Medientage

Der Umgang mit Medien will gelernt sein - und das schon ab der dritten Klasse

Über Chancen und Risiken der digitalen Medien sprach Mitsch Schulz mit den Drittklässern der Schule im Kirchgarten. 
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Über Chancen und Risiken der digitalen Medien sprach Mitsch Schulz mit den Drittklässern der Schule im Kirchgarten. 

Die meisten Kinder verbringen viele Stunden an ihrem Handy, mit Computerspielen oder vor dem Fernseher. Bei den Medientagen in einer Grundschule in Babenhausen sollen Kinder einen sinnvollen Umgang mit Medien lernen. 

Babenhausen – Auch vor der freiwilligen Selbstisolierung und den Schulschließungen, um die Verbreitung des Coronavirus auszubremsen, verbrachten die meisten Kinder bereits viele Stunden mit ihrem Handy, Computerspielen oder vor dem Fernseher. Oft zu viele. „Diese Zeit fehlt einem, um andere Dinge zu machen, beispielsweise draußen zu spielen oder zu lesen“, sagte Mitsch Schulz vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MuK) zu den Drittklässern der Schule im Kirchgarten.

Er leitete die vier Medientage an der Babenhäuser Grundschule, ein Projekt der Kinder- und Jugendförderung des Landkreises, das von den IT-Beauftragen der Grundschule, Nils Falker und Marius Schneider, organisiert wurde. Eine Premiere an der Schule, die die Beteiligten als gelungen werten und auf jeden Fall wiederholen möchten.

„Wir sind ‘pro Medien’. Man muss nur einen sinnvollen Umgang damit lernen“, sagte Schulz, in dessen zeitgemäßem Unterricht es keinesfalls darum ging, digitale Medien zu verteufeln, sondern den Kindern ihre Risiken, aber auch ihren Nutzen zu erläutern. Alle vier dritten Klassen waren jeweils einen Vormittag dazu eingeladen und beschäftigten sich unter seiner Regie mit allerlei Fragen rund um Smartphone, Spielekonsole und Co.

Geklärt wurde beispielsweise: Was sind überhaupt Daten und warum sollte jeder sie vor dem Zugriff durch andere schützen? Was ist das Recht am eigenen Bild? Was sind soziale Netzwerke oder auch Fake-News? Wie man Problemen in der Familie durch die Nutzung von elektronischen Medien vermeiden kann war ebenfalls ein Thema. So scheint es in den meisten Familien zumindest bei gemeinsamen Mahlzeiten ein Handyverbot am Tisch und auch andere Regeln zu geben. Eine gewisse Sorglosigkeit der Kinder war aber festzustellen. So war den meisten Kindern ganz offensichtlich nicht bewusst, dass es problematisch ist, wenn sie selbst alle möglichen Fotos oder Videos von sich selbst oder ihren Freunden im Netz hochladen. Bei solchen Fragen ist Aufklärung und Sensibilisierung dringend nötig. Schulz fand die richtigen Worte für seine Warnungen. Und auch der Spaß kam nicht zu kurz. So wurden mit einem Quiz Internet-Begriffe vermittelt und am Ende ging es mit Tablets in Kleingruppen in die Medienpraxis – und zwar sehr kreativ: Eigene Comics wurden digital erstellt. „Denn Medien sind eine tolle Sache“, so der Experte.

Dass diese Info-Tage bereits für Drittklässer stattfand, habe seinen Grund, erklärte Schulz: „Nach unseren Erfahrungen hat fast die Hälfte der Drittklässer schon ein Smartphone. Das ist das Einstiegsalter“.

In der dritten Klasse, die am Freitag in der Schule im Kirchgarten mit Schulz zusammen saß, war die Quote niedriger. Von 20 Kindern meldeten sich fünf bei der Frage, ob sie ein eigenes Handy hätten. Und – das war doch angenehm überraschend – fast alle meldeten sich auf die Frage, ob sie auch außerhalb der Schule Bücher lesen. „Das ist auch wichtig. Denn, um Medien nutzen zu können, muss man lesen können“, sagte Schulz zu den Kindern.

Von Petra Grimm

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