SPD-Bundestagsabgeordneter stellt sich Fragen

„Was ist eigentlich ihr Job?“

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Bundestagsabgeordneter Jens Zimmermann aus Groß-Umstadt stand den Schülern der PuSch-Klasse Rede und Antwort.

Babenhausen - Praxis und Schule, kurz PuSch genannt, ist eine Fördermaßnahme der Edward-Flanagan- und der Joachim-Schumann-Schule. Nun war Bundespolitiker Jens Zimmermann zu Gast. Von Michael Just 

„Was ist eigentlich Ihr Job?“ – wohl nur selten wird der SPD-Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann so direkt gefragt. Beim Besuch der PuSch-Klassen der Edward-Flanagan-Schule redete ein Schüler nicht lange um den heißen Brei und wollte ohne Umschweife wissen, was denn die Inhalte seiner Arbeit sind. „Gute Frage“, antwortete der Politiker aus Groß-Umstadt und erklärte, dass er in Berlin mitentscheidet, für welche Dinge die Steuergelder verwendet werden. Wie er verdeutlichte, seien die Schüler auch schon indirekte Steuerzahler. So sei mit jedem Brötchen, was sie in der Pause kaufen, ein kleiner Steuerbetrag verbunden.

Der Kontakt der PuSch-Klassen zu Zimmermann war bei deren Klassenfahrt nach Berlin zustande gekommen. Dort nutzte man das Angebot, Zimmermann und das politische Berlin zu besuchen. Nach einem regen Austausch fassten Schüler und Lehrer den Entschluss, ihn zu einem Besuch an ihre Schule einzuladen.

PuSch (Praxis und Schule), ist eine gezielte Fördermaßnahme, die mit der Kombination aus Schule und frühzeitiger Praxis- und Berufsorientierung das Erlangen des Hauptschulabschlusses anschieben will. Die Edward-Flanagan- arbeitet dabei in einer Kooperation mit der Joachim-Schumann-Schule.

Wie Zimmermann erläuterte, verbringe er 50 Prozent seiner Arbeitszeit in Berlin und 50 Prozent in Groß-Umstadt. Dabei trete er als Bindeglied von der Hauptstadt zur Heimatregion auf. Als Beispiel nannte er die ehemalige Babenhäuser Kaserne, die vorher dem Bund gehörte und nun von der Stadt entwickelt wird. Den Satz „Jens, kümmere dich doch mal darum!“, höre er regelmäßig.

Das Mitglied des Bundestages gab sich als Politiker zum Anfassen und führte diverse Parallelen zur Schule auf. So gebe es auch dort turbulente Diskussionen und Themen, die eher langweilig sind. Mit Blick auf die Handy-Box, die ihm im Klassenzimmer ins Auge fiel, sagte der Politiker, dass bei bestimmten Ausschusssitzungen ebenfalls keine Handys zugelassen sind. Manchmal hätten es ausländische Geheimdienste nämlich mit Späh-Software auf die Handys der Abgeordneten abgesehen, um an Informationen zu gelangen. Ohne Handys könne schwerer belauscht werden.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Zimmermann ist Mitglied im Finanzausschuss und jenem für Digitale Agenda. Letzteres passte, denn damit ließ sich der Bogen zum neuen EU-Artikel 13 spannen, der Urheberrechte, etwa beim Runterladen von Musik, besser schützen will. Er betrifft viele Schüler als Nutzer. Laut dem MdB habe der beschlossene Upload-Filter Vor- und Nachteile. Grundsätzlich gelte es beim Einsatz von Filtern genau darauf zu achten, dass demokratische Grundprinzipien erhalten bleiben.

Nachdem der Politiker viele Fragen beantwortet hatte, drehten die Schüler zur Überraschung den Spieß plötzlich rum. Fortan durfte der Gast in die Runde fragen, wie der Schulalltag aussieht und welche Ziele es gibt. Vom Fachangestellten für Bäderbetriebe, über den Pflegeberuf bis zum Kfz-Mechatroniker reichten die Wünsche. Diese äußerten die Schüler sehr zuversichtlich. „Mit PuSch ist es, leichter in den Beruf zu kommen, und unsere Lehrer sind wirklich für uns da“, hieß es einmal. Das Lob verdeutlichte Zimmermann, dass PuSch an der Edward-Flanagan-Schule offensichtlich sehr gut funktioniert und die damit verbundenen Ziele erfüllt.

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