Anwohnerparken wird eingeführt

Dauerparker sollen weiter laufen

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Eine Auswahl der öffentlichen Parkplätze in der Kernstadt: Schwierig ist die Parkplatzsuche bei den rot markierten Stellflächen, die sich im Altstadtgürtel (Stadtmauer, katholische Kirche und Grünewald) und auf den beiden Park+Ride-Flächen am Bahnhof befinden. Diese haben tagsüber eine sehr hohe Auslastung und der Anteil der Dauerparker liegt bei zum Teil deutlich über 75 Prozent. Bessere sieht es (noch) auf den grüngefärbten Parkplätzen aus, auf denen es aber wie an der Stadthalle und der Sparkasse Parkscheibenpflicht gibt.

Babenhausen - Bewohner, Besucher und Beschäftigte in der Altstadt müssen sich auf ein Ausweiten der Parkscheibenpflicht und das Einführen von Anwohnerparken einstellen. Parkgebühren im Altstadtbereich sind vorerst nicht geplant. Von Norman Körtgen

 Zu viele Dauerparker auf den altstadtnahen Parkplätzen – das ist eines der zentralen Ergebnisse der vom Darmstädter Planungsbüro von Mörner durchgeführten Parkraumuntersuchung. In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung stellten Jörg und Moritz von Mörner ausführlich ihre Untersuchung vor. Ihre Empfehlung: den Anteil der Stellplätze mit zeitlicher Befristung stark zu erhöhen und,um den in der Altstadt wohnenden Bürgern entgegenzukommen, ein Anwohnerparken einzuführen.

Da die P+R-Plätze voll sind, wird vor allem an der Bouxwiller Straße auf dem Randstreifen geparkt.

Anlass der Parkraumuntersuchung war ein Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2016, der den Magistrat aufforderte, ein Parkplatzbewirtschaftungskonzept für die Altstadt mit Parkgebühren für alle öffentlichen Parkplätze vorzulegen. Das kostenpflichtige Parken ist nach der Präsentation im Ausschuss allerdings vorerst vom Tisch. Den Stadtverordneten sind die Investitions- und Unterhaltungskosten – ein Parkautomat kostet etwa 10. 000 Euro in der Anschaffung, hinzu komme die Wartung und Geldentnahme – zu teuer.

Unter anderem CDU-Politiker Ingo Rohrwasser sprach sich für ein „scheibchenweise Herantasten“ aus. Bedeutet: Zunächst soll die Anzahl der Stellplätze mit Parkscheibenpflicht ausgeweitet und Anwohnerparken eingeführt werden. Vor allem im Hinblick darauf, dass der Einzelhandel in der Altstadt mit „fußwegnahen Parkständen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil“ erfährt, wie es im Bericht des Planungsbüros heißt. Ein entsprechender Beschluss zum Erarbeiten eines Konzepts soll in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 31. Januar, ab 19.30 Uhr im Rathaus gefasst werden.

Entlang der Stadtmauer sind die Parkplätze fast immer belegt.

Im Fokus der Betrachtung bei den Stellflächen stand vor allem der sogenannte Altstadtgürtel, zu dem die Parkplätze entlang der Straße An der Stadtmauer, an der katholischen Kirche und an der Gärtnerei Grünewald zählen. Bei diesen unmittelbar an die Altstadt grenzenden Parkplätzen, die zum größten Teil keiner zeitlichen Beschränkung unterliegen, haben die Erfasser einerseits eine hohe Anzahl an Kurzparkern festgestellt, aber auch, dass die Parkplätze „von einer hohen Anzahl Dauerparker missbraucht“ werden, wie es im Bericht heißt. So liegt der Anteil derjenigen, die an der katholischen Kirche länger als vier Stunden parken bei 91 Prozent. Dies seien entweder Anwohner oder Beschäftigte in der Altstadt.

Für diese Parkplätze im Altstadtgürtel sollte tagsüber eine Parkhöchstdauer von zwei Stunden festgelegt werden, wie sie bereits an der Sparkasse und einem Teilbereich des Grünewald-Areals gelte. Dauerparker könnten auf die weniger ausgelasteten Parkplätze am Ostring oder Schwanengraben ausweichen. „Grundsätzlich wird in der Verkehrsplanung davon ausgegangen, dass Dauerparker ein etwas weiterer Fußweg zugemutet werden kann“, steht in der Empfehlung. Fünf bis zehn Minuten nannte Jörg von Mörner als Richtgröße.

Wie Einparken seinen Schrecken verliert

Da aufgrund der beengten Verhältnisse in der Altstadt ein Großteil der dort lebenden Babenhäuser auf Parkmöglichkeiten im öffentlichen Raum angewiesen ist, soll für diesen Bereich ein Anwohnerparken eingeführt werden. Als Preis für eine Jahresvignette schlägt das Planungsbüro 30 Euro vor.

Dass die beiden P+R-Anlagen beiderseits des Bahnhofs zeitweise komplett ausgelastet sind, ist nicht überraschend. Davon zeugen auch die vor allem während der Semesterzeit in Darmstadt entlang der Bouxwiller Straße parkenden Autos. Wie Bürgermeister Joachim Knoke mitteilt, ist das Parken auf den Mehrzweckstreifen erlaubt: „Hier sind allerdings Überlegungen im Gange, wie der Radverkehr besser gelöst werden kann.“

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