Wachbleibrekord knapp verfehlt

Premiere der „Sleepover-Party“ gefällt Teilnehmerinnen des Mädelsabends

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Nichts war’s mit Silbermonds Song „Leichtes Gepäck“: Zur „Sleepover-Party“ der Kinder-und Jugendförderung rückten die 16 Teilnehmerinnen eher vollbepackt an.

Am frühen Freitagabend wurden ins Jugendzentrum riesige Taschen und sogar Koffer geschleppt. Was nach einer bevorstehenden Reise aussah, entpuppte sich schnell als „Mädelsabend“ mit integrierter Übernachtung.

Babenhausen – Die Mutter von Dilara (10) lief gleich zweimal, bis auch die bereits aufgepumpte Matratze im Nachtquartier verstaut war. Für die „Sleepover-Party“ ging von ihr ein Lob an die Kinder- und Jugendförderung: „Für den Nachwuchs ist sowas immer toll“, meintedie 33-Jährige. Auch deshalb, weil das eigene Alternativprogramm zuhause höchstens Fußballgucken gewesen wäre. Am Abend spielte noch ihr Lieblingsverein aus der Bundesliga, weshalb die Party mit Übernachtung das weitaus bessere Angebot für die Tochter darstellte.

Das kam als Premiere daher: Zwar gab es im JUZ schon jeweils ein halbes Dutzend Mädels- und Jungenabende, dort im Anschluss geschlafen wurde aber noch nicht. „Dafür bekamen wir in der Vergangenheit immer wieder Vorschläge“, weiß JuFö-Mitarbeiterin Lara Kresz, die mit drei Kolleginnen die Betreuung innehatte.

Babenhausen: Kinoatmosphäre auf großer Leinwand

Das Programm sah zuerst basteln vor. Nach dem Abendessen (selbst gemachter Nudelauflauf mit und ohne Fleisch) war Kinoatmosphäre auf einer Großbildleinwand mit bekannten Teenager-Streifen angesagt. Dafür standen zwölf DVD’s zur Wahl. „Mein Wunschgedanke wäre es, dass nach den Filmen Bettschwere vorliegt und es zwischen 23 und 24 Uhr in die Schlafsäcke geht“, formulierte Lara Kresz.

Mit 16 Teilnehmerinnen zwischen zehn und 16 Jahren war das Angebot ausgebucht. Sogar eine Warteliste existierte.

„Das wird bestimmt cool“, sagten Jamilla (12), Chiara (12) und Sofia (11) beim „Einchecken“. Chiara hoffte, dass es vorm Schlafen noch zu einer Kissenschlacht kommt. Sofia war vor allem gespannt, ob ihr bisheriger Wachbleibrekord, 2.30 Uhr an Silvester, heute fällt.

Das Basteln stand unter dem Motto „Upcycling“, sprich: aus alt mach neu. Aus gebrauchter Wolle ließ sich ein Wandteppich kreieren oder aus einem ausgedienten Bilderrahmen eine Pinnwand. Eigene Ideen oder Mitbringsel waren erwünscht. Die neunjährige Jella trug ein kleines Holzschränkchen herein, das sie rot anmalte. In ihm sollen zukünftig ihre vielen Radiergummis und die Kreide Platz finden.

Babenhausen: Positives Fazit 

Am Morgen danach zog Lara Kresz ein positives Fazit: „Um ein Uhr war Ruhe, was, glaube ich, eine ganz gute Zeit ist.“ Bei den Filmen lief nichts anderes außer der Jugendkomödie „Pitch Perfect“. Teil zwei und drei verschlangen die Mädchen am Abend, Teil eins am Morgen. Zum Frühstück wartete Rührei.

Das offizielle Ende der „Sleepover-Party“ war um 11 Uhr angesetzt. Einige Teilnehmerinnen wurden aufgrund von anstehenden Familienaktivitäten schon um 8 und um 10 Uhr abgeholt. „Ich glaube es hat Spaß gemacht. Die Gesichter sahen zumindest ganz glücklich aus“, bilanzierte Kresz. So dürfte die „Sleepover-Party“ nicht die letzte gewesen und die Neuauflage nur eine Frage der Zeit sein.

VON MICHAEL JUST

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