Knick-Truppe visiert das Mittelmeer an

Von Babenhausen nach Frankreich geradelt

In Besançon ist die Radtruppe im Rathaus empfangen worden: Uto Seidel (von links), Wolfgang Rupp, Achim Knick, Sabine Knick, stellvertretender Bürgermeister Abdel Ghezali, Manfred Schlitt, Maria Baumeister sowie die drei Verwaltungsangestllten Claire Dupout, Marike Steeberger und Christophe Moyse
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In Besançon ist die Radtruppe im Rathaus empfangen worden: Uto Seidel (von links), Wolfgang Rupp, Achim Knick, Sabine Knick, stellvertretender Bürgermeister Abdel Ghezali, Manfred Schlitt, Maria Baumeister sowie die drei Verwaltungsangestllten Claire Dupout, Marike Steeberger und Christophe Moyse

Besançon erreicht – jetzt geht es tiefer rein in Frankreichs Süden. Langstreckenradler Achim Knick aus Babenhausen und seine Mitstrampler haben sich entschieden: dank sinkender Inzidenzen sind sie von der Stadt der Kunst und Geschichte Besançon über Saint-Jean-de-Losne und Chalon-sur-Saône weiter nach Cluny gefahren.

Babenhausen/Besançon – Heute Morgen legen sie die grobe Reiserroute für die nächsten Tage fest. Entweder bleibt es bei einer reinen Burgundtour, oder sie radeln doch Richtung Mittelmeer. „Saintes-Maries-de-la-Mer, wie ursprünglich geplant, wäre natürlich schön“, so Knick. Weniger schön: die Inzidenz dort ist aktuell immer noch bei rund 500. Ein Grund, sich nur langsam zu nähern.

Aber das ist Zukunftsmusik. Was bisher geschah: Worms, Germersheim, Lichtenau. Germersheim war die letzte Station, an der sich Sabine und Achim Knick, Maria Baumeister, Christian Hübner, Manfred Schlitt, Wolfgang Rupp und Uto Seidel in die Heimat gemeldet hatten. Auf der Strecke nach Lichtenau musste der Babenhäuser Christian Hübner wegen Knieproblemen passen und umdrehen. Da waren es nur noch sechs Radfahrer. Pedaleure, die sich auch von kleineren Unfällen und Unwägbarkeiten nicht abschrecken ließen: Maria Baumeister stürzte samt Rad kopfüber in einen Graben, hatte Glück, vom weichen Gras aufgefangen zu werden und kam mit Schrecken, Nasenkratzer und einem vom Helm abgebrochenen Stück Plastik davon. Achim Knick hatte einen Dorn im Reifen. Der in Dieburg erteilte Reisesegen schien zu helfen. „Wir hatten Glück im Unglück“, meint Knick.

Ab Lichtenau fuhren die Sechs frohgemut die 102 Kilometer am Rhein entlang nach Neuf-Brisach in Frankreich. Sogar etwas weiter als – wie eigentlich gewollt – nach Sélestat.

„Pure Lebensfreude, als wir bei Kehl die Europabrücke überquerten“, berichtet Knick in Jubelstimmung. Endlich Frankreich! „Ein tolles Gefühl, an den Kanälen in Straßburg entlangzufahren. Die Sonne schien, in den Cafés und Parks pulsierte das Leben – und dies alles mit dem Fahrrad von Zuhause aus.“ In der alten Garnisonsstadt Neuf-Brisach schwangen sich die sechs Radler dann an Tag fünf auf ihre Sättel und machten sich auf den Weg nach Montbéliard. Ziel: das dortige Hotel „La Balance“, eine altehrwürdige Unterkunft, in dem im zweiten Weltkrieg Generäle logierten. An Tag sechs – Richtung Besançon – folgten sie abwechselnd dem Rhein-Rhône-Kanal und sich schlängelnden Fluss-Schleifen der Doubs. Eingebettet in ein Tal mit schroffen Hängen und bewaldeten Flanken – Natur pur.

Die Etappe nach Besançon brachte aber auch einsetzende Erschöpfung mit sich. Auf der einen Seite forderten die täglichen Strecken zwischen meist 80 und 100 Kilometern allmählich ihren Tribut – die Hinterteile schmerzten und verlangten nach Creme –, andererseits geriet das Team in eine mentale Disbalance. Nicht ungewöhnlich bei Menschen, die sich nur für eine gemeinsame Sache, hier die lange Fahrradtour, zusammengeschlossen haben. Ein Tag Pause in kulturell wertvollen Besançon tat da dem Gruppengefüge gut. Und der freundliche Empfang Im dortigen Rathaus ebenfalls. (zkn)

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