Imker Achim Knick klärt Kinder auf

Von Bienen und Bestäubung

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Imker Achim Knick lässt seine neugierigen Besucher auch mal selbst an die Bienenschleuder. Er vermittelt den Kindern eindringlich, wie bedeutend die summenden Blütenbestäuber in der gesamten Nahrungskette sind.

Hergershausen - Kindern die Natur und vor allem die Imkerei näher zu bringen, ist ein Ziel des Hergershäusers Achim Knick, der zwei Bienenvölkern in seinem Garten ein Zuhause bietet. Von Petra Grimm 

Jetzt hatte er die kleinen Stadtteilbewohner wieder eingeladen, mit ihm gemeinsam Honig zu schleudern. Mit ruhigen Bewegungen nähert sich der Hobby-Imker den beiden Bienenstöcken, die in seinem Garten in einer kleinen Hütte untergebracht sind. Mit staunenden Augen und in gebührendem Abstand beobachten vier kleine Kinder und ihre Eltern sein Tun. Er hat sie eingeladen, mit ihm den Honig aus den Waben zu schleudern, die er jetzt vorsichtig aus den beiden hölzernen Beuten, wie die vom Imker für das Bienenvolk zur Verfügung gestellte Behausung genannt wird, herausholt.

Ein jedes Kind durfte sich zum Abschluss der Imkervorführungen ein Glas Honig für den Heimweg abzapfen.

„Bienen stechen nicht“, erklärt er den Kindern, einschränkend: „Nur wenn sie sich selbst in Gefahr sehen und sich verteidigen wollen.“ Mit einem weißen Schutzanzug und Imkerhut ausgestattet, hantiert er an den Beuten. Bevor er sie öffnet, zündet er einen Smoker an, der Rauch produziert, und räumt dabei mit einer falschen, aber viel verbreiteten Meinung auf: „Anders als oft behauptet, beruhigt der Rauch die Bienen nicht. Im Gegenteil. Er versetzt sie in Alarmbereitschaft, sodass sie im Bienenstock nach unten kriechen, wo sie sich mit Honig vollsaugen, um ihr Überleben bei der Flucht zu sichern“. Knick versteht es, sein Wissen über die fleißigen Honigproduzentinnen kindgerecht zu vermitteln, am liebsten in Fragen verpackt. So erfahren Jayson (6), Marie (7), Jesper (5) und Jonna (2) beispielsweise dass im Winter nur etwa 5 000 bis 7 000 Bienen in einem Stock leben, im Sommer aber 50.000 bis 60.000.

Ein ordentliches Gewicht von zwei bis drei Kilogramm hat eine Honigwabe. Im Keller werden drei davon in eine manuelle Schleuder gepackt, nachdem die Wachsverschlüsse mit einer Entdeckelungsgabel entfernt wurden. Da darf Jens Kambor, der Papa von Jesper und Jonna, mit anpacken. Für die Kinder heißt es „vor dem Schleudern Hände gründlich waschen“. Denn schließlich hantiere man hier mit einem Lebensmittel, so der Imker, der zweimal im Jahr, üblicherweise Ende Mai/Anfang Juni und dann nochmals Anfang August Honig schleudert. Der Ertrag schwankt von Jahr zu Jahr und liegt pro Volk zwischen 25 und 50 Kilogramm Honig. Er richte sich nach der Menge der Bienen und dem Wetter, so Knick. „Letztes Jahr war es zu heiß und trocken. Da ist dann kaum Nektar in den Blüten und es gibt wenig Honig.“

Mann mit 45 Kilo schwerem Bienenschwarm bedeckt

Dass bei ihm in diesem Jahr die Ernte nicht so üppig ist, liege wahrscheinlich an seinem zu dunklen Standort. „Eigentlich ist es ein gutes Jahr, aber ich vermute, dass ich meine Beuten an einen helleren Ort im Garten stellen muss. Denn wenn die Bienen früh morgens bereits viel Sonne haben, werden sie schneller aktiv.“ Die Kinder drehen begeistert die Schleuder und betrachten fasziniert die kleinen Honigtropfen, die aus den Waben fliegen. Nach der Arbeit dürfen sie sich ein kleines Glas aus dem im unteren Teil der Schleuder angebrachten Auffangbehälter abzapfen und mit nach Hause nehmen.

Für Knick ist diese Form der Aufklärung über die wichtige Bedeutung von Bienen, auch für die Bestäubung der Obstbäume, wichtig. Er lädt deshalb regelmäßig Kindergärten und Grundschulen ein, die Imkerei hautnah mitzuerleben. Wer Fragen zu dem Thema oder Interesse hat, mit seinen Kindern vorbei zu kommen, den bittet Achim Knick, sich über die Adresse achim.knick@gmx.de anzumelden.

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