Michael Spiehl und Lara Kresz im Interview

Ferienspiele und Corona: Herausforderung in Babenhausen gemeistert

„Wild, Wild West“ war das Motto der Ferienspiele. Weniger Ausflüge und Vereinsangebote sorgten dafür, dass mehr gebastelt wurde. Tipis, Speere, Pfeil und Bogen durften dabei nicht fehlen.
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„Wild, Wild West“ war das Motto der Ferienspiele. Weniger Ausflüge und Vereinsangebote sorgten dafür, dass mehr gebastelt wurde. Tipis, Speere, Pfeil und Bogen durften dabei nicht fehlen.

Ferienspiele in der Corona-Zeit sind alles andere als einfach. So ging am Freitag ein Angebot zu Ende, das es zuvor in dieser Art noch nie gab. Unsere Zeitung hat Stadtjugendpfleger Michael Spiehl und seine Kollegin Lara Kresz zu einem Resümee über die letzten beiden Wochen befragt.

Wie fällt das übergeordnete Fazit aus?
Am meisten wird natürlich nachgefragt, wie es in puncto Corona klappte. Hier geht man von einer Herausforderung aus und die war es auch. Zwar haben wir mit kleinen, streng getrennten Gruppen auf dem Gelände gearbeitet. Trotzdem liefen einige Kinder zusammen und man musste sie auseinanderdividieren. Das lässt sich nicht ganz vermeiden. In die Karten hat uns die Freiluftsituation gespielt. Trotz vieler Regeln ist das Fazit positiv. Allen Beteiligten ist es unter besonderen Umständen gelungen, ein buntes und vielfältiges Programm anzubieten, das viel Spaß und ein Stück Normalität bot.
Schon die Gruppeneinteilungen verriet, wie Corona die Sache verkompliziert . . .
Kinder aus einer Familie, oder jene, die nachmittags oder im Verein miteinander spielen, haben wir vorrangig in eine Gruppe eingeteilt. Damit wurde die Gefahr einer möglichen Virus-Verbreitung im Fall der Fälle reduziert. Natürlich haben nicht alle Kinder einen Bezug untereinander, sodass es auch Gruppen gab, in denen sich die Kinder nicht kannten.
2020 waren gerade mal sechs Kinder in einer Gruppe. Das hat auch Vorteile .
Mit kleineren Gruppen ist alles persönlicher, individueller man kann viel mehr auf jeden Einzelnen eingehen. Auch inhaltlich, wie beim Basteln, lässt sich besser und fundierter arbeiten. Nicht zuletzt ist man flexibler: So fanden spontane Ausflüge in den Park Schönbusch oder an einen See statt. Das ging eben nur, weil alle Gruppen lediglich aus einer Handvoll Kinder bestanden.
Viel Gewohntes, wie Besuche im Schwimmbad oder die Hüpfburg, gab es wegen Corona nicht. Inwieweit haben die Kids das vermisst?
In den ersten Tagen mag manches Kind darüber nachgedacht haben. Insgesamt erhielten wir aber wenig Nachfragen, warum es dies oder jenes nicht gibt. Dafür haben wir ganz viele andere Sachen gemacht. Zum Teil hat sogar noch Zeit gefehlt, weil wir mit Bastelaufgaben nicht fertig geworden sind. Auch bei den Wünschen einiger Kids mussten wir sagen, dass das erst morgen geht.
Wie kamen die reduzierten Vereinsangebote an?
Sie haben durchweg Spaß gemacht. Handball mit der SG Rot-Weiß haben alle Teams durchlaufen, der TVB bot Hip-Hop und eine Art Mini-Highland-Games an. Der Besuch beim Bogenclub ist schon deshalb interessant, weil dieser Sport ganz speziell ist. Auch Hessen Forst war an drei Tagen mit Kindern im Harreshäuser Wald unterwegs. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn noch mehr Vereine mitgemacht hätten. Der Aufwand war verständlicherweise für viele aber einfach zu groß.
Ebenfalls ungewöhnlich: Letztlich war an der Durchführung der Ferienbetreuung fast das gesamte Rathaus beteiligt . . .
Es gab von Ordnungsamt bis Gebäudemanagement kaum eine Abteilung, die mit Blick auf das Hygiene-Konzept nicht im Boot war. Auch der Magistrat war gleich doppelt beschäftigt: Er musste das Konzept mit der Erstausarbeitung und einer späteren Anpassung an die aktuelle Situation gleich zweimal absegnen. So sind und bleiben Ferienspiele in Corona-Zeiten eine echte Herausforderung.

Das Gespräch führte Michael Just

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