Sand- und Kies-Werk „Kaspar Weiss“ sondiert Ausbaupläne

Babenhausen: 17 Hektar Wald sollen für Kiesabbau fallen

Das hat die Firma Kaspar Weiss vor: Die auf A befindlichen Anlagen und Lagerflächen sollen auf C (5,1 Hektar) verlegt werden, damit A abgebaggert werden kann. Auf B (2,1 Hektar) soll ein Absetzbecken angelegt werden. Im D-Bereich (6,6 Hektar) soll bis auf einen 20 Meter breiten Streifen in der Mitte – dort verläuft eine Pipeline – Sand und Kies abgebaut werden. Auf E (zwei Hektar) soll bis zum Rand der bestehenden Rahmenbetriebsplangrenze (weiß gestrichelte Linie) Sand und Kies abgebaut werden, später auch auf F (2,1 Hektar). Die Flächen B, C und F möchte das Unternehmen zusätzlich von der Stadt pachten. Zur Orientierung: Am unteren Bildrand verlauft die B26 nach Stockstadt, links am Rand ist der Haselsee zu sehen. Grafik: NKÖ/Stadt Babenhausen

Seit 1974 baut das im unterfränkischen Goldbach beheimatete Sand- und Kies-Werk „Kaspar Weiss“ im Osten Babenhausens Rohstoffe ab. Genauer gesagt „In den Fuchslöchern“, wie die Gemarkung unweit der B26 am Ortsausgang Richtung Stockstadt heißt.

Babenhausen – Ein großer und ein kleiner Seen zeugen vom Quarzsand- und Kiestageabbau. Und wenn es nach dem Willen der Unternehmensführung geht, sollen diese größer werden, um an weitere Rohstoffvorräte zu kommen.

Geschäftsführer Peter Weiss stellte am Dienstagabend im Bauausschuss die Pläne vor. Etwa 17 Hektar Wald, das entspricht ungefähr der Größe von 34 Fußballfeldern, sollen dafür gerodet werden. Alles auf städtischem Grund und Boden, den das Unternehmen zusätzlich zum bereits gepachteten Areal pachten möchte – und der außerhalb der 2005 gezogenen Grenzen des Rahmenbetriebsplanes (in der Grafik die weiß-gestrichelte Linie) liegt. Dementsprechend müssen Genehmigungen im vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahren eingeholt werden.

Babenhausen: Planungen für Kiesabbau noch am Anfang

Dass sich die Planungen noch in einem frühen Stadium befinden, zeigte sich daran, dass noch kein Pachtzins festgesetzt und auch noch keine Zustimmung von Hessen Forst eingeholt worden ist. „Wir wollten als erstes die Stadt als Besitzer fragen, ob sie dazu bereit ist“, erklärte Weiss zu Nachfragen aus den Reihen der Lokalpolitik. Für den Standort spreche, dass bereits die Infrastruktur aufgebaut sei und es als Vorranggebiet für den Abbau ausgewiesen ist. Außerdem diene der Rohstoffabbau der Versorgung im Rhein-Main-Gebiet.

FDP-Politikerin Anja Geißler und CDU-Fraktionsvorsitzenden Stephan Sawallich ging es unter anderem um die Frage, auf welchen Ausgleichsflächen Wiederaufforstungen stattfinden werden, da in Babenhausen solche nicht zur Verfügung stehen.

Debatte im Stadtparlament

FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil wollte wissen, wie der zeitliche Rahmen und generell die Perspektive aussehen. Er befürchtet, dass wenn die nun in der Diskussion befindlichen Flächen abgearbeitet sind, weitere Waldgebiete abgeholzt werden. „Ist das der Start für Größeres?“, fragte er. Peter Weiss erklärte dazu, dass er von einem Zeithorizont von 16 bis 18 Jahren ausgeht. Weitere Planungen gebe es bislang nicht. Wie aus dem Antrag hervorgeht, sollen jährlich 500 000 Tonnen Quarzsand gefördert werden.

Der Ortsbeirat Harreshausen, in dessen Zuständigkeitsbereich das Sand- und Kieswerk liegt, gab sein Okay für die Pläne. „In gewisser Weise handelt es sich um Arrondierungen“, sagte Ortsvorsteherin Heidrun Koch-Vollbracht (CDU), die das Unternehmen bislang als „sehr zuverlässigen Partner“ wahrgenommen habe. Grundsätzliche Zustimmung kam vonseiten der SPD und der FDP. Abgestimmt wurde der Antrag im Bauausschuss nicht, da wegen neuer Fraktionsgrößen die Stimmenverteilung noch nicht geregelt worden ist.

Die nächste öffentliche Stadtverordnetenversammlung ist am Donnerstag, 26. September.

Schon seit Jahren wird in Langen über den Kiesabbau diskutiert, eine Klages des Bundes für Umwelt und Naturschutz blieb bei Gericht liegen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite zum Kiesabbau.

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