SV SICKENHOFEN Fußballfeld nach Platzwart benannt

Zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb genommen

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Franz Weihert und „sein“ Fußballplatz: Eines der beiden Rasenfelder des SV Sickenhofen trägt nun den Namen des Platzwartes. Das Schild schenkte der Verein dem Hans-Dampf-in-allen-Gassen zum 75. Geburtstag.

In der Fußball-Saison 2019/20 ist die zweite Mannschaft des SV Sickenhofen schon dreimal nicht angetreten. Jetzt ist der D-Ligist aus dem Spielbetrieb genommen wurde.

Sickenhofen – Eine Entwicklung, die sich bereits in der Sommerpause abzeichnete, als den Babenhäuser Stadtteil-Klub 20 Spieler verließen.

Noch im Mai blickten die Sickenhöfer recht zuversichtlich in die Zukunft ihres Aktiven-Fußballs. Die erste Mannschaft hatte den Klassenerhalt in der B-Liga gesichert, die zweite Mannschaft nahm Kurs auf die C-Liga. Am letzten Spieltag stolperte der SVS II aber, verspielte den Direktaufstieg und konnte sich anschließend auch in den Relegationsspielen nicht durchsetzen.

In der Sommerpause kam es zu einer Reihe von Abgängen, denen sich Ende Juni – also kurz vor Ende der Wechselfrist – noch einmal eine ganze Mannschaftsstärke anschloss. Intern hatten sich diverse Meinungsverschiedenheiten so hochgeschaukelt, dass es zwei Lager gab und eins davon dem Verein geschlossen den Rücken kehrte. Darunter war auch Jorge Sampaio, der die zweite Mannschaft als Trainer sichtbar entwickelt hatte und zur neuen Runde die erste Mannschaft übernehmen sollte. Die coacht nun Rafal Josefus, der laut dem SVS-Vorsitzenden Christian Hockemeyer ursprünglich als Zweitmannschaftstrainer eingeplant war. „Ich bin froh, dass Rafal uns nicht hängen lässt“, sagt Hockemeyer.

Auf die vielen Abgänge, von denen ein Großteil zu Viktoria Schaafheim und zum TSV Harreshausen wechselte, konnten die Sickenhöfer angesichts der teils späten Entscheidungen personell kaum noch reagieren. „Von unserer letztjährigen ersten Mannschaft ist keiner mehr da“, so Hocke-meyer.

Dies hatte zur Folge, dass das letztjährige D-Liga-Team – beziehungsweise, was auch von ihm noch übrig ist – jetzt die erste Mannschaft in der B-Liga stellt. Weshalb der aktuell letzte Tabellenplatz nicht verwundert. Nur am ersten Spieltag gelang ein Remis gegen den TSV Lengfeld II, seither verloren die Sickenhöfer alle Partien. Am Sonntag beim 0:5 gegen Viktoria Dieburg hätte es gut und gern zweistellig enden können.

Sportlich dürfte der Weg des SV Sickenhofen bis nächsten Sommer in die C-Liga Dieburg führen. Langfristig kann Hockemeyer derzeit jedoch kaum planen. Im nur noch 120 Mitglieder zählenden Sportverein fehlen im Alltagsgeschäft die Helfer. Zur Kerb bekam der SVS kürzlich noch einmal 30 anpackende Personen zusammen; der Großteil der sonstigen Arbeit bleibt momentan aber am Vorsitzenden und am nimmermüden Platzwart und SVS-Kümmerer Franz Weihert hängen. Ihm zu Ehren – Weihert wurde im Frühjahr 75 und kümmert sich seit einem halben Jahrhundert leidenschaftlich ums Sportgelände an der B26 – benannte der Verein seinen Nebenplatz kürzlich in „Franz-Weihert-Arena“ um.

Ausschließlich dieser kleinere der beiden Rasenplätze wird momentan noch für Training und Spiele genutzt. Außer dem einen Aktiventeam gibt es nur noch eine Altherrenmannschaft; Junioren-Fußball gibt es beim SVS, dessen Fusion mit Germania Babenhausen vor wenigen Jahren vor allem wegen dem Nein einiger wichtiger Personen im Germania-Lager scheiterte, nicht mehr.

Während es sportlich schwierige Zeiten für die Sickenhöfer sind und die Arbeit mittlerweile klar erkennbar auf zu wenigen Schultern lastet, existieren dennoch auch Lichtblicke. „Unsere recht junge Tischtennis-Abteilung ist gut dabei, stellt inzwischen zwei Mannschaften im Spielbetrieb“, sagt Hocke-meyer. Den vom Sturm Fabienne umgerissenen Ballfang hat man ersetzt, auf den umgeknickten Flutlicht-Mast kann man verzichten und behilft sich mit den fünfen, die der Sturm im vergangenen Herbst verschonte. Am Vereinsheim hat der SVS einen kleinen Raum zum Kiosk umgebaut, und neben der Franz-Weihert-Arena liegen Steine: „Da wollen wir demnächst zwei Häuschen für die Auswechselspieler mauern.“ 
VON JENS DÖRR

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