Staubige Sache

Steinmetz saniert Säulen in der Sickenhöfer Kirche

Die dorischen Säulen in der Sickenhöfer Kirche werden von Steinmetz Erich Schneider restauriert. Pfarrerin Elke Becker begutachtet die Arbeit.
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Die dorischen Säulen in der Sickenhöfer Kirche werden von Steinmetz Erich Schneider restauriert. Pfarrerin Elke Becker begutachtet die Arbeit.

Im Innenraum der evangelischen Kirche in Sickenhofen werkeln derzeit die Handwerker und restaurieren die zehn Säulen, die die Empore tragen.

Der Bildhauer und Steinmetz Erich Schneider aus dem Odenwald hat diese Aufgabe übernommen und arbeitet sich seit ein paar Tagen mit seinen Helfern durch das Gebäude.

Zuerst mussten die Sitzbänke und Stühle beiseite geräumt werden, damit die Säulen von allen Seiten bearbeitet werden können. Dann wurde um den ersten Pfeiler ein würfelartiges staubdichtes Zelt errichtet, in dem mit einem Sandstrahler die Säule gereinigt wird. „Im Zelt herrscht Unterdruck“, erklärt Schneider, „und der entstehende Feinstaub wird mithilfe eines Kompressors über dicke Schläuche ins Freie geblasen.“

Aber trotz aller Schutzmaßnahmen wabert der Staub durch das Kircheninnere und legt sich auf alle Gegenstände im großen Kirchenschiff. Zusätzlich trägt Schneider bei seiner Arbeit einen komplett geschlossenen Schutzanzug mit Helm und darunter noch einer Atemschutzmaske. Für eine Säule benötigt der Steinmetz ungefähr einen Tag, ehe das Zelt an die nächste Stütze versetzt wird.

Die Sanierung der Säulen war notwendig geworden, da vor einiger Zeit bei einer Begutachtung festgestellt wurde, dass vom Fußboden her Feuchtigkeit aufsteigt und den Salpeter aus dem Sandstein wäscht, was zu Verfärbungen führt. Eine fachmännische Entlüftung zum Beseitigen der Staunässe wurde dadurch erforderlich. Dazu entfernt Schneider im zweiten Arbeitsschritt die Bodenabdeckung rund um die Säule und die darunterliegenden alten Teerschichten werden abgetragen. Als letzte Arbeit wird die Fläche rund um den Fuß der Säule mit farblich passenden kleinen Schottersteinen verfüllt. Danach geht es ans Saubermachen und Aufräumen.

Die ursprüngliche Hoffnung von Pfarrerin Elke Schneider, die Kirche an Ostern wieder nutzen zu können, steht angesichts der Coronavirus-Pandemie nun unter einem ganz anderen Vorzeichen. Niemand mag seriös beurteilen, wann sich in der Kirche wieder ohne gesundheitliche Gefahr versammelt werden kann. Nichtsdestotrotz möchte Steinmetz Schneider seine Arbeiten bis zum Osterfest abgeschlossen haben.

VON WALTER KUTSCHER

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