Dreck unter Fingernägeln

Schulaktion: Drittklässler ernten Kartoffeln auf dem Lilienhof

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Mehrere Eimer voll mit Kartoffeln ernteten die Drittklässler innerhalb kurzer Zeit.

Wie ein hungriger Heuschreckenschwarm stürzt sich gestern Morgen eine Kinder-Meute auf das kleine Feld des Lilienhofes am Langenbrücker Weg. Mit dem Ergebnis, dass am Ende keine kahl gefressenen Pflanzen, sondern Eimer voller Kartoffeln zu bestaunen sind.

Babenhausen - Was die Drittklässler der Schule im Kirchgarten in den Tagen zuvor im Unterricht über die Knollenfrucht erfahren hatten, konnten sie nun bei einem Feldversuch im wahrsten Sinne des Wortes vertiefen. Dreckige Fingernägel waren unausweichlich, nachdem sie mit bloßen Händen in den vier Erdwällen nach Kartoffeln gewühlt hatten.

Bevor die Grundschüler aufs Feld durften, erzählte ihnen Lilienhof-Betreiberin Claudia Waltinger, dass sie zum einen die Kartoffelsorten Marabel, Quarta und Annabelle angepflanzt hat, und zum anderen, dass direkt daneben Zwiebeln wachsen. Die beiden Pflanzen würden sich gegenseitig Schädlinge vom Leib halten, berichtete sie. Außerdem zeigte sie den Schülern, wie sie am besten nach den Kartoffeln graben sollen.

Viel Spaß bei der Kartoffelente hatten die Kinder der Schule im Kirchgarten.

Und dann konnte es auch schon losgehen. „Ist die groß“, freute sich etwa Pauline, die eine besonders große Knolle aus der Erde zog. „Oh, ist die klein“, rief ein Junge, der eine gerade mal erbsensgroße Kartoffel in seiner Handfläche betrachtete. Innerhalb kürzester Zeit füllten sich die Eimer und Kübel mit den Erdäpfeln. Auch Landwirt Jürgen Rademer machte sich ein Bild von den fleißigen Erntehelfern. Obwohl die mehr als 80 Kinder auf engsten Raum – der Kartoffelacker misst etwa 50 Quadratmeter – am Wühlen und Sammeln waren, gab es keinen Streit, wie Lehrerin Claudia Weiland zufrieden feststellte. Das sei auf dem weitläufigen Schulhof oft anders, sagte sie mit Augenzwinkern.

Lilienhof-Betreiberin Claudia Waltinger (vorne) zeigte den Kindern, wie sie in den Erdwällen nach den Kartoffeln graben müssen.

In den zurückliegenden Tagen hatten sich Drittklässler mit der Feldfurcht auseinandergesetzt. Unter anderem, wie sie wächst, dass sie einen krautigen Pflanzenwuchs oberhalb der Erde und dass sie eine Schale hat. Bis zu den Herbstferien bleibt die Kartoffel Thema im Unterricht, wie Lehrerin Weiland berichtet. So werde noch mit Jod die Stärke in den Kartoffeln nachgewiesen und zum Abschluss gibt es noch ein gemeinsames Kartoffelessen.

Norman Körtge

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