Eröffnung der Freibadsaison

Reichlich Kuchen für Unerschrockene

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Sieht voller aus als es ist: Rund 20 Unerschrockene sprangen am Sonntag zur neuen Freibadsaison bei recht kühlen Außentemperaturen ins Wasser.

Mit acht Grad war die Lufttemperatur am Sonntagmorgen ziemlich frisch. Einige Spaziergänger und Jogger zogen sich sogar Mütze und Handschuhe über.

Babenhausen – Da passten die Attribute „couragiert“, „schneidig“, „verwegen“ oder „unerschrocken“ auf die die rund 20 Schwimmer, die sich zur Eröffnung des Freibads gleich um 9 Uhr ins Wasser begaben. Für jene die zögerten, machte Kurt Schäfer als jahrelanger Frühschwimmer und als neuer Vorsitzender des Förderverein Mut: „Hier drinnen ist es angenehmer als draußen. Wer nicht reinkommt, ist selbst Schuld“, meinte er zu den 22 Grad im Becken. Politischen Beistand gab es von Stadtrat Reinhard Rupprecht und Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg. Letzterer wagte mit Schäfer den Eröffnungssprung ins erfrischende Nass.

Vor allem Senioren zogen die ersten Bahnen, viele davon Dauerkarteninhaber, die die nächsten Monate täglich im Bad vorzufinden sind. Der jüngste Schwimmer am Sonntagmorgen hieß Tian Gottschalk. „Mein Papa arbeitet, meine Schwester schläft und meine Mutter spielt Tennis“, sagte der Zehnjährige zur bestmöglichen Option, mit der Tante zum Baden zu gehen. Zum Muttertag hatte sich der Förderverein den Anreiz einfallen lassen, dass jede Frau ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee kostenfrei erhält. Mit sechs selbst gebackenen Kuchen war eine gute Grundlage vorhanden. Alle Kuchenschnitten lagen allerdings deutlich über der Zahl der erschienen Mütter.

Obwohl klar war, dass kein großes Geschäft zu machen ist, hatte auch Kioskbetreiber Gerhard Büchner geöffnet. „Das gehört sich einfach am ersten Tag. Zudem liefere ich den Kaffee für die Mütter“, sagte er. Laut Büchner sei das Wetter vor drei Jahren genauso unattraktiv gewesen wie gestern. Damals habe man warmen Apfelwein getrunken.

Wenige Meter weiter an der Kasse blickte Heinrich Siebenschuh ebenfalls auf eine ruhige Schicht. Wie unberechenbar das Wetter ist, machte er am letzten Jahr fest. Damals sei es zur Eröffnung am 1. Mai kühl gewesen, während um den 12. Mai 20 Grad, und damit das genaue Gegenteil von derzeit vorherrschten.

Der Förderverein hatte für alle Mütter zum Muttertag ein kostenfreies Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee versprochen. Fotos:

Besonders herzlich fiel die Begrüßung von Schwimmbadbetreiberin Dalila Kahl mit den Gästen aus: Es wurde gedrückt und umarmt, dazu familiäre Ereignisse aus den Wintermonaten erzählt. Nach den Querelen der letzten Jahre um ihre Zukunft und die des Bades müsste Kahl eigentlich die Lust auf ihre Arbeit in Babenhausen vergangen sein. Doch weit gefehlt: „Das tolle Verhältnis zu den Gästen bewog mich immer zum Weitermachen. Dazu kommen viele aus meinem Team von hier“, sagt sie. Allen voran Dennis Scheuermann, der seit zehn Jahren dabei ist und seine Aufgabe als Bademeister und Betriebsleiter im heimischen Bad erlernte. Deutlich kürzer, genauer seit einem Monat, ist Kurt Schäfer Vorsitzender des Fördervereins. Wie er anführte, habe er sich in die Aufgaben bereits gut eingearbeitet. Trotzdem bedürfe es noch einiger Zeit, bis sich nach dem Rücktritt von weiten Teilen des bisherigen Vorstands das neue Team eingespielt habe. Ob es auch in Zukunfts Events wie ein Nachtschwimmen gibt, lässt er noch offen. Sicher sei jedoch ein Familienschwimmtag, der in Kooperation mit dem TV stattfindet. Dieser biete auch wieder Schwimmkurse an. Ferner könnte eine ganz besondere Idee des Fördervereins zum Tragen kommen: Unter dem Titel „Babenhausen schwimmt“ hat man einen Wettbewerb vor Augen, bei dem die Meter im Bad addiert und mit Preisen belohnt werden. „Das muss aber alles noch anlaufen“, sagt Schäfer.

Wie die vorgestellten Gedankenspiele zeigen, hat der neue Vorstand seine Aufgabe bereits verinnerlicht: Diese lautet, möglichst viele Leute ins Bad zu holen und für die Attraktivität der Einrichtung zu werben.

VON MICHAEL JUST

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