Rechtsanwälte Uwe und Ingo Friedrich feiern das 50-jährige Bestehen

Engagement in vielen Bereichen

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Zum 50-jährigen Kanzleibestehen gratulierte Richter Ernst Porschitz (links), der Vorsitzende des Dieburger Amtsgerichts, Seniorchef Uwe Friedrich, der zum Empfang geladen hatte.

Babenhausen - Vor 50 Jahren ist in Babenhausen die erste „Rechtsanwaltskanzlei der Neuzeit“ gegründet worden. Seniorchef Uwe Friedrich und sein Sohn Ingo haben sich aber auch im kulturellen Leben der Stadt einen Namen gemacht. Von Petra Grimm 

„Ich habe immer Freude an meinem Beruf gehabt, bei dessen Ausübung mir stets wichtig war, Nähe zu den Menschen zu haben“, sagte Rechtsanwalt Uwe Friedrich beim Empfang anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Babenhäuser Anwaltskanzlei Friedrich (heute: Dr. Friedrich und Partner Rechtsanwälte mbB). Seit 1997 führt er sie gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Ingo Friedrich, der als promovierter Jurist in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters trat. Der Seniorchef verschwieg bei seiner Ansprache nicht, dass er ohne seinen Vater, „wohl nicht Jurist geworden wäre“. Denn Uwe Friedrich liebäugelte von früher Jugend an mit der Schauspielerei. Dieses Faible lebt er neben seiner beruflichen Tätigkeit seit rund zehn Jahren als Rezitator klassischer und zeitgenössischer Gedichte aus, die er bisweilen auch in Babenhäuser Mundart „übersetzt“. Dabei feiert er nicht nur auf Babenhäuser Bühnen Erfolge. Mit seinem Humor und seiner kreativen Energie ist er ein fester Bestandteil des Künstlerkreises und kulturellen Lebens seiner Heimatstadt geworden.

Der Juniorpartner hat sich auch durch sein soziales Engagement einen Namen gemacht. So gehörte Ingo Friedrich zu den Sponsoren beim Start des Babenhäuser „Lebens-Mittel-Punktes“ und wurde für die Integration einer schwerbehinderten Auszubildenden in seiner Kanzlei vom Hessischen Sozialministerium ausgezeichnet. Um die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk bemüht er sich auf internationaler und lokaler Ebene. So begleitete er beispielsweise 2013 als einziger Deutscher eine Studientour ausländischer muslimischer Führer nach Dachau. Dass vor dem Grundstück der ehemaligen Babenhäuser Synagoge in der Amtsgasse ein bronzenes Gedenkband im Boden eingelassen ist, ist seiner Initiative und Finanzierung zu verdanken.

Beim Jubiläumsfest der Kanzlei mit Familie, Freunden, Mitarbeiterinnen, Weggefährten und Kollegen, gratulierten auch Ernst Porschitz, Direktor des Dieburger Amtsgerichts, und Andrea Giritsch-Hesse, die Vorsitzende des Dieburger Anwaltskreises, den Uwe Friedrich 1977 mitgegründet hat und dessen Vorsitzender er elf Jahre war.

Der Kanzleigründer erinnerte sich schmunzelnd an seinen Start am 2. August 1968. Da eröffnete der gerade 28-jährige die erste Rechtsanwaltskanzlei der Neuzeit in seiner Heimatstadt. Das kleine Büro befand sich in den Räumen seines Großelternhauses (Lehrer Heinrich Klein) in der Darmstädter Straße 40, wo er aufgewachsen ist. „Bereits am Tag vor der offiziellen Eröffnung erschien der erste Mandant, wenn auch mit einem harmlosen Rechtsproblem“. Schon bald wurden die Räume der ersten Stunde zu klein. Bereits im Oktober 1968 zog die Kanzlei in das städtische Haus Bahnhofstraße 19 A. Im Mai 1969 wurde der Kanzleigründer als erster Notar in Babenhausen zugelassen, wo er dieses Amt über 40 Jahre ausübte. Die Aufgaben nahmen zu, sodass er 1971 mit seinem Bonner Klassenkameraden, Rechtsanwalt Wolfgang Meyer, eine Sozietät gründete, die 15 Jahre bestand und in den letzten Jahren durch den Vater des Kollegen verstärkt wurde. Von 1975 bis 1998 befand sich die Anwalts- und Notarkanzlei in der Platanenallee 23 (über dem heutigen Q23-Markt).

Zwischenzeitlich hatte der 1966 geborene Sohn Ingo Jurastudium und Referendarzeit abgeschlossen und war zum „Dr. jur.“ promoviert worden. Seit dem 1. Mai 1997 führte die aus Vater und Sohn bestehende Sozietät, später als Partnerschaft, die anwaltliche Tätigkeit fort. Im Sommer 1998 erfolgte dann der Umzug in das im Familienbesitz befindliche Bürohaus im Südring 29, wo die Kanzlei bis heute arbeitet.

Stolz sind die beiden Partner auf ihr qualifiziertes und freundliches Team, zu dem auch die Ehefrauen der Partner gehören. „Nur durch die beständige Mitarbeit meiner Frau, die ihren Beruf als Lehrerin deswegen aufgab, und durch ihr Verständnis für die hohe Arbeitsbelastung war es mir möglich, diesen anstrengenden Beruf über 50 Jahre mit Freude und Erfolg auszuüben“, stellt der Jubilar dankbar fest. Wichtig sei den beiden Rechtsanwälten, „bei aller fundierten juristischen Arbeit nie den Mandanten als betroffenen Menschen aus dem Blick zu verlieren“ und vor dem Gang zum Gericht stets zu prüfen, ob eine akzeptable gütliche Lösung ohne gerichtliche Auseinandersetzung möglich sei.

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