Deal für Babenhausen

Investor will unbedingt Tegut-Markt bauen - und bietet dafür Kindergarten mit an

Investor Christof Mahnel möchte in Babenhausen einen Tegut-Markt errichten. Als „Goodie“ bietet er zudem den Bau einer Kita an.  
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Investor Christof Mahnel möchte in Babenhausen einen Tegut-Markt errichten. Als „Goodie“ bietet er zudem den Bau einer Kita an.  

Investor Christof Mahnel möchte in Babenhausen einen Tegut-Markt errichten. Als „Goodie“ bietet er zudem den Bau einer Kita an.  

Babenhausen - In Zeiten, in denen Kinderbetreuungsplätze fehlen und Kita-Neubauten mehrere Millionen Euro kosten, kommt ein Investor um die Ecke, der nicht nur eine Kindertagesstätte bauen würde, sondern gleich noch einen Betreiber dazu mitbringt. Gibt’s nicht? Doch. Christof Mahnel heißt der Mann mit dem Geld.

Ein Geschäftsmann und in Babenhausen kein Unbekannter. Er war es, der im vergangenen Jahr die Pläne für einen Tegut-Markt neben dem ehemaligen Iroplast-Gelände an der Frankfurter Straße auf den Tisch legte. Es war eines der drei Puzzleteile für die Entwicklung des Boßwenhain-Gebietes. Doch nach langer und zuweilen sehr hitziger Diskussion entschieden sich die Stadtverordneten schließlich erst einmal für eine kleine Lösung. Lediglich auf der Industriebrache soll ein neues Wohngebiet entstehen. Den Aufstellungsbeschluss dafür fasste die Lokalpolitik Ende Juni.

Babenhausen: Investor will Tegut und Kita bauen 

Aber Mahnel vom Aschaffenburger Projektentwickler CMB lässt nicht locker. Er möchte für Tegut im Norden Babenhausens vis-à-vis des Netto einen Markt mit 1 600 Quadratmetern Verkaufsfläche und einen Drogeriemarkt errichten. Für Letzteren steht Mahnel noch in Verhandlungen. „Der Kindergarten ist ein Goodie“, sagt Mahnel und sei im Gespräch mit Bürgermeister Joachim Knoke entstanden. Ursprünglich hatte der Investor mit dem Bau eines Gebäudes für die Sozialstation geworben.

Die Vorteile für Babenhausen, mit denen Mahnel wirbt, sind dieselben geblieben: eine ausreichende Lebensmittelversorgung der Nordstadt, Entlastung des Verkehrsknotenpunkts Bahnunterführung, Verhinderung von Kaufkraftabfluss nach Dudenhofen, Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. Er stehe mit drei möglichen Kita-Betreibern in Verhandlungen, berichtet er. 

Babenhausen: Tegut soll 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche haben 

Mit wem und welches Konzept diese anbieten, dazu hält sich Mahnel noch bedeckt. Klar sollte sein, dass es ein privater Anbieter sein wird, der die viergruppige Kita betreiben soll. Möglich wäre das bereits Ende 2020, drückt der Investor aufs Tempo, der gerne im Frühjahr 2021 die Märkte fertiggestellt haben möchte.

Mahnel kennt die Bedenken wegen der über das Areal verlaufenden Hochspannungsleitungen. Sie würden vor allem das Tegut-Gebäude betreffen. Rein rechtlich sei alles zulässig, sagt Mahnel. Wegen des Kindergartens habe Mahnel der Stadt bereits angeboten, diesen auch anderswo zu bauen. Einzige Voraussetzung: Zeitgleich muss Baurecht für die Märkte entstehen.

Die Stromleitungen (unten) werden über das geplante Tegut-Gebäude (oben, braune Flächen) und teilweise über den Drogeriemarkt (beige Fläche) verlaufen. Der Kita-Bau (violett) ist etwa 25 Meter von der Hochspannungsleitung entfernt. Rechts am Rand der Grafik verläuft die Frankfurter Straße. Grafik/Foto: CMB/NKÖ

Damit liegt der Ball nun bei der Stadtverwaltung, dem Magistrat und letztendlich den Stadtverordneten. Bürgermeister Knoke äußerte sich dazu skeptisch. Vor allem wegen des Vertrages mit der Kasernenkonversionsgesellschaft, in dem geregelt worden ist, dass vorerst nur auf dem Kasernengelände neuer Lebensmittel-Einzelhandel entstehen darf: Der Hauptgrund dafür, dass im ersten Anlauf Verwaltung und Politik erst einmal Abstand von dem Vorhaben genommen hatten. Mahnel hingegen ist nach eigener juristischer Prüfung nach wie vor davon überzeugt, dass die entsprechenden Vertragsklauseln nicht rechtens sind.

Babenhausen: Neuer Tegut für die Stadt

Wie Bürgermeister Knoke auf Nachfrage berichtete, ist eine entsprechende Drucksache für das Vorhaben in Arbeit. Sie werde aller Voraussicht nach im November in den Ausschüssen beraten und diskutiert werden können. Eine Entscheidung könnte dann in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 28. November, fallen.  

Von Norman Körtge

Wetterprognose: Am Freitag wird es in Hessen ungemütlich. Lokal kann es laut DWD Gewitter geben, ein kräftiger Wind weht. Samstag und Sonntag werden kaum besser.

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