Von Turnverein und Sportkreisjugend

Gemeinsam Sport treiben beim Spielfest

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Jens und Carolin Wagner schaffen auf Anhieb zusammen den „Flieger vorwärts“. Spaß machte auch das Mülltonnenrennen auf dem Schulgelände.

Babenhausen - Mit fast 30 Stationen, an denen gehüpft, geturnt, balanciert, getanzt oder auch mit Wasser gespritzt wurde, bot das große Familiensport- und Spielfest Spaß und Bewegung satt. Von Petra Grimm

Mit gleich drei Generationen war Familie Fäth aus Groß-Umstadt nach Babenhausen gekommen. „Ich habe meine drei Kinder, meine Frau und meine Schwiegereltern dabei“, sagte Johannes Fäth, während sein Nachwuchs auf den Pedalos herumkurvte und sein Schwiegervater gekonnt auf Stelzen marschierte. „Die Kinder wollen jetzt gleich noch unbedingt an die Kletterwand“, sagte der Familienvater, der „einen Sonntagnachmittag, an dem sich alle mal gemeinsam bewegen und Spaß haben“ erleben wollte. Und die Familie wurde sicher nicht enttäuscht.

Zum zweiten Mal in Folge richtete der Babenhäuser Turnverein rund um die Joachim-Schumann-Schule mit großem Engagement und vielen Helfern das große Sport- und Spielfest der Sportkreisjugend Darmstadt-Dieburg aus.

Sowohl in den Hallen als auch im Freien lockten die unterschiedlichsten Stationen, an denen nicht nur schweißtreibender Sport, sondern auch das Erfühlen von Gegenständen, Teamspiele und lustige Aktionen, wie Mülltonnenrennen geboten wurden. Der neue Dart-Soccer der Sportkreisjugend, bei dem ein Fußball auf eine riesige Dartscheibe geschossen wird, war ebenso ein Publikumsmagnet wie der Dosenturm, der mit einer großen Wasserspritze zum Einsturz gebracht wurde.

Die städtische Kinder- und Jugendförderung lud zum Basteln und die Jugendförderung des Landkreises auf einen Rauschparcours ein. Hier wurde das Thema Suchtprävention angegangen, indem die Teilnehmer sich auf dem Parcours mit Brillen bewegten, die die veränderte Sichtweise bei einem Alkoholrausch imitieren. Für die bundesweite Aktion „Purzelbaumweltrekord“ des Deutschen Turnerbundes wurden fleißig Meter gesammelt, die am Ende für eine ganze Weltumrundung (40 075 Kilometer) reichen sollen.

Das Familienfest, das für alle Generationen und auch Menschen mit Behinderungen Angebote machte, wurde von Andrea Zemke, der Vorsitzenden der Sportkreisjugend eröffnet. „Gerade in der heutigen Zeit, in der vielen Kindern motorische Fähigkeiten fehlen, ist es wichtig, dass wir als Erwachsene zum einen die Rahmenbedingungen für Sport schaffen, aber auch Vorbilder in Sachen Bewegung sind. Wir wollen anregen, gemeinsam in der Familie Sport zu treiben, was ja eher selten ist. Vielleicht kann man auch die eine oder andere Idee für kleine Bewegungsstationen mit nach Hause nehmen“, sagte die Kleestädterin, die dem TVB dankte, dass er zum zweiten Mal diese große Veranstaltung stemmte. „In dieser Dimension findet sie zum vierten Mal statt. In einer kleineren Form und auf den Altkreis Dieburg beschränkt, gab es dieses Familiensportfest bereits seit 2010“, sagte Zemke. Es solle auch ein Entwicklungsanstoß für die ausrichtenden Vereine sein, sich mit anderen Institutionen und Vereinen stärker zu vernetzen. Sie lobte den TVB für die gute Kooperation der einzelnen Abteilungen und seine innovativen Ideen, unter anderem, „angeregt von der Sportkreisjugend jetzt gemeinsam mit den FSJlern ein Leitbild zu entwickeln“.

Mit Aerial Sportarten schwerelos trainieren

Sascha Ahnert, Vorsitzender des Sportkreises Darmstadt-Dieburg, nannte die Veranstaltung „ein Musterbeispiel für Kooperation und Netzwerkbildung im Sport“ und probierte am Anschluss an den offiziellen Teil gemeinsam mit Landrat Klaus Peter Schellhaas begeistert den großen Dart-Soccer auf dem Schulparkplatz aus. Der Landrat, Bürgermeister Joachim Knoke und Alice Sauer, Seniorenbeauftragte des Turngaus Odenwald, begrüßten die Besucher ebenfalls. Die drei TVB-Vorsitzenden Ute Teuchner, Amèlie Kley und Bert Bernhardt forderten dazu auf, sich etwas zu trauen und alles mitzumachen. Das ließen sich die meisten Besucher nicht zweimal sagen. So sah man viele strahlende, verschwitzte Gesichter. Auch bei Familie Wagner aus Sickenhofen, die sich am Akrobatik-Stand in der Halle an der Figur „Flieger vorwärts“ ausprobierte. Zuerst legte sich Mutter Carolin auf den Rücken und stemmte mit durchgestreckten Beinen mühelos das vierjährige Töchterchen Flora in die Luft, die dabei ihre Arme zur Seite ausstreckte. Spannender wurde es als der Papa Jens Wagner auf dem Rücken liegend, seine Frau fliegen ließ. Es klappte auf Anhieb, was er mit Humor quittierte: „So, und jetzt machen wir es andersherum“.

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