Entscheidung über Urabstimmung ab 18. Januar

Continental in Babenhausen: Betriebsrat gibt sich kämpferisch

Hinweisschild Continental
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An drei Tagen soll bei Continental in der kommenden Woche unter anderem über den Sozialtarifvertrag verhandelt werden.

Den Mitarbeitern von Continental in Babenhausen könnte noch ein heißer Januar bevorstehen. Alles hängt vom Ausgang der Verhandlungen in der nächsten Woche ab.

Babenhausen – Dem „heißen Dezember“ bei Continental mit mehreren Warnstreiks– zuletzt einem über 24 Stunden – könnte ein noch heißerer Januar folgen. Vieles hängt davon ab, wie die in der kommenden Woche geplanten Verhandlungen ausgehen werden. Wie Betriebsratsvorsitzende Anne Nothing auf Nachfrage bestätigt, kommt sowohl die Einigungsstelle mit ihrem unabhängigen Schlichter zusammen und die Gespräche über den von der Arbeitnehmerseite geforderten Sozialtarifvertrag werden an zwei Tagen fortgeführt.

Dass sich die IG Metall nicht mehr lange hinhalten lassen möchte, geht aus der weiteren Terminplanung hervor. In der Woche ab dem 18. Januar möchte die Gewerkschaft entscheiden, ob sie ihre Mitglieder zeitnah zur Urabstimmung bittet. In dieser könnte über einen unbefristeten Streik abgestimmt werden, der dann auch sofort beginnen könnte.

Continental in Babenhausen: Betriebsrat setzt auf Zusammenhalt

Diese Arbeitskampf-Drohung steht. Ermutigt fühlen sich die Gewerkschaftler durch den 24-Stunden-Warnstreik Mitte Dezember, bei dem der Standort für einen Tag „lahmgelegt“ worden sei. Als „eine eindrucksvolle Demonstration der Solidarität“ bezeichnet Streikleiter Uwe Zabel die Aktion und schließt daraus: „Wenn wir zusammenhalten ist alles möglich.“ Auch Betriebsratsvorsitzende Nothing gibt sich kämpferisch: „Die Mitglieder der IG Metall haben durch ihre Geschlossen- und Entschlossenheit dem Conti-Management gezeigt, das sie bereit und willens sind für die berechtigten Forderungen eines Sozialtarifvertrags aktiv und gemeinsam einzutreten.“

Die Forderungen für den Sozialtarifvertrag, der auch die Abfindungen regeln soll – unter anderem ein Sockelbetrag von 25 000 Euro plus 2,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr – bezeichnet Nothing als „ersten Aufschlag“. In den bisherigen Gesprächen habe das Unternehmen kein Entgegenkommen gezeigt. „Wir sind nach wie vor gesprächsbereit“, bekräftigt Nothing. „Mit Blockadehaltung, Verzögerungstaktik und dem Versuch von Billiglösungen beim Sozialtarifvertrag muss ab sofort Schluss sein“, schreibt dazu IG-Metall-Verhandlungsführer Matthias Ebenau.

Continental: Betriebsrat will Standort Babenhausen erhalten

Nach wie vor setzt der Betriebsrat auch auf zukunftsfähige Lösungen für den Standort und hat entsprechende Konzepte erarbeitet. Darum wird es bei den Verhandlungen in der Einigungsstelle gehen. Einfach nur in Billiglohnländer zu investieren und dafür Babenhausen aufzugeben sei mit dem Betriebsrat nicht zu machen, so Nothing.

Continental möchte das Werk bis 2025 schließen und weitere Bereiche verkleinern. Betroffen davon sind etwa 2600 der Beschäftigten. (Von Norman Körtge)

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