Katastrophenschutzübung in Babenhausen

Unter Steinen verletzt im Auto

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Knifflige Aufgabe: Rettung eines eingeklemmten Menschen aus einem Auto, das sich auf einem Geröllhaufen überschlagen hat.

Babenhausen - Das Zusammenspiel und die Koordination mehrerer Freiwilliger Feuerwehren, des DRK, der Johanniter und des Technischen Hilfswerks waren zentrale Herausforderungen bei der großen Katastrophenschutzübung des Landkreises auf dem ehemaligen Kasernengelände Babenhausen. Von Petra Grimm 

Für die Babenhäuser ebenso wie die Autofahrer auf der B 26 war am Samstagvormittag allein das Anfahren mit Blaulicht und Martinshorn der vielen Feuerwehren und Rettungsdienste ganz großes Kino und bedeutete für einige teilweise wohl auch eine Schrecksekunde. Nach ihrer Alarmierung hatten sich insgesamt 280 Einsatzkräfte und rund 40 Fahrzeuge am Feuerwehrstützpunkt in Dieburg gesammelt, die meisten aus den 15 beteiligten Feuerwehren des Landkreises, aber auch Rettungsdienste und THW. „Nach und nach, je nach Erkenntnissen vor Ort und der Einsatzlage werden sie abgerufen“, sagte Kreisbrandinspektor Heiko Schecker, der für die Großübung verantwortlich war und den Ablauf gemeinsam mit seinem Team beobachtete. Die Einsatzleitung hatte der Babenhäuser Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger.

Zweimal im Jahr, immer im Frühjahr und Herbst, werde eine solche Katastrophenschutzübung, in die alle Kommunen des Landkreises eingebunden sind, durchgeführt, sagte Schecker, der das Zusammenspiel der Einsatzkräfte und die Koordinierung der einzelnen Einsatzstellen als Schwerpunkte der Übung nannte. Dabei müssen auch Aspekte bedacht werden, die Außenstehende nicht gleich wahrnehmen. „Auch die Versorgung mit Essen und Trinken, Treibstoff und Löschwasser muss organisiert werden“, so der Kreisbrandinspektor.

Das DRK und die Johanniter hatten einen Sammelplatz für Verletzte eingerichtet, an dem sich die Rettungskräfte auch mit Trinkwasser versorgen konnten. Denn das war an diesem heißen Tag dringend geboten. Nicht nur die Feuerwehrleute, die ihre Atemschutzmasken nach dem Einsatz im verqualmten Wohnblock abnahmen, waren sichtbar an ihrem Limit. Auch wer bei 30 Grad „nur“ mit dem üblichen Feuerwehrschutzanzug in Aktion war, musste kerngesund sein.

„Als Übungsgrundlage wird davon ausgegangen, dass bereits seit mehreren Tagen nach zahlreichen Starkregenereignissen eine sehr angespannte Einsatzlage bei den Feuerwehren und Rettungsdiensten im Landkreis Darmstadt-Dieburg besteht. Da zahlreiche Einheiten bereits im Einsatz sind, wurde der Katastrophenfall festgestellt“, erläuterten Klaus Koch und Marcus Bauer vom Pressebetreuungsteam.

Die Brandbekämpfung nebst vorrangiger Menschenrettung galt es für die Einsatzkräfte an einem Wohnkomplex zu meistern.

Im Verlauf der Übung brausten immer wieder neue Einheiten zur Kaserne, um dort mit einer Aufgabe betraut loszulegen. Es gab insgesamt drei Einsatzszenarien, auf die die Helfer verteilt wurden. Zum einen ging es um das Löschen eines Brandes in einem mehrstöckigen Wohnkomplex, aus dem 16 Menschen herausgeholt werden mussten. „Dabei geht die Menschenrettung immer vor“, sagte Koch. Unter schwerem Atemschutz drang die Feuerwehr in das Gebäude ein. Unterstützung bei den Lösch- und Rettungsarbeiten gab es von außen durch zwei Hub-rettungsfahrzeuge aus Dieburg und Griesheim. Hier wurden die Rettungskräfte im Verlauf der Übung mit dem Problem konfrontiert, dass die Wasserversorgung über die Hydranten nicht ausreicht, sodass zwei Schlauchleitungen von je rund 600 Meter Länge über die Bundesstraße zum nahe gelegenen Haselsee verlegt werden mussten.

Übung der Feuerwehren Eppertshausen und Münster: Bilder

Beim zweiten Einsatzszenario retteten die Helfer zwei Menschen, die in ihrem Pkw unter einem eingestürzten Carport eingeklemmt waren. Hier arbeiteten Feuerwehr und THW Hand in Hand, unterbauten den Carport mit Rüsthölzern und befreiten die Eingeklemmten anschließend mit hydraulischem Rettungsgerät (Schere und Spreitzer). „Der Brandschutz muss auch in einer solchen Situation sicher gestellt sein, denn es könnte ja jederzeit ein Feuer ausbrechen“, sagte Klaus Koch.

Die dritte Herausforderung war die Befreiung einer eingeschlossene Person aus einem Personenwagen, der sich überschlagen hatte und mit den Rädern nach oben auf einem riesigen Geröllhaufen lag.

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