Keramik-Teller für den ersten Platz

„Blühende Altstadt“: Gisela Willand erhält vierte Auszeichnung

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Die letzte Auszeichnung im Wettbewerb „Blühende Altstadt“ erhielt Gisela Willand. Den Preis überbrachten Ortsbeiratsmitglied Rainer Herwig (von links), Ortsvorsteher Reinhold Gottstein und Wilhelm Spiehl.

Babenhausen - Gisela Willand heißt die letzte Preisträgerin des Wettbewerbs „Blühende Altstadt“. Von Ortsvorsteher Reinhold Gottstein, dem Ortsbeiratsmitglied Rainer Herwig sowie Wilhelm Spiehl bekamen sie den Keramik-Teller für den ersten Platz verliehen. Von Michael Just

Der Preis ist als repräsentativer Schmuck für die Hauswand gedacht. Die Bewohnerin des ältesten Hauses in Babenhausen, das 1442 entstand und sich in direkter Nachbarschaft zum Hexenturm befindet, ist den Juroren des Wettbewerbs „Blühende Altstadt“ bestens bekannt: Bereits 2009, 2010 und 2011 erreichte Gisela Willand den ersten Platz. Danach nahm die heute 72-Jährige auf eigenen Wunsch nur noch außer Konkurrenz teil. Das Fachwerkhaus mit der Nummer 22 bezog Gisela Willand mit ihrem Mann 1995. Seitdem fällt es Jahr für Jahr durch berauschenden Blumen- und Pflanzenschmuck ins Auge. Damit erfüllt Willand genau jene Kriterien, die der Wettbewerb „Blühende Altstadt“ erreichen will.

Die Idee dazu hatte einst der Babenhäuser Bürger Wilhelm Spiehl. Er schlug vor, Privatpersonen auszuzeichnen, die Blumen vor ihrem Haus sprechen lassen und damit die Attraktivität der Stadt erhöhen. Über mehrere Jahre war auch die Stadt als Unterstützer der Aktion mit im Boot. Zum zehnjährigen Bestehen verkündete Spiehl kürzlich das Ende des Wettbewerbs. „Mehr als das, was wir jetzt haben, ist nicht mehr drin“, formulierte der Pensionär in seiner Begründung. Damit war gemeint, dass das gegenwärtige Erscheinungsbild sich in den letzten Jahren kaum noch verändert hat. Dem aktuellen Entscheid ging kein Rundgang der Jury mit Bewertungsbogen voraus. Stattdessen wurde Gisela Willand zur Preisträgerin 2018 erklärt. Die Verleihung sei symbolisch und als Wertschätzung für eine Frau zu verstehen, die seit Jahren einen grünen Daumen unter Beweis stellt und dabei das Eckchen um den Hexenturm zum Kleinod erhebt. Da zum Abschluss auf erste und zweite Plätze verzichtet wird, fand die Sieger-ehrung nicht zum Altstadtfest, sondern vorgezogen in kleinem Rahmen statt.

Einer von vielen blühenden Hinguckern am Fachwerkhaus von Gisela Willand in der Straße Am Hexenturm.

Für die Unterstützer des Wettbewerbs geht die Hoffnung einher, dass die Babenhäuser auch in Zukunft emsig Blumentöpfe vor die Häuser platzieren. Dass dabei die Stadtväter nicht mit gutem Beispiel vorangehen, wird achselzuckend zur Kenntnis genommen. So schlossen die von den Stadtverordneten beschlossenen Sparmaßnahmen auch die Blumenkästen mit ein, die einst das Rathaus und die großen Brückengeländer über die Wasserläufe zierten. Wilhelm Spiehl hat einmal genau ausrechnen lassen, dass die Kästen vor den Rathausfenstern und an den Brücken, inklusive aller Zusatzkosten, auf rund 3 000 Euro im Jahr kommen. Wie es heißt, könnten Sponsoren diese Kosten deutlich drücken. So gebe es lokale Gärtnereien, die die Geranien spenden würden. Damit bliebe noch ein wenig Pflege und das Gießen übrig. Beim Thema Wässern scheint die Sache allerdings schon an ihre Grenzen zu stoßen: Nach jetzigem Stand will die Verwaltung damit weder die Mitarbeiter belasten noch den Bauhof beauftragen. Rückt dieser an, wären damit Kosten, Aufwand und Formalitäten verbunden. „Es ist vor allem eine Frage des Willens, ob die Stadt in puncto Blumenschmuck wenigstens in begrenztem Umfang etwas macht“, heißt es dazu aus dem Unterstützerkreis für ein grünes Babenhausen. Trotz des Angebots von Sponsoren scheint dieser Wille nicht vorzuliegen. Im Gegenzug trifft die Feststellung zu, dass Babenhausen derzeit weitaus größere Probleme als mehr Blumen am Rathaus hat.

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Damit sind es die Bürger, die dafür sorgen müssen, dass die Fassaden nicht nur Weiß- und Grautöne vermitteln. Gisela Willand ist dafür das größte Aushängeschild. Die Babenhäuserin liebt Pflanzen und wird mit Blühendem weiterhin ihr Haus verzieren. Nachahmer sind erwünscht. Die sollten sich bewusst sein, dass an die Pracht Zeitaufwand gekoppelt ist. „In diesem Sommer muss täglich oder zumindest alle zwei Tage gegossen werden“, führt sie an. Mit der Gießkanne lassen sich in ihrem Fall pro Einsatz 30 bis 60 Minuten kalkulieren.

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