Senioren-Bungalow-Projekt des Christlichen Sozialwerks

Baustart hinter dem Bethesda in Harreshausen

Mit einer Planierraupe schob Pastor Traugott Hartmann (oben) das Bauprojekt
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Mit einer Planierraupe schob Pastor Traugott Hartmann das Bauprojekt

Nach den Blindgängerfunden nimmt das Senioren-Bungalow-Projekt endlich konkrete Formen an. Im Frühjahr 2022 sollen die ersten Häuschen bezogen werden.

Harreshausen – Corona-Pandemie und vier Bombenfunde: Es waren turbulente Zeiten vor Baubeginn des Seniorenwohnparks in Harreshausen. Am Dienstagabend ist offiziell der erste Spatenstich getätigt worden. Aber nicht als normaler Stich mit Schaufel oder Spaten. Traugott Hartmann, Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Harreshausen, das das Projekt ins Leben gerufen hat, klettert in die Planierraupe und schob symbolisch ein Häufchen Erde zur Seite. Polier Peter Wagner vom Bauunternehmen Schleser aus Kleinostheim wies den 76-Jährigen Pastor ein.

„Der Anfang einer wunderbaren Sache“, sagte Hartmann zu der wegen Corona kleinen Runde. Seiner Familie gehörte einst der 9 000 Quadratmeter große Acker, auf dem nun 19 barrierefreie Bungalows für seniorengerechtes Wohnen und ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude des Sozialwerks errichtet werden sollen. Genauso wie das direkt nördlich angrenzende Land, auf dem das Seniorenzentrum Bethesda seinen Platz hat – ebenfalls vom Christlichen Sozialwerk Harreshausen betrieben. Jetzt geht es los. Das Sozialwerk als Eigentümer des Geländes erschließt es und verpachtet es schließlich an die extra 2019 gegründete Baugenossenschaft „Lebensraum“.

Um die 300 000 Euro kostet einer der Bungalows, teilte der Lebensraum-Vorsitzende Tom Best mit, der außerdem Geschäftsführer von Bethesda ist. Die drei Bungalows mit 2,5 Zimmern auf 78 Quadratmeter seien etwas günstiger, die zwölf Bungalows mit drei Zimmern auf 92,5 sowie die vier mit vier Zimmern auf 108 Quadratmeter etwas teurer. Vier Verträge habe man bereits mit Wohnwilligen abgeschlossen, einer sei gerade per Post unterwegs, und drei weitere befänden sich in Bearbeitung. Ganz wichtig: Die Häuser bleiben Eigentum der Baugenossenschaft; zukünftige Bewohner können lediglich Anteile erwerben – im Wert von maximal 200 000 Euro, erklärte Best. Je höher der Anteil, desto geringer die spätere Miete. Die Anteile seien vererbbar, die Häuser nicht. Um Hausbewohner zu werden, müsse man oben auf der entsprechenden Warteliste stehen und anteilhabendes Mitglied der Baugenossenschaft sein.

In kleiner Runde hinter dem Bethesda-Seniorenzentrum fand der offiziell erste Spatenstich statt.

„Die ersten Bewohner haben die einmalige Möglichkeit, über die individuelle Ausstattung mitzuentscheiden“, erklärt Best, der lange Zeit als Architekt gearbeitet hat. Wollen sie Buchen- oder lieber Eichenparkett? Oder hätten sie gern eine Wallbox am Haus, um mal ein E-Auto vor Ort laden zu können? Jedes Gebäude bekommt Fotovoltaik aufs Dach. Als gemeinschaftliches Eigentum der Baugenossenschaft dient der Sonnenstrom dann allen Bewohnern für Heizung, Warmwasserversorgung und Beleuchtung. „Im Sommer können wir den Überschuss an erzeugtem Strom als Ökostrom verkaufen“, meinte Best. Im dunkleren Winter müsse man zukaufen. Platz für Pufferspeicher sei in einem separaten Bau zum Sammeln der tagsüber eingegangenen Energie für die Nacht vorgesehen.

Bei Reinhard Rupprecht (73, CDU), als Erster Stadtrat in Vertretung von Bürgermeister Dominik Stadler anwesend, ist es die Nähe zum Seniorenwohnheim, die ihn und seine Frau mit einem Bungalow liebäugeln lässt. „Es ist eine ideale Kombination,“ fand er überzeugt. Denn Serviceleistungen wie Essen oder Wäsche auf Rädern oder ambulante Pflege können leicht zugekauft werden..

Gemeinsam mit den Mitgliedern der Baugenossenschaft, insbesondere den Bewohnern wolle man über das Thema E-Carsharing nachdenken, wagte Best einen Blick in die Zukunft. Vielleicht habe manch einer vor, sein eigenes Auto abzugeben und für wenige Fahrten ein gemeinschaftliches, gar elektrisches zu nutzen. Oder man komme mit den Verantwortlichen von Bürgermobil rund um Initiator Achim Knick überein, dass sie ein Auto auf dem Gelände der neuen Seniorenwohnanlage abstellen. Wieder eine Entwicklung, die sich wohl bald zeigen wird.

Diejenigen, die bereits unterschrieben haben, freuen sich darauf einzuziehen, wenn alles fertig ist. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 und damit in etwa ein Jahr später als ursprünglich gewünscht. Auch Schuld an der Zeitverzögerung: Der Amtsschimmel wieherte langsam und trug die Baugenossenschaft erst im Dezember rechtsfähig beim Amtsgericht ein. Pastor Hartmann bat im Gebet um schadenfreies Durchführen der Bauarbeiten und Glück aller zukünftigen Bewohner. (zkn)

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