"Eine Kita zum Wohlfühlen"

Interimslösung der Kita wird von gemeinnütziger GmbH betrieben

Im Erdgeschoss des ehemaligen Boardinghouse (das U-förmige Gebäude links oben) wird die Interims-Kita eingerichtet. Der Wasserturm steht als Landmarke unter Denkmalschutz. Foto: Häsler

60 weitere Betreuungsplätze soll die Interimskita auf dem Kasernengelände noch in diesem Jahr bieten.

Babenhausen – Über den Fortgang des mehr als sportlichen Vorhabens im Ringen um mehr Kitaplätze berichtete Monika Heinlein (CDU) am Mittwochabend im Fachausschuss Soziales, Bildung und Sport.

Pädagogische Fachkräfte und ein paar Steckdosen: Das trennt den Betreiber der neuen Einrichtung vom Eröffnungstermin. In dem Südflügel des ehemaligen Boardingshouse der US-Amerikaner sind inzwischen die Handwerker vorgerückt. Dort soll die dreigruppige Einrichtung entstehen und das hohe Defizit von rund 160 fehlenden Kindergartenplätzen abfedern.

Es geht voran: Die Baugenehmigung für den Umbau der Bestandsimmobilie liege vor, so Beate Lüders. Die Butzbacherin, studierte Erziehungswissenschaftlerin, langjährige Fachbereichsleiterin Soziales der Stadt Butzbach und inzwischen selbstständige Beraterin, erläuterte im Ausschuss das Raumkonzept für die neue Einrichtung. Zwei Gruppen für je 25 Ü3-Kinder und eine für die Betreuung der Kleinsten (U3) mit zehn Plätzen sollen entstehen. Möglicherweise sogar zum anvisierten Eröffnungstermin Mitte Oktober. Denn auch die gemeinnützige GmbH, Betreiber der Interimskita, kann nun die Arbeit aufnehmen: „Der Babenhäuser Timo Kraus hat den Gesellschaftervertrag unterzeichnet“, freute sich die Sozialausschussvorsitzende Heinlein. Damit hat die gGmbH einen Geschäftsführer und kann daran gehen, Verträge zu unterzeichnen. Zum Beispiel mit dem künftigen Personal. Lüders: „Mit drei Vollzeitkräften kann die erste Gruppe starten.“

Dass der Markt an Erziehern abgegrast ist, nimmt ihr nicht den Wind aus den Segeln. „Eine neue Kita, das zieht“, glaubt sie, ein Werbeeffekt für künftige Erzieher könnten auch die Themenschwerpunkte sein, nach denen der Ü3-Bereich entwickelt wird. Bauen, forschen, experimentieren soll der eine, Kreativität und Rollenspiele der zweite Gruppenschwerpunkt sein. Das finale pädagogische Konzept liegt in der Verantwortung des neuen Kitateams.

Dass man sich hinsichtlich der Bezahlung Konkurrenz in der Stadt mache, war eine Befürchtung, die aus den Reihen der Politik geäußert wurde. In Babenhausen werden acht von neun Einrichtungen über den ASB betrieben, wo zur Tarifsituation eine „gewisse Unzufriedenheit“ herrsche, sagte Andreas Heymann aus der Kita-AG, der sich seit vielen Monaten ehrenamtlich für eine Verbesserung des eklatanten Betreuungsnotstands in Babenhausen einsetzt. Der Unmut habe wohl auch zu zwei Kündigungen geführt.

Für die „Übergangskita“ der gGmbH gibt man sich optimistisch. Sechs Vollzeitstellen sind geplant, mit zwei Bewerbern wurden bereits intensive Gespräche geführt. Die gGmbH wird Mieter der Immobilie sein und das Objekt von der Konversionsgesellschaft Kaisergärten anmieten, sagte Bürgermeister Joachim Knoke (SPD). Den Umbau des Objekts in eine Betreuungseinrichtung hat das Unternehmen Aumann angepackt, das auch die Kosten schultert.

Gruppen- und Intensivräume, zwei Speiseräume, Sanitäranlagen, Küche, ein über 60 Quadratmeter großer Bewegungsraum, Elterncafé und Personalräume – nichts an dem maßgeschneiderten Raumkonzept deutet auf die Funktion der Kita als „Übergangseinrichtung“ hin. Ingo Rohrwasser (CDU) brachte den Eindruck vieler auf den Punkt: „Eine Kita zum Wohlfühlen.“ Und weil das Parterre der Bestandsimmobilie auf dem Kasernengelände so ideal für die Nutzung als Kita passt, liebäugelt Knoke bereits mit dem Westflügel: „Das wäre eine weitere kurzfristige Lösung.“

Ob der Startschuss tatsächlich am 14. Oktober fällt? „Das wäre sportlich“, glaubt Lüders. Zumal die Elektriker wohl bis 1. November beschäftigt sein werden. Unter anderem müssen alle Steckdosen nach den erforderlichen Sicherheitsstandards umgerüstet werden. Und weil deutschlandweit Kindergärten gebaut würden, sei nicht nur das Personal knapp. „Es gibt zhen bis 16 Wochen Wartezeiten für Mobiliar“, sagte Lüders, „unsere Möbel kommen teilweise erst Ende November.“ Doch das soll für die gGmbH kein Hinderungsgrund sein, schon vorher ihre neue Kita zu eröffnen.

zah/Norman Körtge 

" kita-kaisergaerten.de

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