Kreuzkröte hat schon neue Heimat

Kasernenkonversion: Abrissarbeiten laufen, Biotop entsteht

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Blick durch ein entkerntes Kasernenhaus auf einen dahinter befindlichen Schutthaufen.

 „Wir sind weiter mit Vollgas dabei“ – Markus Aumann von der Kasernenkonversionsgesellschaft und seine Mitstreiter halten das Tempo bei der Entwicklung des neuen Wohngebietes mit dem Namen „Kaisergärten“ hoch. Auch wenn zuletzt der Zeitplan ein wenig stockte.

Babenhausen – Zumindest, wenn es um den Bebauungsplan für das ehemalige Kasernengelände geht. Eigentlich sollte dieser noch vor der Sommerpause in der Stadtverordnetenversammlung beraten, diskutiert und verabschiedet werden. Doch das zusätzliche Einholen von Gutachten, unter anderem zur Lärmemission entlang der B26, haben diese Zielvorgabe scheitern lassen. Im August wird aber wahrscheinlich auch hier wieder Fahrt aufgenommen.

Von Stillstand ist seit Monaten sowieso keine Spur. Die Abrissarbeiten gehen deutlich voran, etliche der im südöstlichen Bereich von den Amerikanern errichteten Wohnhäuser sind bereits den Erdboden gleich gemacht worden oder werden derzeit entkernt. Wie Aumann jüngst in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und Kasernenausschusses sowie des Ortsbeirates der Kernstadt berichtete, hat auch das vorgesehene Biotop bereits Form angenommen, in dem Tiere wie die Kreuzkröte ein geschütztes Refugium haben werden.

Außerdem habe sich der Gestaltungsbeirat konstituiert und erste Vorverträge mit für an Grundstücken interessierten Unternehmen, sowohl für Gewerbeflächen als auch für das Wohnquartier, sind unterzeichnet worden. Ebenso gab es weitere Abstimmungen mit dem Denkmalschutz, wie etwa der Wasserturm in die Bebauung eingepasst werden kann.

In Sachen Energieeffizienz hat sich die Kasernenkonversionsgesellschaft zur Unterstützung Experten des Stuttgarter Unternehmens Transsolar mit ins Boot geholt. Wie Aumann berichtet, gehe es dabei zum Beispiel um die Ausrichtung von Hausdächern, damit Fotovoltaikanlagen ihren optimalen Nutzen entfalten können oder auch Tageslicht bestmöglich genutzt werden kann. Auch achten die Fachleute aus Baden-Württemberg darauf, dass in Straßenzügen oder auf öffentlichen Plätzen unangenehme Windtunneleffekte vermieden werden, die der Aufenthaltsqualität schaden würden.

Eine planungsrechtliche Hürde nehmen die „Kaisergärten“ höchst wahrscheinlich in der kommenden Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 27. Juni, ab 19.30 Uhr. Ohne Gegenstimme – bei Enthaltungen von FWB-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Heil und dem fraktionslosen Adolf Breer – stimmten die Ausschüsse und der Ortsbeirat für die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Offenlage. Zuletzt gab es noch einige redaktionelle Fehler auszubessern, wie ein falsches Symbol im Bereich der geplanten Nahversorger und bei Jahreszahlen.

Derweil laufen auch die Planungen für die Not-Kita auf dem Kasernengelände auf Hochtouren. Wie CDU-Politikerin und Sozialausschussvorsitzende Monika Heinlein berichten konnte, gebe es einen Gesellschafter für die dreigruppige Einrichtung, die im Boarding-House unterkommen wird. So scheint auch alles darauf hinaus zu laufen, dass sowohl die Interims-Kita als auch die zukünftige „Kaisergärten“-Kita von einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) betrieben werden kann. Wie berichtet, hatten die Stadtverordneten Anfang Mai beschlossen, den Betrieb auszuschreiben oder diesen einer noch zu gründenden gGmbH zu übertragen. Die Kosten für die Interims-Kita werden von der Stadtverwaltung auf 260. 000 Euro geschätzt. Start soll nach Möglichkeit im August sein.

VON NORMAN KÖRTGE

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