Seit 25 Jahren

Auspowern und Selbstverteidung: Kickboxen beim Turnverein Babenhausen

Martialisch wirkenden Tritte (oben) gehören zum Kickboxen: Die TVB-Truppe wird von Herrmann Rothermel (Vierter von rechts) und Axel Wildgrube (Fünfter von links) trainiert.
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Die Kickbox-Truppe des Turnvereins Babenhausen wird von Herrmann Rothermel (Vierter von rechts) und Axel Wildgrube (Fünfter von links) trainiert.

Seit 25 Jahren wird Kickboxen beim Turnverein Babenhausen angeboten. Die Frauen und Männer schätzen den Fitnesssport und das Wissen, sich im Notfall selbst verteidigen zu können.

Babenhausen – Kondition, Gelenkigkeit, Körperbeherrschung und Reaktionsfähigkeit sind keine schlechten Trainingseffekte. Wenn man dazu auch noch richtig Dampf ablassen kann, umso besser. Kickboxen ist im Trend und wird seit vielen Jahren auch beim Babenhäuser Turnverein (TVB) angeboten.

„Ich kann mich dabei super auspowern“, sagt Norbert Rösinger (56), der seit 16 Jahren zum Training geht. Aber wie üblich beim Sport im Verein geht es den meisten nicht nur um die positiven körperlichen Auswirkungen. So hebt Manfred Kreuz auch die Gemeinschaft in der Gruppe hervor: „Ich finde die Gesellschaft hier schön“. Er habe in früheren Jahren verschiedene asiatische Kampfsportarten betrieben. „Aber durch die Techniken beim Kickboxen habe ich eher das Gefühl, dass ich mich im Notfall verteidigen kann“, sagt der 56-jährige Chiropraktiker.

Selbstverteidigung und Fitness stehen auch bei der Schaafheimerin Isabelle Dieter (25) ganz oben auf der Liste. Sie ist seit zwei Jahren dabei und habe zu Beginn eigentlich nur eine Freundin begleitet, die mit dem Kampfsport anfangen wollte. Sie ist dann selbst geblieben und schnürt seither gemeinsam mit einem Dutzend anderer Freizeitsportler beim TVB die Kickbox-Handschuhe.

Bei diesem schnellen, oft martialisch wirkenden Sport werden die Tritte (Kicks) und Schläge der asiatischen Kampfsportarten mit Techniken aus dem konventionellen Boxen, wie es in Europa und den USA zuhause ist, verbunden. Der moderne, abendländische Kampfsport hat – anders als die fernöstlichen Kampfsportarten – keine lange Geschichte. Als Wettkampfdisziplin besteht er erst seit Mitte der 1970er Jahre, damals noch unter dem Namen „All Style Karate“, „Sport-Karate“ oder „Contact-Karate“.

So haben auch nicht wenige Kickboxer mit anderen Kampfsportarten, wie Karate oder Taekwondo, begonnen. Darunter Schwarz-Gurt-Träger Celal Oynas (44), der als Kind Kung-Fu-Filme liebte und gerne im heimischen Wohnzimmer den Bruce Lee gab. Das sei seinem Vater dann irgendwann so auf die Nerven gegangen, dass er sagte: „Jetzt reicht es, du gehst zum TVB und machst Karate“. So kam er bereits als Neunjähriger zur von Hermann Rothermel geleiteten Karate-Abteilung, aus der Kickboxen vor etwa 25 Jahren hervorgegangen ist und diesen klassischen, asiatischen Kampfsport beim TVB inzwischen abgelöst hat. In Babenhausen wird das technisch und konditionell sehr anspruchsvolle Leichtkontakt-Kickboxen trainiert. Boxhandschuhe und eine Schutzausrüstung gehören dazu. Auch wenn bei der Babenhäuser Trainingsgruppe Verletzungen noch nie vorgekommen sind, wie Rothermel betont.

„Kickboxen ist auch deshalb sehr beliebt, weil es vielfältigen Einflüssen von Außen ausgesetzt ist und sich ständig weiterentwickelt. Es sind viele Techniken aus Karate eingeflossen, aber die Hierarchien sind nicht so ausgeprägt wie im traditionellen asiatischen Kampfsport“, sagt Rothermel, der sich freute, die Sportler nach der langen Corona-Pause jetzt mit einem Gläschen Sekt offiziell wieder begrüßen zu können.

Seit drei Wochen werde wieder trainiert, sagt Trainer Axel Wildgrube. Die Kickboxer, die sich jeden Montag von 20.30 bis 22 Uhr im hinteren Drittel der Schulsporthalle treffen, sind unterschiedlich lange dabei, vom Anfänger bis zum Schwarz-Gurt-Träger fühlen sich alle wohl in der Gruppe. Das Trainingsniveau werde an den Einzelnen angepasst, sodass auch Neulinge jederzeit einsteigen können und willkommen sind, sagen die Trainer, die Interessenten jeder Altersklasse einladen, unverbindlich vorbeizukommen und reinzuschnuppern. (Von Petra Grimm)

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