dekupiersäge und viel Können. Drechseln ist schon eine Kunst für sich, aber wer sich die in der Harreshäuser Werkstatt entstandenen formschönen Füllfederhalter anschaut, der weiß schnell, dass ein echter Könner am Werk war. Nachdem er im vergangenen Jahr bereits mit einer edlen Holz-Kugelschreiberserie auf sich aufmerksam machte (wir berichteten), hat er sich nun mit den Füllern einem weiteren Schreibwerkzeug gewidmet. Die aus edlen Hölzern gefertigten und mit hochwertigen Federn versehenen Füller sind jedenfalls etwas für Liebhaber der Handschrift.

Eine kinetische Wandskulptur hat Holzkünstler Martin Fleischmann nachgebaut.

Fleischmann, der an der Edward-Flanagan-Schule die AG „Holz und Design“ anbietet, widmet sich aber auch gerne und immer wieder der originären Holzskulpturen. Eine davon ist „From The Underworld“. Entstanden ist sie aus dem Rest eines Fachwerkbalkens, der bei der Sanierung des Künstlerhauses in der Dorfstraße übrig geblieben ist. Aus dem spröden und kantigen Eichenholz hat er eine Figur mit vielen Rundungen geschaffen und die tiefen Risse mit Goldfarbe hervorgehoben.

Dass dem Künstler langweilig wird, ist unwahrscheinlich: „Ich habe noch viele Idee.“ Und die Ergebnisse möchte er nach längerer ausstellungsfreier Zeit auch mal wieder öffentlich präsentieren. " design-formart.de

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