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Bachgauschüler schreiben Buch mit Lehrer Fuhlbrügge

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Der Philosophie-Kurs von Thomas Fuhlbrügge hat als Abschlussprojekt ein Buch zum Thema „Wahrheit“ veröffentlicht.
Der Philosophie-Kurs von Thomas Fuhlbrügge hat als Abschlussprojekt ein Buch zum Thema „Wahrheit“ veröffentlicht. © zeta

Die Schüler des Wahlpflicht-Kurses Philosophie an der Babenhäuser Bachgauschüler haben gemeinsam mit ihrem Lehrer, dem Altheimer Autor, Thomas Fuhlbrügge ein Buch geschrieben.

Babenhausen/Altheim – Angefangen hat es mit einem „philosophischen Spaziergang“ und mündete nun in einem Buch mit dem Titel „Maskenzeit“. Die Schüler des Wahlpflicht-Kurses Philosophie an der Babenhäuser Bachgauschule verbrachten ihre erste Kursstunde nicht im Klassenzimmer, sondern bei deinem Spaziergang durch Babenhausen. In Zweierteams sollten sie eine philosophische Fragestellung erörtern, die ihnen Lehrer Thomas Fuhlbrügge zuvor gestellt hatte – ganz ähnlich, wie es die Philosophen in der Antike gemacht hatten.

Auch mit dem Begriff „Wahrheit“ hatten sich die antiken Denker bereits auseinandergesetzt. „Die Frage, was Wahrheit ist, ist so alt wie die Philosophie selbst“, sagt Fuhlbrügge. Geben wir uns allzu oft mit dem zufrieden, was wir sehen und hören, weil es im ersten Moment plausibel scheint? Und welche Auswirkungen hat es auch auf die anderen, auf Mitmenschen und Gesellschaft, wenn es sich der einzelne einfach macht und unhinterfragt alles für „bare Münze“ nimmt?

Maskenzeit

Das Buch „Maskenzeit“ ist mit der ISBN 978-3-7549-7769-9 im von Fuhlbrügge gegründeten coortext-Verlag erschienen, kostete 8,99 Euro und ist im stationären sowie im Online-Buchhandel erhältlich.

Und Hand aufs Herz: Wer hat nicht auch selbst schon einmal geflunkert, um sich vielleicht einen Vorteil zu verschaffen? Oder um den einen oder anderen kleinen Makel zu kaschieren? All die perfekt inszenierten Instagram-Fotos, mit denen ein fortwährender Wettkampf um die „beste“ Selbstdarstellung läuft, zeugen davon. Was ist also wahr, was echt und was nur eine Illusion?

Das fragt man sich auch beim Blick auf das Buchcover. Dort begegnen sich ein Goldfisch und ein Hai. Doch wer ist wer? Von vorne besehen, wirkt das Gesicht des Goldfischs freundlich, unschuldig und auch etwas unbeteiligt. Auf jeden Fall absolut ungefährlich. Betrachtet man den Fisch von der Seite, erkennt man aber, dass das Gesicht nur eine Maske ist, hinter der sich ein Hai verbirgt. Die Täuschung funktioniert auch umgekehrt: wenn der harmlose, kleine Goldfisch eine Hai-Maske trägt, die ihn auf den ersten Blick bedrohlich und furchteinflößend wirken lässt.

Im Buch, das der in Altheim lebende Autor Thomas Fuhlbrügge herausgegeben hat, trifft der Leser auf 21 Textbeiträge der Schüler, die von Agates Allegorie „Milieu eines Sterbenden“ bis zu Benedikts Gedanken über „Die diversen Aspekte der Wahrheit“ reichen. Viele Texte wirken lange nach, manche wollen gedeutet werden, alle motivieren die Leser, selbst den Wahrheitsbegriff zu hinterfragen.

Schon vor zwei Jahren hatte Fuhlbrügge mit seinen Schülern ein Buchprojekt zum Thema „Freiheit“ realisiert und sie ermutigt, ihre Standpunkte mit anderen zu erörtern. Auch in ihrem privaten Alltag setze sie sich nun stärker damit auseinander, was Wahrheit bedeutet, erzählt Ella. „Ich finde es spannend, zu erfahren, wie andere Menschen denken, welche Ansichten sie haben und warum“, sagt sie. Das Gespräch und die Auseinandersetzung mit anderen Menschen und Meinungen führten auch dazu, dass sie auch ihre eigenen Positionen reflektiert und überprüft, ob diese vielleicht eine Korrektur benötigen. „Es gibt selten ein richtig oder falsch, sondern eine große Vielfalt von unterschiedlichen Meinungen“, ergänzt Charlotte. Es sei wichtig, sich unvoreingenommen mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen, um Verständnis für andere Menschen und deren Ansichten zu entwickeln, meint die Schülerin.

Ob etwas wahr und wahrhaftig ist, lasse sich nicht eindeutig definieren. Oftmals sei das, was als Wahrheit angesehen wird, abhängig vom eigenen Standpunkt. Ebenso wie bei Freiheit, Gerechtigkeit und Schönheit sei auch die Suche nach der Wahrheit ergebnisoffen. Für alle Schüler war die „Wahrheitsfindung“ also ein Prozess, an dem sie nun mit ihrem gemeinsamen Buch jeden Interessierten teilhaben lassen. (zeta)

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