Leiter Andreas Haipter formuliert ein Ziel

Bauhof am Limit angelangt

Alles Schrott? Mitglieder des Bauausschusses verschafften sich bei einem von Bauhofleiter Andreas Haipter angeführten Rundgang über den Bau- und Recyclinghof am Langenbrücker Weg ein Bild von den Verhältnissen.

Babenhausen - Zu wenig Lagerfläche, Arbeitszimmer ohne Fenster und Schaffen am Limit – Bauhofleiter Andreas Haipter informierte diese Woche Bauausschuss-Mitglieder vor Ort und mit einer Präsentation im Rathaus über die aktuelle Situation. Von Norman Körtge 

„Der Bauhof. Starker Dienstleister für Babenhausen.“ Die Vision ist schon da. Formuliert hat sie Bauhofleiter Andreas Haipter. Sie steht am Ende der 14-seitigen Präsentation, die er Mitgliedern des Bauausschusses im Rathaus zeigte. Dass es kein einfacher Weg zum Erreichen des Ziels sein wird, hatte Haipter den Lokalpolitikern zuvor bereits bei einem Rundgang über den Bau- und Recyclinghof vor Augen geführt.

17 Punkte umfasste die Liste, die der Bauhofleiter den Ausschussmitgliedern, weiteren interessierten Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern zu Beginn der Besichtigung mit an die Hand gab. Der erste davon betrifft gleich die Zufahrt. Denn der am Rand der Altstadt gelegene Bauhof ist nur durch die teilweise schmalen Straßen mit ihren engen Kurven erreichbar. Die Lkw-Fahrer mit Sattelaufliegern hätten da oft Probleme. Wie Haipter berichtet, hätten sich Fahrer auch schon geweigert, den Anfang der 1970er Jahre eröffneten Bauhof anzusteuern. So musste der Anhänger an der Ziegehüttenstraße entladen werden.

Aufgrund der Platzverhältnisse im Gebäude befinden sich neun Umkleidespinde der Herren im Damenbereich und der Büroarbeitsplatz ist sehr beengt. Wenig einladend ist der Platz, an dem der Computer für die immer wieder notwendigen und zu wiederholenden betrieblichen Unterweisungen steht. Es ist ein kleiner Materiallagerraum ohne Fenster, in dem auch der Kopierer steht. Und im Heizungsraum werden Akten und Materialien unter alles andere als optimalen Bedingungen gelagert.

Auf dem Gelände selber fehlt es an Abstellflächen und wettergeschützten Lagerflächen für Materialien. Für das Salzlager wird daher neben dem Bauhof auch die Remise der Stadtmühle genutzt. Außerdem wäre eine größere Fahrzeughalle wünschenswert, gerade für die Winterzeit. Denn die derzeit auf dem Gelände abgestellten Fahrzeuge müssten dann erst von Schnee und Eis freigeräumt werden und die Hydraulikleitungen, etwa beim Gelenk-arm, machten dann auch manchmal Probleme.

Der teilweise unbefestigte Recyclinghof (eröffnet 1998), auf dem die Bürger unter anderem Grünschnitt anliefern, werde im Herbst wieder aufgrund des matschigen Untergrunds für Unmut sorgen. Außerdem sind auf dem Recyclinghof auch Container des Bauhofs aufgestellt. „Die haben hier eigentlich nichts zu suchen“, sagte Haipter.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Lebensmittel wie Reis kann man heute in Läden wie Original Unverpackt bereis ohne Verpackung kaufen. Die Waren werden in mitgebrachte Behälter gefüllt.

Im Supermarkt Original Unverpackt in Berlin gilt das Prinzip der Müllvermeidung: Auf Einwegverpackungen wird verzichtet und loses Gemüse beispielsweise in wiederverwendbaren Beuteln an der Kasse abgewogen.

In einzelnen Supermärkten kann man schon vornehmlich unverpackte Waren einkaufen. Im Lebensmittelgeschäft Original Unverpackt in Berlin füllt Mitarbeiter Thomas Guhr etwa Nudeln in mitgebrachte Gläser ab.

Milena Glimbovski ist Geschäftsführerin des Lebensmittelgeschäftes Original Unverpackt in Berlin.

Stefanie Kießling und ihre Familie versuchen, möglichst ohne Müll zu leben. Sie bloggt darüber. Hier trägt sie eine Upcycling-Tasche aus Stoffresten und Teilen einer alten Tasche.

In vielen Supermärkten gibt es Obst auch unverpackt und einzeln zu kaufen.

Fast eine halbe Tonne Müll verursacht jeder Einwohner Deutschlands pro Jahr.

„Im Einzelnen sind die Punkte nicht dramatisch“, fasste der Bauhofleiter zusammen. Aber in der Summe würden es ihn und seine Mitarbeiter (vier in der Verwaltung, 23 auf dem Bauhof und zwölf Reinigungskräfte) daran hindern, effizient und damit auch wirtschaftlich zu arbeiten. Die gute Nachricht: „Für jeden Punkt gibt es Lösungen“, sagte Haipter. Aber er warte auf Signale aus der Lokalpolitik, in welche Richtung es gehen soll: „Wie soll der Bauhof der Zukunft aussehen und was soll er leisten?“

In seiner anschließend im Rathaus gezeigten Präsentation machte er anhand des Aufgabenspektrums deutlich, dass der Bauhof durch die bestehenden Daueraufträge bereits jetzt ausgelastet ist. „Der Aufgaben- und Leistungsumfang nimmt kontinuierlich zu, ohne einen Zuwachs an Ressourcen. Darunter leidet die Qualität und die Quantität“, sagte Haipter. Die von der Politik beschlossenen Einsparmaßnahmen würden „Mensch und Maschine“ an ihre Grenzen bringen.

Ein Umzug des Bauhofs auf das Kasernengeländes sei immer noch eine Option, sagte Bürgermeister Joachim Knoke auf Anfrage. Eine bisher dafür vorgesehene Fläche ist allerdings nun in die Vermarktung gegangen, da sich die Stadt einen besseren Nutzen durch die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen verspricht. Eine weitere Alternative sei aber auch eine städtische Fläche in der Nähe des Betonwerkes am Sickenhöfer See. „Von dort aus wären auch die Stadtteile gut zu erreichen“, meinte Knoke.

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