Politiker kämpfen um Durchsetzung

Mittelzentrum bleibt das Ziel: „Es geht um die Zukunft Babenhausens“

Nach Rodgau führt die L 3116 (oben), jenem Mittelzentrum, dem laut Landesentwicklungsplan Babenhausen zugeordnet wird. Doch die Gersprenzstadt möchte selber Mittelzentrum werden. Um weitere Voraussetzungen dafür zu schaffen, schlägt die CDU-Fraktion unter anderem ein nördliches Gewerbegebiet mit Anbindung über den Kreisel Bouxwiller /Frankfurter Straße (Mitte, rechts) vor. Fest steht, dass auf dem Boßwenhain-Gelände (links unten) ein Wohngebiet mit Reihenhäuser entstehen soll. Foto: Häsler

Lokalpolitik und Stadtverwaltung lassen nicht locker: Babenhausen soll Mittelzentrum werden. Eine Änderung des Landesentwicklungsplans berücksichtigt diese Forderung aber nicht. In einer den Politikern vorgelegten Stellungnahme erhebt die Stadt aber weiter Anspruch darauf. 

Babenhausen – Die Gersprenzstadt bleibt sogenanntes Grundzentrum. So steht es im Entwurf zur vierten Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP). Eine Einstufung, die weder die Stadtverwaltung noch die Lokalpolitik gutheißen. Bereits seit Wochen beschäftigt eine Stellungnahme dazu die Politiker. Vor allem, weil die CDU-Fraktion das ursprünglich erstellte Schreiben aus dem März als nicht fundiert genug empfunden hat. In einem Änderungsantrag forderte sie eine kritische Auseinandersetzung mit den von der Landesplanungsbehörde zur Verfügung gestellten Dokumenten und eine aktualisierte Selbstdarstellung der Stadt, um einen Aufstufungsantrag zum Mittelzentrum zu untermauern. Die nun am Mittwochabend von der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis genommene überarbeitete Stellungnahme an das federführende hessische Wirtschaftsministerium erfüllt diese Forderungen.

„Es geht um die Zukunft Babenhausens“, machte CDU-Politiker Günther Eckert deutlich, dessen Fraktion Herzblut und Gehirnschmalz investiert hat, um Ideen und Vorschläge zu sammeln, damit die Stadt gut aufgestellt ist und als Mittelzentrum eingestuft werden könnte. Denn der Landesentwicklungsplan bilde die Grundlage für den Regionalplan Südhessen und schließlich dieser für den städtischen Flächennutzungsplan. Anhand der im LEP aufgeführten Kriterien und Bewertungen sei für Eckert nicht nachvollziehbar, warum Babenhausen nicht Mittelzentrum werden soll. Denn wie der städtische Fachbereich analysiert hatte, stehe Babenhausen zum einen im Vergleich zu anderen Grundzentren an der Spitze der Indikatoren und schneide zum anderen besser ab als die Nachbarstadt Rodgau, die allerdings Mittelzentrum ist. Diesem wird die Gersprenzstadt auch zugeordnet. Als weiteres Beispiel führte Eckert an, dass im LEP für Babenhausen ein Bevölkerungsrückgang prognostiziert werde. Angesichts der Kaisergärten – auf dem einstigen Kasernengelände sollen einmal etwa 2 400 Menschen wohnen – nicht nachvollziehbar.

Um die Bedeutung Babenhausens, vor allem für den östlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg, aber auch hinsichtlich der Schul- und Pendlerströme aus Bayern, aufzuzeigen, führt die CDU-Fraktion, die bereits eine Neuaufstellung des städtischen Flächennutzungsplans und das Erstellen eines Verkehrskonzepts für die gesamte Stadt initiiert hat – in ihrer Sammlung weitere Punkte auf. Da mit den Kaisergärten, dem Boßwenhain und den Lachewiesen ausreichend Wohnraum in Babenhausen geschaffen werde, richte sich der Blick stärker aufs Gewerbe und den Verkehr. So kann sich die CDU einen südlichen Gewerbegürtel an der B26 bis zum Kaisergärten-Gewerbegebiet sowie einen nördlichen Gewerbegürtel von der Continental bis zum Gewerbegebiet „In den Steinäckern“ vorstellen. Eine Anbindung über den Kreisel an der Bouxwiller /Frankfurter Straße würde zudem die Ziegelhüttenstraße entlasten. Mit einer weiteren Bahnunterführung würde auch das bisherige Nadelöhr weniger frequentiert. Diese „kleine Osttangente“ könnte in etwa auf Höhe der Kasernen-Panzerstraße von der B 26 abzweigen und auf der anderen Seite der Gleise auf die Bouxwiller Straße treffen.

Ebenfalls in der Stellungnahme Einzug gehalten hat das geplanten Rechenzentrum als wichtiger Standort der digitalen Infrastruktur. VON NORMAN KÖRTGE

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