„MichelsChor“ und Jugendchor Reichelsheim intonieren „Te Deum“ in der Stadtkirche

Musik in der Stadtkirche Babenhausen: Beginn und Ende mit Pauken und Trompeten

Das Konzert von „MichelsChor“ und Jugendchor Reichelsheim, die von Musikern der Kurpfalzphilharmonie unter der Leitung von Konzertmeister Arne Müller begleitet wurden, erhilet reichlichen Beifall in der Stadtkirche.
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Das Konzert von „MichelsChor“ und Jugendchor Reichelsheim, die von Musikern der Kurpfalzphilharmonie unter der Leitung von Konzertmeister Arne Müller begleitet wurden, erhilet reichlichen Beifall in der Stadtkirche.

Zum Ausklang eines mit feinstem Herbstwetter gesegneten Sonntags sollte auch Feines in der Stadtkirche zu Gehör gebracht werden. 

Babenhausen - Zur Aufführung sollten allerdings Werke gebracht werden, die jünger sind als der Kirchenbau. „MichelsChor“ und Jugendchor Reichelsheim als Protagonisten und auftretende Künstler waren wohl die Jüngsten in der Reihenfolge Bauwerk, Komponisten und Sänger.

Beide Chöre haben einen guten Namen im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald, weit über die Grenzen von Reichelsheim hinaus. Seit Jahren treten sie regelmäßig als Gospelchor, gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern der Martinsgemeinde, im benachbarten Münster auf. Doch an diesem Abend gab es keinen Gospel und keine Münsterer, jedenfalls nicht als Mitsänger. Begleitet wurde das Ensemble von Musikern der Kurpfalzphilharmonie unter der Leitung von Konzertmeister Arne Müller.

Fulminant begann das Konzert mit Pauken und Trompeten. Sie leiteten das barocke „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier ein. Nicht ganz klar ist, ob diese Komposition zum Lobe Gottes oder dem Lob des Sonnenkönigs Ludwig XIV. entstanden ist, bekannt ist sie bis heute einem breiten Publikum. Millionen Fernseh-Zuschauer kennen die Fanfarenklänge, die Eurovisionssendungen einleiten. Text gibt es auch, der mit „Te Deum laudamus“ (Dich, Gott, loben wir) beginnt.

Babenhausen: Stadtkirche erstrahlt in Glanz

Sauber und klar verliehen die Fanfarenklänge der Stadtkirche einen inneren Glanz, der von den Stimmen des Chores erhellt wurde. An den Solo-Stellen verlieh Jan Fischer mit seiner Bassstimme dem Stück die gewünschte Tiefe. Die musikalische Gesamtleitung des Abends hatte Matthias Ernst, Dekanatskantor, der bei seiner Publikumsbegrüßung darum gebeten hatte, nicht nur die mobilen Telefone Stumm zu schalten, sondern auch darum bat, mit dem eventuellen Applaus zu warten, bis er nach dem Dirigieren beide Arme sinken lasse. Soviel vorweg, es hat geklappt. Aber kaum waren die Arme unten, gab es reichlich Beifall von der Zuhörerschaft.

Die Kirche war gut besucht, es hätten aber gerne noch ein paar mehr Zuhörer sein dürfen. Wer nicht da war, hat das einsätzige Orchesterstück von Ludwig van Beethoven verpasst. Mit der „Coriolan Ouverture op.62“ setzte der Komponist die Geschichte des römischen Feldherrn Coriolan aus Heinrich von Collins Trauerspiel dicht, eindringlich und ergreifend um.

Stadtkirche Babenhausen: nach Orchester-Solo kam Psalm 42

Nach dem Orchester-Solo ging es ohne Pause mit der von vielen Zuhörern mit Spannung erwarteten musikalischen Umsetzung des Psalms 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir“. Der Chor singt im Wechsel mit einer Sopranistin als Solo-Stimme, die mal rezitativ, mal als Arie erklang. Ständige Wechsel in den Tonhöhen stellen besondere Herausforderungen an die Sangeskünstler. Daher ist es erfreulich, dass sich einige Nachwuchsstimmen aus den beiden Chören an die Soli herangewagt hatten und ihre selbstgestellte Aufgabe mit Bravour gelöst haben.

Andrea Dippon-Meyer zeichnete nicht nur verantwortlich für das gesangliche Einstudieren des Jugendchors, sie übernahm auch kurzfristig die Solo-Arien im Sopran mit großem Erfolg. Die gesamte konzertante Darbietung der Ensembles wurde vom Publikum mit reichem Beifall belohnt.

Mit der geforderten Zugabe endete das Konzert, wie es begonnen hatte. Obwohl keine Eurovisionssendung, die Veranstaltung in Babenhausen endete mit den Fanfaren des „Te Deum“.

Von Peter Panknin

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