Fördergelder für Babenhausen

Neues Geld für Flüchtlingssport

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Ein Bild aus den Anfängen der städtischen sportlichen Arbeit mit Flüchtlingen: Die Judo-Sportgruppe in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Babenhäuser Kaserne freute sich schnell großer Beliebtheit.

Babenhausen - Die Stadt hat sich früh um Gelder für die Sportförderung von Flüchtlingen bemüht und legt nun eine beeindruckende Bilanz der Aktivitäten vor, die damit finanziert wurden. Auch für 2018 fließen Gelder, die die Ministerien jetzt bewilligt haben.

Seit 2016 erhält die Stadt Fördergelder für das Programm „Sport und Flüchtlinge“. Es unterstützt hessische Städte und Gemeinden, die Sport- und Bewegungsangebote in ihrer Kommune für Flüchtlinge initiieren möchten, mit einer finanziellen Förderung. Sport und Bewegung bieten sehr gute Möglichkeiten, Flüchtlingen schnell und unkompliziert das Ankommen in ihren Städten zu erleichtern und sich zu integrieren.

Die Förderung sieht vor, dass sogenannte Sport-Coaches von der Stadt benannt werden, die die Koordination übernehmen. Die Aufgabengebiete dieser Trainer umfassen in Babenhausen die Abstimmungen zwischen den Vereinen und der Stadt Babenhausen, die Koordinierung zwischen den Geflüchteten und den Vereinen, die Organisation von Schnupperangeboten, das Planen von Veranstaltungen, das Erstellen von Prospekten sowie die Integration der Geflüchteten in die bestehenden Gruppen. Dazu gehören die Teilnahme an der Aufbauqualifikation und der regelmäßige Kontakt mit den weiteren Schlüsselpersonen rund ums Thema Flucht in Babenhausen.

„Das Ziel ist es nach wie vor, den geflüchteten Menschen zu zeigen, dass die Vereine ein breites Spektrum an Sportangeboten haben und sie an diesen teilnehmen dürfen. Egal ob Kind, Erwachsener oder Senior. Jeder darf bei uns trainieren, üben und sich entfalten“, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Bis Anfang des Jahres 2017 wurden auch noch in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Babenhäuser Kaserne (HEAE) Sportangebote realisiert, darunter Fußball, Frauensport und Fitness sowie Judo, die sehr gut ankamen. Nachdem die HEAE im Mai 2017 geschlossen wurde, richtete sich das Programm nur noch an diejenigen, die bereits in der Gemeinde leben und dort noch untergebracht wurden.

Im Frühjahr vergangenen Jahres nahm die Babenhäuser Sport-Trainerin Aysegül Öcal an der Aufbauqualifikation „Vorurteile? Nicht mit uns!“ teil. Es wurden viele Themen und Konfliktpunkte aufgegriffen, die in jeder Kommune und in jedem Verein auftreten können. Laut Verwaltung war dies „eine sehr hilfreiche Vorbeugungsmaßnahme“.

Im August fand ein Familiensport- und Spielfest in Babenhausen an der Schulsporthalle statt. Die Flüchtlinge wurden eingeladen, und zwar durch Flyer seitens des TV unter Mitwirkung des städtischen Sport-Coaches. Im Spätsommer stellte Öcal am „Runden Tisch des Sports“ der Stadt das Projekt „Sport und Flüchtlinge“ mit den Zielen und Vorhaben vor, damit Angehörige verschiedener Vereine und auch der Schulen eine konkrete Vorstellung haben und auch ihre Ideen und Hilfen anbieten können. Sport-Coach Öcal hat in enger Zusammenarbeit mit den Trainern des TVB einen Tag mit Schnupperkursangeboten im Oktober organisiert. Auf dem Programm standen das Judotraining und die Frauenfitness. Nach diesem Schnuppertag konnten ein paar Flüchtlinge für das Judotraining gewonnen werden, die in Folge regelmäßig in die Halle kommen, um zu trainieren. Die Aufwandsentschädigung der Trainer werden durch die Fördergelder finanziert.

Eine weitere Idee war es, einen Fahrradkurs zu organisieren. Hierfür nahm Öcal Kontakt zu den Gemeinden auf, die bereits einen solchen angeboten hatten. Jedoch ist hierbei mehrmals das Problem aufgetaucht, dass es sich die Geflüchteten zeitlich nicht gut einteilen konnten: Viele der Asylbewerber besuchen Sprachkurse, machen eine Ausbildung oder gehen arbeiten. Daher war es schwer, einen Radelübungstermin zu finden, an dem viele gleichzeitig können.

Fahrradkurse werden nun in individueller Hilfe umgesetzt. In Gesprächen hat man sich verständigt, zukünftig mit Hilfe weiterer Helfer die Geflüchteten direkt anzusprechen, um ihnen die Möglichkeiten in den umliegenden Vereinen näher zu bringen. Hierfür war beispielsweise die sozialpädagogische Sprechstunde des Diakonischen Werks (bis Ende 2017) und die des Landkreises (seit 2018) ideal.

Babenhausens Sport-Coach hat Flyer für verschiedene Zielgruppen erstellt und diese den Menschen, die in die Sprechstunde gekommen sind, vorgestellt. Teilweise wurden sie auch in den Verein begleitet. Dadurch konnten weitere Menschen dazu bewegt werden, sich die Vereinsangebote näher anzuschauen und wahrzunehmen. Einige Jungs kicken nun in Babenhäuser Vereinen. Separate Aufwandsentschädigungen müssen dabei nicht gezahlt werden, da sie in bestehende Angebote integriert werden konnten.

Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne: Bilder

Ferner besuchte Öcal den freiwilligen Sprachkurs der Frauen in Babenhausen, um für das vielfältige Angebot der Vereine zu werben. Es ist ein Ziel, mit den Teilnehmern des Sprachkurses zusammen in die Sporthalle zu laufen und allen gemeinsam einen Kurs anzubieten.

Die Sportförderung wurde von der Stadt auch für 2018 beantragt und mittlerweile seitens des Ministeriums bewilligt. Bürgermeister Joachim Knoke informiert hierzu: „Sportangebote, Begegnungen und Integration gehen zur großen Freude aller Babenhäuser Mitwirkenden also weiter.“ (tm)

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