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Papst-Harley wird in England für guten Zweck versteigert

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Mit der Übergabe der Harley an Pater Karl Wallner (Mitte) ging die von Thomas Draxler (links) initiierte Friedensfahrt der Jesus-Biker nach rund 1 900 Kilometern auf dem Petersplatz in Rom zu Ende.

Das „Weiße Unikat“, signiert von seiner Heiligkeit Papst Franziskus, gespendet an das päpstlichen Missionswerks zum Verkauf für einen guten Zweck – so wird die Papst-Harley in einem 196-seitigen Katalog des englischen Auktionshauses Bonhams angepriesen.

Schaafheim – Genauer gesagt für „The Autumn Sale“ (Herbst-Verkauf) in Stafford, bei dem Dutzende historische und außergewöhnliche Motorräder am Wochenende, 19. und 20. Oktober, unter den Hammer kommen und daher den Untertitel „The Classic Motorcycle Mechanics Show“ trägt.

Mit dabei, aber nicht mitbietend, in Mittelengland wird Thomas Draxler sein. Ein wenig aufgeregt ist der Schaafheimer schon. Denn das Versteigern des in der Harley-Davidson Würzburg Village gebauten und verzierten Motorrades ist eine Herzensangelegenheit. Zur Erinnerung: Nach langer Vorbereitung und Unterstützung durch Harley-Davidson Würzburg Village-Geschäftsführer Christian Repp hatte Draxler mit den von ihm gegründeten Jesus-Bikern im Juli eine Friedensfahrt (Peace-Ride) nach Rom auf die Beine gestellt. Bereits im Mai signierte Papst Franziskus bei einer Generalaudienz in ihrem Beisein die Harley. Nach der Friedensfahrt wurde sie an Pater Karl Wallner vom päpstlichen Missionswerk übergeben, um sie zu versteigern, um mit dem Geld den Bau eines Waisenhauses in Uganda zu finanzieren.

Reise nach Uganda soll Projekt abschließen

Für Bonhams ist es offensichtlich ein besonderes Versteigerungsobjekt. Die zweite Seite des Auktionskatalogs zieren ausschließlich zwei Fotos: Eines zeigt Papst Franziskus beim Signieren der Harley, das zweite Bild ist ein Gruppenfoto mit den Jesus-Bikern um Draxler auf dem Petersplatz. Bis auf die Seiten 168 und 169 muss man dann Blättern, um die Details zu erfahren. Einen möglichen Kaufpreis schätzt Bonhams zwischen 56 .000 und 110 .000 Euro ein.

Die Papst-Harley im Auktionskatalog. Foto: Bonhams

Draxler macht keinen Hehl daraus, dass er und seine Mitstreiter sich einen höheren Erlös für das so getaufte „Weiße Unikat“ erhoffen. „Schön ist auf jeden Fall, dass Bonhams keine Gebühren nimmt“, freut sich Draxler. So werde wirklich jeder Euro in das Waisenhaus fließen können. Im kommenden Jahr plant er eine Reise nach Uganda, um das Projekt dann persönlich zu besichtigen. „Erst damit ist der Peace-Ride abgeschlossen“, sagt der Jesus-Biker.

Die Friedensfahrt brachte Draxler auch einen Gefängnisbesuch ein. Wie berichtet, hatte nach der Berichterstattung über die Jesus-Biker und den Peace-Ride unter anderem die Justizvollzugsanstalt Dieburg angefragt, ob er nicht für einen Vortrag hinter die hohen Mauern kommen würde. Gesagt, getan. Ende September kam er zusammen mit seinem Sohn Tom sowie Jesus-Biker-Gitarrist Stefan Stumpf und berichtete über die Friedensfahrt und die christlichen Motorradfahrer. Das hat Eindruck gemacht: Viele von den mitgebrachten christlichen Broschüren seien von den Häftlingen mitgenommen worden, berichtet Draxler. Er hat ein Wiederkommen zugesagt. Wahrscheinlich wird er im Januar einen Wortgottesdienst in der Dieburger JVA feiern.

VON NORMAN KÖRTGE

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