Corona-Krise

Genäht, gedruckt und gespendet

Leisten eine wichtige Arbeit, nicht nur in der Corona-Krise – Mitarbeiter der Sozialstation: die stellvertretende Leiterin Christine Kolb (von links), Andrea Salzner, Christina Bodelle, Britta Merkle, Marie Hauck (ganz vorne), Lucia Truber, Frederik Ihm und Pflegedienstleiterin Irmgard Stock.

Die Corona-Krise stellt die Mitarbeiter der Sozialstation Babenhausen-Schaafheim vor besondere Herausforderungen. Auch dank tatkräftiger Unterstützung von Bürgern und Unternehmen konnte sie gemeistert werden.

Babenhausen/Schaafheim – Gefühlt scheint es bereits eine Ewigkeit her zu sein, aber es sind gerade drei Monate ins Land gezogen. Aber Anfang März überschlugen sich fast täglich die Ereignisse, auf die es in geeigneter Weise zu reagieren galt, erinnert sich Pflegedienstleiterin Irmgard Stock: „Zunächst drohte uns das Desinfektionsmittel auszugehen, der Markt war wie leer gefegt. Es hieß, dass erst wieder Angang Mai Lieferungen in begrenzter Menge möglich wären.“

Was tun? Diese Frage stellten sich die Mitarbeiter der Sozialstation, denn ohne Händedesinfektionsmittel können die Pflegekräfte die Hygienestandards nicht einhalten. „Die Lieferanten empfahlen uns, auf Händewaschungen mit Seife zurückzugreifen“, so Stock. Dies ist in der ambulanten Pflege aber nur schwer umsetzbar.

„Deshalb entschlossen wir uns, über Social Media einen Aufruf zu starten, was sich als voller Erfolg herausstellen sollte“, berichtet die stellvertretende Leiterin Christine Kolb. Was dann passierte, lässt Kolb noch immer staunen, zeige aber auch, wie bedeutsam die Bürger die Arbeit der Sozialstation halten. „Die Telefone sind heiß gelaufen. Wir haben an die 70 Liter Desinfektionsmittel erhalten, sowohl als Spende, als auch zum Selbstkostenpreis“, erzählt Kolb. Spender waren Privatleute, umliegende Firmen oder auch die Freiwillige Feuerwehr in Babenhausen.

Gesichtsvisiere übergaben die Continental-Auszubildenden Sven Reitz (von rechts) und Johannes Höfling an Sozialstation-Geschäftsführer Sebastian Fuß.

Schon bevor die allgemeine Maskendiskussion in Deutschland begann, stellte sich die Frage: „Wie können wir unser Pflegepersonal und unsere Patienten bestmöglich schützen?“ Für die Mitarbeiter der Sozialstation war von Anfang an klar: Das Tragen von Gesichtsmasken mache nur Sinn, wenn beide Seiten eine Maske tragen. „Um unsere Patienten und Angehörigen mit Masken auszustatten, war wiederum ein schnelles Handeln erforderlich, denn auch dieser Markt war restlos ausverkauft“, berichtet Kolb. Mithilfe von vielen freiwilligen Helfern konnten in kürzester Zeit über 700 Gesichtsmasken genäht werden. Hierbei sei besonders genannt Mitarbeiterin Britta Merkle, die Langstädter Gruppe „Lauter Frauen“, Katharina Linke und viele mehr, die sich spontan gemeldet und genäht oder OP-Masken gespendet haben. „Wenn uns vor einem halben Jahr jemand gesagt hätte, dass wir einmal um Desinfektionsmittel betteln müssen und wir selbst genähten Mundschutz tragen, hätten wir wahrscheinlich mit einem mitleidigen Lächeln reagiert“, so Stock.

Außerdem erhielt die Sozialstation diverse Geldspenden und zudem von der Firma Continental spezielle Gesichtsvisiere. Die Gesichtsvisiere wurden in der Ausbildungswerkstatt auf mehreren 3-D-Druckern gefertigt, Unterstützung erhielt die dortige Ausbildung vom Fachbereich, der die Schutzfolien zur Verfügung stellte. Freudig konnte schließlich Sozialstations-Geschäftsführer Sebastian Fuß die Visiere entgegennehmen. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn an Covid-19 erkrankte Patienten versorgt werden müssen. Sie bieten einen zusätzlichen Schutz der Augen und Schleimhäute. „Wir waren und sind überwältigt von der herausragenden Hilfsbereitschaft, die wir in diesen Zeiten erfahren durften“, so Fuß abschließend.   nkö

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