Babenhausen

Mit dem Fahrrad 1000 Kilometer durch Europa

Start im strömenden Regen: Gestern verabschiedete Bürgermeister Joachim Knoke (hinten) die Radfahrer auf dem Marktplatz.
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Start im strömenden Regen: Gestern verabschiedete Bürgermeister Joachim Knoke (hinten) die Radfahrer auf dem Marktplatz in Babenhausen.

In Babenhausen sind fünf Radfahrer zu einer 1000 Kilometer langen Tour durch Europa angetreten. Aus der Komfortzone heraus mussten sie schon beim Start, denn es schüttete.

Babenhausen - Gemeinschaftserlebnis, Überraschungen meistern, Komfortzone verlassen und guter Wein an der Mosel – das sind die Erwartungen der fünf Radfahrer, die gestern zu einer 1 000 Kilometer langen Europa-Tour in Babenhausen starteten. Die Sache mit der „Komfortzone“ haben sie dabei gleich zu Beginn gemeistert. Denn der strömende Regen am Montagmorgen (17.08.2020) war beileibe nichts für ausschließliche Schönwetterradler.

Der Hergershäuser Achim Knick, der im vergangenen Jahr bereits eine 350-Kilometer-Tour in Babenhausens französische Partnerstadt Bouxwiller organisierte, führt den Tross an. Diesmal wird die im Elsass gelegene Stadt allerdings nur Zwischenstation sein. Die zwölftägige Rundfahrt führt die Babenhäuser mit zwischen 70 und 110 Kilometer langen Etappen durch Darmstadt bis zum Rhein, weiter zur „Hauptstadt Europas“ Straßburg mit ihren vielen architektonischen Reichtümern aus dem Mittelalter und auch entlang des technischen Kulturguts Rhein-Marne-Kanal. Entlang der Mosel in Luxemburg und Deutschland treffen die Radfahrer unter anderem auf die Hinterlassenschaften der Römer, ehe bei Koblenz wieder der Rhein die Route vorgibt.

Für Knick und seine Mitfahrer – nur eine Radlerin nutzt kein E-Bike – steckt hinter dem Vorhaben aber nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern die Velosophie: die Weisheit des Fahrradfahrens. Mit dem Fahrrad entdecke man andere Kulturen und Länder am besten, man komme mit Land und Leuten direkt in Kontakt, rieche die Natur und schmecke die regionalen Spezialitäten, meint der leidenschaftliche Zweiradnutzer. „Man lernt sich selbst, und das Leben besser kennen — auch eine Art zu pilgern“, so Knick. Velosophie bedeute aber auch, radeln für den Klima- und den Naturschutz, für die Menschen und für die Völkerverständigung (Jumelage). Und letztendlich sei die Radtour in Pandemiezeiten eine gesunde und umweltfreundliche Urlaubsgestaltung.

Ein Standpunkt, denn auch Bürgermeister Joachim Knoke bei der Verabschiedung bekräftigte. Fahrräder seien nicht nur im Urlaub „eine feine, umweltfreundliche Sache“, sondern sollten auch immer eine bedeutsame Alternative im Alltag sein. So gibt es auch Überlegungen, ob die Stadt Lastenräder anschaffen soll. Er freute sich, dass auch wieder Bouxwiller Besuch aus Babenhausen bekommt, empfahl den Pedaleuren aber auch eine Tour in die sächsische Partnerstadt Lichtentanne. (nkö)

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