In Langstadt

Bahnhof besteht kulturelle Taufe

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„Winterfest“ ist bereits in Planung Die Zuschauer erfreuen sich zweimal am Stück „Gott des Gemetzels“. In Kürze gibt es Gespräche zur Förderung. „Der Gott des Gemetzels“ wurde im Langstädter Bahnhof aufgeführt.

Langstadt - Der Langstädter Bahnhof ist tauglich für kulturelle Veranstaltungen - zumindest für Theaterstücke kleinerer Ensembles: Das war die wichtigste Erkenntnis, die Martin Münch aus dem Wochenende zog. Von Jens Dörr 

Das Vorstandsmitglied des Vereins „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ blickte insgesamt zufrieden auf die beiden Vorstellungen des Stücks „Der Gott des Gemetzels“, die über die „Bühne“ im Erdgeschoss gingen. Die vier Darsteller der bekannten Gesellschaftskomödie von Yasmina Reza - Alexandra Ihrig, Simone Wenzel, Armin Metzler und Joachim Letschert haben sich als Quartett unter dem Namen „Theatergemetzel“ zusammengeschlossen - spielten im ehemaligen Bahnhofsfoyer dabei auf „Augenhöhe“ mit dem Publikum, das nicht nur frontal, sondern auch seitlich platziert war. Der erste Abend war komplett ausverkauft, die Zusatzvorstellung fast. Auf das ursprünglich geplante „Live-Kino“, bei dem der im Frühjahr gegründete Verein das Stück auf eine Leinwand im Nebenraum übertragen wollte, hatten Münch und Co. mangels Nachfrage verzichtet.

Nicht verzichten musste das Publikum bei guter Akustik und extremer Nähe zu den Schauspielern auf ein Feuerwerk an Gags und Pointen, die auf heitere Weise zum Nachdenken anregten. Auch die Erfrischung vor und nach der Vorstellung war gesichert: „Die Stadt Babenhausen ist sehr kooperativ“, freute sich Münch etwa über die rechtzeitig erteilte Ausschankgenehmigung.

Im baufälligen Bahnhof selbst, dessen neue Bestimmung im Juni mit einem Auftaktfest gefeiert wurde, gibt es in diesem Jahr voraussichtlich noch eine Veranstaltung von Studenten des Mediencampus’ Dieburg der Hochschule Darmstadt für Schulklassen. Das „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ will sich zudem am Langstädter Weihnachtsmarkt mit einem Stand präsentieren. Größer am und im Bahnhof gefeiert werden soll voraussichtlich bei einem „Winterfest“ im nächsten Februar, das bereits in Planung sei.

Zuvor aber stehen in den kommenden Wochen wichtige Gespräche - unter anderem mit dem Regionalmanagement des Landkreises Darmstadt-Dieburg - über die Förderung von Umbau und Betrieb der Immobilie an. Eine besondere Bedeutung komme Münch zufolge dabei den Plänen zu, welcher Bereich des Bahnhofs, der dem Groß-Umstädter Bauunternehmer Hans Goll gehört, künftig wie und von wem vermarktet und genutzt werde. Als sicher gilt, dass das Erdgeschoss dauerhaft Raum für Geselligkeit und Veranstaltungen bieten und das zweite Stockwerk zu Wohnraum umgebaut werden soll. Offen ist noch, wer sich in welcher Form um den ersten Stock, in dem womöglich der Mediencampus Dieburg Büroflächen nutzen könnte, sorgen soll und unter welchen Voraussetzungen die Förderungswürdigkeit gewährleistet bleibt.

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