Interview

Neue Hallen-Option: Babenhausen Wizards wollen in die Kaserne 

Basketball, Sporthalle, Babenhausen, Kaserne
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In der Kasernen-Sporthalle in Babenhausen soll bald wieder Basketball gespielt werden. Eine professionelle Korbanlage (links) ist bereits organisiert worden.

Nach mehr als 13 Wochen Corona-Zwangspause: Die Babenhausen Wizards wollen wieder Basketball spielen. Sportkoordinator Thomas Hüter und Bürgermeister Joachim Knoke über Trainingsstart und Zukunftspläne.

Babenhausen – „Wizards-Comeback“ – so verkündeten die Babenhäuser Basketballer den Trainingsstart nach mehr als 13 Wochen coronabedingter Zwangspause. Mit einem vom Ordnungsamt genehmigten Hygienekonzept sind alle Teams wieder in der Lage, zu trainieren. Derweil hat sich mit der Sporthalle auf dem Kasernengelände eine neue Option für die Abteilung des TV Babenhausen aufgetan. Mithilfe der Stadt konnten zwei professionelle Korbanlagen dort platziert werden.

Im Interview sprechen Wizards-Sportkoordinator Thomas Hüther und Bürgermeister Joachim Knoke über den Trainingsstart und die Zukunftspläne in der Kasernen-Halle.

Im September 2017 haben Sie das Amt als Sportkoordinator bei den Wizards angetreten. Welche Entwicklung hat die Abteilung genommen?

Hüther: Wir konnten uns im Jugendleistungsbereich deutlich verbessern und Spieler aus den eigenen Reihen in den Damen- und Herrenbereich integrieren. Kommende Saison werden wir U12-Oberliga, U14-Oberliga, U16-Landesliga und WU18-Oberliga spielen. Das dürfte es so noch nicht in der Vereinsgeschichte gegeben haben. Das Ausbilden von jungen Coaches und deren direkten Einsatz im Verein war mir dazu sehr wichtig. Die Ausbildung hat sich einfach gelohnt und ist eine Win-win-Situation. Perspektivisch wollen wir uns mit den Herren in der Oberliga Hessen etablieren und im Damenbereich streben wir den oberen Tabellenrand in der Oberliga an. Hier würden wir den sportlichen Aufstieg in die Regionalliga langfristig anvisieren.

Den Basketballstandort zu stärken, ist eine der Hauptaufgaben, die Ihnen zugetragen wurde.

Hüther: Mir ist wichtig, dass wir weiter eine kontinuierliche nachhaltige Jugendarbeit im Breiten- und Leistungssport anbieten. Diesen Bereich gilt es weiter zu stabilisieren. Wir stehen glücklicherweise nicht mehr ganz am Anfang: Mit allein 60 Jugendlichen, die bei den Wizards Basketball spielen, war vor drei Jahren noch nicht zu rechnen. Das macht mich persönlich sehr stolz, mein besonderer Dank gilt den Jugendtrainern, allem voran unserem Lokalmatador Joe Whitney. Er führt das Youth-Wizards-Programm. Des Weiteren ist es uns gelungen, Spieler mit einer außerordentlichen sportlichen Perspektive im Programm der Fraport Skyliners zu integrieren. Mit Lara Schierling haben wir eine Deutsche Meisterin (WU14) im Verein.

Thomas Hüther ist Sportkoordinator bei den Babenhausen Wizards.

Blick in die Zukunft: Welche Meilensteine wollen die Wizards erreichen?

Hüther: Wir wollen durch gute Jugendarbeit und als verlässlicher Partner in der Region Südhessen Basketball nachhaltig vorantreiben. Hierzu ist es auch notwendig, die Infrastruktur auszubauen. Die Halle in der Kaserne bietet eine Gelegenheit, dass die knappe Kapazität der Sportstätten etwas entlastet wird.

In der Kasernen-Sporthalle steht seit Kurzem eine professionelle Korbanlage. Wie kam es dazu?

Hüther: Basketball-Landestrainer Reiner Chromik fragt mich, ob ich nicht eine Möglichkeit hätte, eine alte Anlage unterzustellen. Da musste ich nicht lange überlegen und bot nach Rücksprache mit dem Bürgermeister Joachim Knoke meine Hilfe an. Mittlerweile ist klar, dass die Halle bestehen bleibt, somit erweist es sich als Glücksfall, dass die Körbe jetzt gebraucht werden. Zudem haben wir Geld gespart: Eine Neuanschaffung würde etwa 30 000 Euro kosten.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Stadt, vor allem in Bezug auf die neue Option, die Sporthalle in der Kaserne wieder nutzbar zu machen?

Hüther: Nach unserem Wissensstand hat der Kreis durch die Erbpacht die Verantwortung für das Hallengelände und wird im Zuge des Neubaus der Grundschule die Halle sanieren.

Herr Knoke, abgeplatzte Farbe und Wasserflecken zwischen den roten Linien des Basketballfeldes sind Zeichen genug, dass die Sporthalle nicht sofort einsatzbereit ist. Welche Maßnahmen werden nötig sein, um die Halle nutzbar zu machen?

Knoke: Da muss im Zuge der Ertüchtigung für die HEAE (Hessische Erstaufnahme-Einrichtung) noch ein in den Sportbereich hineinragender Luftkanal verlegt, stellenweise der Hallenboden und der Sanitärbereich nutzbar gemacht werden. Dreh- und Angelpunkt ist aber der Bereich Elektro- und Brandschutz. Hier sind die Vorgaben sehr streng und damit kostenintensiv. Trotzdem ist das billiger als ein Neubau.

Welche Pläne hat die Stadt mit der neuen Möglichkeit auf eine weitere Sportstätte zurückzugreifen?

Knoke: Hier hat die Stadt keinen nennenswerten Einfluss. Wie bei den Kreisschulsporthallen auch ist der Landkreis als Schulträger dann in der Verantwortung und die Regelungen werden ganz ähnlich sein. Die Sanierung durch die Stadt selbst mit der Übergabe an einen Verein zum Betrieb haben die Stadtverordneten kritisch gesehen. Wichtig war, die Halle für die Babenhäuser Vereine zu sichern. Die jetzige Verfahrensweise ist sicher ein tragfähiger Kompromiss.

Können Sie sich vorstellen, dass zukünftig hochklassiger Sport in den Kaisergärten getrieben wird?

Knoke: Ein hochklassiger Trainingsbetrieb ist sicher möglich, wie auch bei den Tischtennisspielern in Langstadt geht hier sicher einiges. Eng wird es immer dann im Zuschauerbereich, wenn höherklassig gespielt wird. Hier ist dann die Kreisschulsporthalle mit dem Foyer, das die Stadt gebaut hat, und den Tribünen sicher die beste Lösung. Trotzdem kann und soll auch hochklassig gespielt und trainiert werden. Talent ist reichlich da, das kommt oft aus der Jugendarbeit im Breitensport hervor. Deswegen sind ausreichende Sportstätten auch für den Breitensport unerlässlich.

Die Fragen stellte Janina Becker, Wizards-Pressesprecherin

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