Kommunalwahl: SPD mit großen Verlusten / Grüne auf der Überholspur

CDU bleibt stärkste Kraft in Babenhausen

Wahllokal als Corona-Testzentrum: Bevor gestern in der Stadthalle Kreuzchen auf die Stimmzettel gemacht wurden, ließen sich am Samstag 113 Wahlhelfer auf den Corona-Virus testen.
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Wahllokal als Corona-Testzentrum: Bevor gestern in der Stadthalle Kreuzchen auf die Stimmzettel gemacht wurden, ließen sich am Samstag 113 Wahlhelfer auf den Corona-Virus testen.

Die CDU wird auch in der kommenden Legislaturperiode die stärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung bleiben.

Babenhausen - Die gestern Abend vorliegenden Trendergebnisse – ohne die Stimmzettel, auf denen kumuliert oder panaschiert wurde – lassen keinen anderen Schluss zu. Mit 36,2 Prozent legt sie demnach gegenüber 2016 (33,9) noch einmal zu.. Den Abstand zur SPD bauen die Christdemokraten deutlich aus. Zur Erinnerung: Nach der Wahl 2016 kam die CDU auf 13, die SPD auf zwölf Sitze. Mit ihren 22,5 Prozent (2016; 32,9) kämen die Sozialdemokraten nur noch auf acht Sitze. Die CDU bleibt konstant.

Vorerst allen Grund zur Freude haben die Grünen. Mit ihren 16 Prozent würden sie ihre Sitze im Stadtparlament verdoppeln und zu drittstärksten Fraktion werden. Wenig Veränderungen gibt es derzeit im Vergleich von vor fünf Jahren weder bei den Freien Wähler Babenhausen (15,3 Prozent) noch bei der FDP (8,3 Prozent). Die Linke kann, Stand gestern Abend, mit einem Abgeordneten den Sprung in die Stadtverordnetenversammlung schaffen.

In den vergangenen fünf Jahren hatte es keine echte Koalition gegeben, wobei CDU und FWB mit ihrer knappen Mehrheit die Haushaltskonsolidierung mit einer ganzen Reihe an Einsparungen durchgesezt haben. Diese Ein-Stimmen-Mehrheit bleibt zumindest beim Betrachten des Trendergebnisses.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Heidrun Koch-Vollbracht sieht mit dem Blick auf das noch mit Vorsicht zu genießende Trendergebnis die gute Sacharbeit ihre Partei in den vergangenen fünf Jahren durch die Wähler bestätigt. Das bisherige Ergebnis sieht sie als gute Basis und hofft, dass nach dem weiteren Auszählen der Stimmzettel noch weitere Sitze hinzukommen. In Harreshausen, wo Koch-Vollbracht als Wahlhelferin im Einsatz war, sei auf mehr als der Hälfte aller Stimmzettel kumuliert oder panaschiert worden. Diese werden erst ab heute im Rathaus ausgewertet.

„Das wäre eine Sensation“, kommentiert Grünen-Spitzenkandidatin Sabine Walz das Trendergebnis. Demzufolge würden die Grünen ihre Sitze in der Stadtverordnetenversammlung von drei auf sechs verdoppeln: „Aber warten wir erst einmal ab“, meint die Hergerhäuserin mit dem Blick auf den großen Anteil der noch auszuzählenden Stimmzettel.

SPD-Ortsvereinsvorsitzende und -Spitzenkandidatin Simone Kirchschlager gibt sich Angesicht des Trendergebnisses sehr verhalten. Stand gestern Abend würde die SPD im Vergleich zu vor fünf Jahren vier Sitze verlieren und nur noch auf acht kommen. „Unabhängig von der genauen Sitzverteilung im zukünftigen Stadtparlament freut sich die SPD mit einem neuen Team für Babenhausen die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken“, teilt Kirchschlager mit.

Leicht enttäuscht zeigt sich FDP-Spitzenkandidat Manfred Willand. Eine Neun vor dem Komma hätte er sich gewünscht. Dennoch sei er auch zufrieden, wenn die Liberalen ihre drei Sitze halten können. Jetzt wartet er aber erst einmal die weitere Stimmauszählung ab.

Die Freien Wähler möchten sich vor Abschluss der Stimmenauszählung nicht zum Ausgang der Wahl äußern wollen. (Norman Körtge)

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